Edith Stein - Jüdin und Christin

Ermordet in Auschwitz

  

"Edith Stein wurde geboren am 12. Oktober 1891 in Breslau als Tochter einer tiefgläubigen jüdischen Familie. Ihre außergewöhnliche philosophische Begabung, von Max Scheler und Edmund Husserl entdeckt, eröffnete ihr eine glänzende wissenschaftliche Laufbahn. Nachdem sie 1922 den Weg zur katholischen Kirche gefunden hatte, konnten alle äußeren Erfolge ihren Wunsch nicht erschüttern, im Karmel ihre Heimat zu finden. Gegen viele Widerstände trat sie 1934 endlich in den Karmel zu Köln-Lindenthal ein. 1938 mußte sie vor der Judenverfolgung in den holländischen Karmel zu Echt fliehen. Von dort aus wurde sie (nachdem sie von der SS aufgespürt wurde - M.R.H.) 1942 nach dem Osten verschleppt ..." (Klappentext des Buches "Edith Stein. Eine große Frau unseres Jahrhunderts." Herder-Bücherei. Band 3. 3.Aufl. Freiburg/Breisgau. 1957.)

Am 9. August 1942 wurde Edith Stein zusammen mit zahlreichen jüdischen Leidensgefährten in einer der Gaskammern in Auschwitz-Birkenau ermordet. Papst Johannes Paul II. hat Edith Stein, Schwester Teresia Benedicta a Cruce, im Jahr 1987 selig gesprochen und ihr mit seiner Ansprache aus diesem Anlass ein persönliches Denkmal gesetzt.

Mich begleiten Edith Steins Geschichte und vor allem ihre spirituellen Gedanken seit vielen, vielen Jahren. Als ich bei einem meiner Besuche in der Gedenkstätte in Auschwitz-Birkenau jene Stelle aufsuchte, wo sie ermordet wurde, erahnte ich deutlicher, weshalb sie eine letzte Möglichkeit zur Flucht ausgeschlagen und gemeinsam mit ihrer leiblichen Schwester Rosa und den Brüdern und Schwestern ihres jüdischen Volkes den Weg nach Auschwitz angetreten hatte ... Sie wollte MIT IHNEN SEIN ...

"Göttliches Leben ist Liebe, überströmende, unbedürftige, frei sich verschenkende Liebe: Liebe, die Krankes heilt und Totes zum Leben erweckt; Liebe, die hütet und hegt, ernährt, lehrt und bildet; Liebe, die mit den Trauernden trauert und mit den Fröhlichen fröhlich ist; die jedem Wesen dienstbar wird, damit es das werde, wozu es der Vater bestimmt hat, mit einem Wort: die Liebe des göttlichen Herzens." EDITH STEIN

Anmerkung: Auch der berühmte polnisch-jüdische Pädagoge JANUSZ KORCZAK hat sich freiweillig dafür entschieden, gemeinsam mit den von ihm betreuten jüdischen Waisenkindern den Weg durch die nationasozialistische Mordmaschiniere bis in den Tod zu gehen. Er, der für diese ihm anvertrauten Kinder zu einer Vaterfigur geworden war, wollte sie auch hier nicht allein lassen!

Margaretha Rebecca Hopfner, Wien 2006

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