Vatersuche - US-Staatsbürgerschaft - Zum Leitfaden für US-Besatzungskinder

Margaretha Rebecca Hopfner

Beiträge zum Thema Adoption

im
Diskussionsforum von Humane Adoption

2007

 

Seine persönliche Herkunft gehört zum Menschen und sie gehört dem Menschen!
Jeder Mensch hat das Recht auf seine Herkunft!
Die Anonymisierung von Menschen und Inkognito-Adoption
sind menschenverachtend! Sie machen aus Menschen (die ihre Herkunft tief innen immer in sich tragen!!!) zwangsläufig (moderne Nobel-)Sklaven und schaffen weltweit ein ungeheures Missbrauchspotential!!!!!!!
Herkunft darf also dem Menschen nicht vorenthalten, enteignet, geraubt werden!
Herkunft darf niemals vernichtet werden!!!
Adoption ist kein Instrument zur Familienplanung!
Adoption kann ein Weg sein, einem verwaisten Kind eine Familie zu geben.
Es müssen rechtliche Regelungen geschaffen werden, welche die Herkunft dem adoptierten Menschen auf allen Ebenen rechtlich bewahrt und gleichzeitig durch adoptional wirksame Bestimmungen sinnvoll ergänzt.
Adoption muss national und international rechtlich derart geregelt werden, dass die Menschenwürde aller Betroffenen gewahrt bleibt!
Kein einziger Mensch ist ein Bastard!!!!!
"DIE WAHRHEIT IST DEM MENSCHEN ZUMUTBAR."
Ingeborg Bachmann

Seit Mai 2007 beteiligte ich mich nach ein paar Wochen "Forums-Auszeit" an den Diskussionen im neu geschaffenen Adoptions-Forum von Humane Adoption. Es existierten dort bereits registrierte Beiträge von mir, und die inhaltlich mir wichtigsten präsentiere ich nun auch hier. Die Beiträge habe ich im originalen Wortlaut sowie der von mir im Forum verwendeten Orthographie übernommen, Verschreibungen wurden absichtlich nicht wegkorrigiert. Auch dieses Forum hat bedauerlicherweise mittlerweile seine Tore geschlossen.
Es handelt sich bei meinen Beiträgen - wie seinerzeit bei adoption.de und dem gespraechskreis-adoptierte.de - um jene Bruch-Stücke der "Dinge meines Lebens", die im fortgesetzten Prozess ihres vorläufigen und schließlichen "Erkennens" buchstäblich aus mir herausgebrochen sind! Mein Mitschreiben in diesen Foren hatte wesentlichen Anteil am unumgänglichen Verarbeitungsprozeß zur Geschichte meiner Adoption. Ein Dankeschön an Bianka Wolf und ihre ModeratorInnen, welche diese Webseite zum Thema Adoption geschaffen haben und betreuen und an all jene Diskussionsteilnehmer, die im Lauf der Zeit einen Austausch zum Thema Adoption mit mir gepflegt haben. Nur in der direkten Kommunikation mit anderen Betroffenen war mir mein eigener Ausdruck in dieser Form erst möglich!!!


aus einem von mir geschriebenen beitrag um weihnachten 2007:
(...)
JESUS ist auch mein orientierungspunkt im leben ... (Ergänzung am 22.01.2008: ... denn jesus hat jenen menschen achtung und liebe erwiesen, die sonst niemand mehr geachtet und geliebt hat ...) ... haette vieles nicht durchstehen koennen, wenn ich mich nicht an ihn klammern haette koennen ... in einer zeit, als sonst niemand mehr da war zum anklammern, anlehnen etc. ...(...)

Titel: Ein Schicksal! War die Adoption entscheidend?
Verfasst: Do Dez 27, 2007 16:03
wo wird denn in dem film deutlich gemacht, WAS ALLES diesem jungen IM RAHMEN SEINER INKOGNITO ADOPTION ANGETAN WURDE??? sich in wohligem schauern vor einem massenmordenden monstrum zu raekeln, kann's ja auch nicht sein ... oder?
dieser menschen hat zurvor einen VERNICHTUNGSVORGANG an sich selber durchlaufen, immer und immer wieder ... so grausig es sich an seinen opfern realisiert hat, es war in irgendend einer weise ein "rache"akt fuer das, was ihm angetan worden war ...
und man/frau bedenke: es muss schon eine gehoerige portion SADISMUS gegen den betroffenen menschen "ins werk" gesetzt werden, um diesem menschen in einem fort "klar zu machen", dass er nicht der mensch zu sein hat, als der er geboren wurde ... und dieser FORTDAUERNDE sadismus wird AUS EINIGEN QUELLEN GESPEIST ... UND ER REALISIERT SICH IN EINER DAUER-QUAELEREI AM ADOPTIERTEN ...
VERNICHTUNG VON HERKUNFT FUEHRT IMMER IN KATASTROPHEN ... innere oder aeussere ...
so hoffe ich, dass adoption so geregelt sein wird, dass herkunft (identitaet, geschichte, rechte) mitgenommen werden kann, denn fuer mich ist das die einzig menschenwuerdige loesung!!!!!!
p.s.: allerdings verwahre ich mich dagegen, als adoptierte als potentielle massenmoerderin hingestellt zu werden ...

KANN JEMAND SAGEN OB ICH DAS RICHTIGE TUE
Verfasst: Mo Dez 17, 2007 18:57
aha, HIER ist es also schon wahnsinnig wichtig, dass die h-mutter nicht von "ihrer" tochter spricht gegenueber den a-eltern ... da muessen dann die authentischen emotionen der h-mutter ein wenig "reduziert" dargestellt werden, damit auf a-seite die emotionen nicht aus der balance geraten ...
wie authentisch duerfen frauen ihre gefuehle ausdruecken, welche weiterleben muessen mit den grausamsten schmerzen, weil das leben ihnen ihr kind aus dem leib geschnitten hat und sie unversorgt mit klaffender wunde zuruecklaesst ... ein leben lang ...
(...), im interesse eines gedeihlichen kontaktes zwischen dir und DEINER tochter und deren a-eltern rate ich dir zu diplomatischer formulierung ...
vor dir selber und in der kommunikation hier rate ich dir zum ausdruck emotionaler authentizitaet ...
liebe gruesse und alles, alles gute
margaretha rebecca

Titel: ich bin eine adoptivmutter Verfasst: So Dez 16, 2007 17:16
das freut mich aber zugegebenermassen, dass mein beitrag reiche frucht in form von antworten getragen hat ;-)))
dennoch: wie ich schon sagte, ich bin nicht mehr bereit, gerade als adoptierte, mich in die kinderwunsch-problematik unfruchtbarer oder von familienplanerInnen mittels adoption hineinzuversetzen ... damit sollte kein einziges pflege- und adoptivkind konfrontiert werden muessen, denn bei pflege und adoption geht es zunaechst um das kind und seine leibliche familie.
wenn da, wie doch immer wieder betont wird, das KINDESWOHL so eine grosse rolle auch noch spielt, warum dann nicht einen internationalen hilfsfonds fuer muetter und kinder, die unterstuetzung brauchen, gruenden, der dann halt in form von paten-schafts-geldern langfristig gespeist wird ... da koennten naemlich viele kinder in ihren leiblichen familien verbleiben und das waere wohl die allerbeste hilfe fuer diese kinder und ihre muetter ...
ADOPTION UND PFLEGE SOLLTEN AUSNAHMEN DARSTELLEN ... natuerlich muessen adoptiveltern und pflegeeltern gerne mit kindern leben, gerne eltern-aufgaben uebernehmen, aber die speziellen beduerfnisse der a- bzw. pflegekinder muessen im mittelpunkt stehen ... und nicht irgendwelche familienplanungs- und kinderwünsche ...
jedenfalls sollte es nicht so ablaufen, wie wir es gegenwaertig bei tritiom erfahren ...
(...), wenn' dich das verlorene geld so sehr frustet, dann lass doch in zukunft die finger von diesen unsicheren vorhaben ... (und hey: als hyaene sehe ich mich eigentlich nicht ... schon problematischer erscheinen mir da leute die laut eigener aussage "adoption bzw. familienplanung aus niederen beweggruenden' betreiben ... )
(...), es wird empfohlen, die verletzenden stellen in den statements derjenigen personen einmal zu reflektieren, die da verluste von weiss gott was nahmhaft machen, jedenfalls von nichts bestimmtem, was ihnen jemals "gehoert" hat ... (in einem konkreten fall wird da wohl eher eine ganz schoene summe geldes betrauert, das in den sand gesetzt wurde ...)

Titel: ich bin eine adoptivmutter
Verfasst: Sa Dez 15, 2007 20:24
mir stoesst diese ganze stellungnahme auf ... da wird von nicht eingetroffenen a-kindern als "fehlgeburten" geredet ... von "verlusten" ... etc. ... ich frage mich immer aufs neue: sind denn adoptionen dazu da, eltern mit kindern zu versorgen, oder aber unter menschengerechten bedingungen fuer alle betroffenen eltern fuer kinder zu finden ...
ich als adoptierte bin einfach nicht mehr bereit, in diese kinderlosigkeitsproplematik emotional einzusteigen ..., ich war auch so ein ERSATZkind ... mein leben war davon derart beladen und belastet, dass ich SCHULDGEFUEHLE HATTE, als ich meine eigene leibliche tochter bekam ...
es stoert mich zugegebenermassen auch, dass da von a-seite her mit einer geradezu penetranten zwanghaftigkeit von a-kindern staendig als den "eigenen" kindern gesprochen wird ... nicht der ausdruck der tiefen emotionalen und geistigen zusammengehoerigkeit stoert mich (auch ich fuehle mich nach wie vor zutiefst meinen a-eltern emotional und geistig zugehoerig), sondern der BESITZANSPRUCH, der durch den heftigen gebrauch von possessivpronomina sicht- und fuehlbar wird (meinem empfinden nach hat das wohl auch "sozio-therapeutische" funktion, denn nunmehr kann die sichtbarkeit des mankos der leiblichen kinderlosigkeit auch sprachlich ueberdeckt werden!)... und hier schlaegt eben AUCH der charakter einer bestimmten adoptionspraxis voll durch (habe noch ein gerichtsverfahren in erinnerung, bei dem kindesadoption als therapeutikum fuer kinderlosigkeit verhandelt wurde ... scheusslich ...)
ich halte den unerfuellten leiblichen kinderwunsch, der therapeutisch nicht aufgearbeitet worden ist, als eine der denkbar schlechtesten voraussetzungen fuer adoption und das, was ein adoptierter mensch fuer sein aufwachsen so dringend braucht: naemlich das angenommensein UM SEINER SELBST WILLEN, MIT SEINER HERKUNFT (identitaet, geschichte, rechte), mit verbuergtem zugang zur eigenen herkunft etc. ... (und nicht unter dem diktat der aufgabe von herkunft und um den ebenso diktatorischen preis, fremder menschen kind auf saemtlichen ebenen - ausser der leiblichen - werden zu muessen, um ein mitglied irgendeiner familie sein zu duerfen ... um ueberhaupt annaehernd menschlich leben zu duerfen)
was da mit diesem koreanischen maedchen passiert ist, SPRICHT BAENDE UEBER EINE BESTIMMTE ADOPTIONS-PRAXIS!!!!!
auch, was tritiom und andere h-muetter in diesem forum schreiben, fuellt dazu baende um baende ...

Titel: Wir möchten gerne ein Kind adoptieren
Verfasst: Mo Dez 10, 2007 11:23
fuer mich ist der beitrag von ... ein beispiel dafuer, WIE SORGLOS da beim vorhaben adoption "ans werk" gegangen wird. wenn kein leibliches kind, dann halt ein "eigenes" kind ueber adoption ... das ist wirklich schockierend ...
ein nicht aufgearbeitetes trauma aus leiblicher kinderlosigkeit ist eine der denkbar schlechtesten voraussetzungen fuer das gelingen von adoption, bei der es darum geht, einem kind FREMDER ELTERN, das selbst nicht selten mehrfach traumatisiert ist, ein ZUHAUSE, eine FAMILIE zu geben, unter achtung der WUERDE SEINER HERKUNFT (identitaet, geschichte, rechte ...)

Titel: Muss Frust loswerden *sorry*
Verfasst: Sa Dez 08, 2007 08:52
auch ich kann einer sogenannten "schuld"debatte nichts mehr abgewinnen. wer auch nur ein wenig seine augen geoeffnet (sic! brigitte danke!!!!) und den verstand eingeschaltet hat, erkennt, dass bei adoption die verantwortung dafuer, DASS sie zustande kommt, WIE sie zustande kommt und WIE sie von den betroffenen gelebt werden kann (muss), im wesentlichen ganz andere gesellschaftliche kraefte verantwortlich sind. die ausschliessliche individualisierung des sog. "schuld"/"verantwortungsproblems auf die herkunfts-muetter hin ist nur ein - allerdings sehr wesentlicher - faktor in einer sehr ausgekluegelten und die tatsaechlichen zusammenhaenge verschleiernden gesamtstrategie.

Titel: die 3. Adoption...
Verfasst: Mi Dez 05, 2007 17:11
(...)
mein mitleid mit a-eltern haelt sich inzwischen ABSOLUT IN GRENZEN, denn SIE SIND IN ALLEN BEREICHEN IM ABSOLUTEN VORTEIL ... ihr einziges manko ist in der regel (bei den allermeisten jedenfalls, die familienplanung mittels adoption betreiben) ihre INFERTITLITAET, dieses manko wird aber GANZ GEWALTIG KOMPENSIERT: durch die adoptions-rechtslage, durch die praxis des adoptions-procederes, durch die oeffentliche meinung (im vergleich zu den h-eltern und adoptierten) ... sie moegen sich also ein wenig bescheiden, und sich vor allem nicht zu frechheiten hinreissen lassen ... (wenn jene verbal ueber's ziel schiessen, die in ihrer ohnmacht und verzweiflung "um sich schlagen", habe ich da automatisch wesentlich mehr verstaendnis!!!!!)

Titel: die 3. Adoption...
Verfasst: Mi Dez 05, 2007 13:49
(...)
gelesen ja
verstanden ... leider auch ... DESHALB meine abwendung ...
und das, was da von einer ami ueber meine a-mama geschrieben steht, ist wohl auch nicht mehr zu toppen!!!! uebrigens: aehnlich intelligente und mir wohlgesonnene menschen haben mir bald nach ihrem tod prophezeit, meine mama kaeme zu mir in der nacht zurueck und werde mich schlagen, wenn ich nicht alle gebete gesprochen haette, die ich ihr versprochen hatte ... daraus hat sich ein jahrzehnte langer immer wiederkehrender albtraum, der in meinem wachzustand stattfand entwickelt ... - ich schildere ihn besser hier nicht - ... jedenfalls konnte ich keine fotos meiner mama mehr ansehen, konnte jahrzehntelang nachts nicht mehr allein in einem zimmer bleiben etc. ... seit einiger zeit habe ich diese dinge wieder im griff, aber ... "liebe kindern-wohlmeinende" ... haltet besser eure zunge im zaum, oder aber ihr entbloesst eure gesinnung immer mehr, von wort zu wort immer mehr ....

Titel: Propaganda gegen Hmütter und Väter
Verfasst: So Dez 02, 2007 17:37
(...)
kein uninteressanter aspekt, psychologisch betrachtet (grauenhaft aus der perspektive des zu tode gekommenen kindes!!!!) ... aus meiner sicht hat diese adoptierte "eine art verhungern" "weitergegeben", das sie wohl selbst am eigenen leib erlebt haben mag ... unaufgearbeitete vergangenheiten werden an die zukunft weitergegeben (ist inzwischen allerdings schon eine binsenweisheit ...)

Titel: Offene Frage
Verfasst: So Dez 02, 2007 17:25
(...)
ich bin stolz darauf, endlich meine eigene stimme erhoben zu haben in sachen adoption, herausgetreten zu sein aus dem jubel-chor fuer adoption ... tut ganz schoen weh immer wieder, aber es reinigt auch die seele ...

Titel: Propaganda gegen Hmütter und Väter
Verfasst: Sa Dez 01, 2007 15:33
(...)
es muss an dem gaengigen bild von herkunfts-eltern, gerade wegen der extremen negativ-bilder (verhungerte, vernachlaessigte, missbrauchte, ermordete kinder), in die positive richtung gearbeitet werden ...
das schreckliche ist, dass wohl die meisten h-muetter, die ihr kind in die adoption gegeben haben, geben, absolut zu unrecht mit diesen extremen negativ-bildern in verbindung gebracht werden, damit auf der anderen seite das wohlbefinden ueber die rechtmaessigkeit (auch auf der ebene von moral und ethik) des kindestransfers in balance gehalten werden kann
(...)

Titel: Ein kleiner Junge
Verfasst: Sa Dez 01, 2007 15:28
(...)
"Ich selber sehe mich heute ( und das mag in 15 Jahren ganz anders aussehen ) nicht in der Lage eine 17 Jährige in meinem Haushalt aufzunehmen und Sie anzuleiten. Ich glaub da muss man eine Menge Professionalität an sich ranlassen ( um eben diese Emotionen die die Mutter beim Gespräch gezeigt hat ) nicht persönlich zu nehmen."
wer hat davon gesprochen, die junge frau in den haushalt aufnehmen zu muessen?! pflegeeltern sind ja keine allround-sozialhelfer ...
nun, wenn die junge frau so starke emotionen gezeigt hat, dann duerfte wohl auch sichtbar geworden sein, nehme ich jetzt einmal an, wie sehr sie an ihrem kind haengt ... wahrscheinlich kann sie momentan, innerlich wie aeusserlich nicht das fuer ihr kind tun, was sie gerne SELBER tun wollte. es muss fuer sie schrecklich sein, zu erleben, dass der kleine von ihr abgekoppelt werden soll ...
ich hoffe, dass sie ihren eigenstaendigen kontakt zum kind nicht verlieren wird!

Titel: Ein kleiner Junge Verfasst: Mo Nov 26, 2007 10:59
(...)
"Nun ja nun sollte ich ja " Profi" genug sein, die Bedürfnisse der Mutter nicht an mich ranzulassen."
dieser satz hat mir nicht gefallen ...
vielleicht sagt er aber - ohne hier ad personam konkret negative ambitionen unterstellen zu wollen - so einiges ueber die "praktiken" im pflege-, v.a. aber im adoptionsbereich aus ...
bitteschoen, was WISSEN wir denn wirklich ueber dieses junge maedchen, welches unfaehig zum mutter-sein fuer ihr kind zu sein scheint, das sich aber doch nicht loesen kann von ihrem kind ...
ist es denn in diesen betreuten einrichtungen so "schoen", dass sich eine junge mutter mit ihrem kind "rundum" wohlfühlen kann? wem hat sie ihr kind denn zur betreuung überlassen? in welcher weise hat sie ihr kind vernachlaessigt?
kann es vielleicht sein, dass dieses kind der einzige mensch in der welt ist, welchem sie - selbst ein grosses kind - sich zugehoerig fuehlt?
eines weiss ich als adoptierte ganz genau: die beduerfnisse der mutter (und des vaters) waren - trotz ausblendung anderer und ausblendungsversuche meinerseits - STETS IN MIR ANWESEND!!!!
zu meinem wohle war es zu keinem zeitpunkt, die beduerfnisse meiner leiblichen eltern komplett auszublenden!!!!!!
es gibt traurige und tragische geschichten rund um kinder und ihre angehoerigen, sie sollten allerdings nicht dazu herhalten muessen, um zu rechtfertigen, WIE SEHR doch pflege- und adoptiveltern gesellschaftlich GEBRAUCHT WERDEN ... natuerlich werden sie gebraucht, aber die frage ist, welches interesse hier im vordergrund steht ....

Titel: Einsatz eines Verfahrenspflegers
Verfasst am: Sa Nov 17, 2007 20:22
kindesmisshandlungen sind IMMER GRAUENHAFT fuer das betroffene kind!!!!
ABER VERGESSEN WIR NICHT ... wenn ein adoptiertes kind von seinen adoptiv-eltern geschlagen wird, dann handelt es sich um ein kind, das bereits mit den trauma des verlassenworden-seins, der radikalen abtrennung ALLER natuerlichen bindungen beladen ist ... es erlebt in dieser abermalig traumatisierenden situation eine ganz SPEZIFISCHE FORM NACHMALIGER TOTALER AUSLIEFERUNG UND AUSWEGLOSIGKEIT ...

Titel: Verlassensängste
Verfasst am: Sa Nov 17, 2007 16:56
auch ich kann von fehlendem vertrauen in ALLE meine menschlichen beziehungen berichten seit ich denken kann ... und angst in allen moeglichen varianten ist mir staendige begleiterin ...

Titel: Kritik an der Petition
Verfasst am: Mo Nov 12, 2007 11:30
hallo ...,
meine kritik gilt all jenen laendern, welche bei adoption den adoptierten menschen ihrer herkunft berauben oder aber ihn zu einem rechtlichen und psycho-sozialen mangel-zwitter-menschen machen ...
dass ziele lediglich mit kleineren schritten erreichbar sind, ist mir schon klar, aber FORMULIEREN darf ich auch das GROSSE ZIEL, das es m.e. wert ist angestrebt zu werden!!!
in den usa habe ich - ungeachtet der adoption - aufgrund festgestellter abstammung von einem us-buerger anrecht auf die us staatsbuergerschaft. dies wird allerdings von den us-behoerden nicht gefoerdert und ist je nach geburtsjahrgang an verschiedene bedingungen geknuepft.
in meinem fall hat sich erwiesen, dass der betr. us-buerger sehr wohl von allem anfang an diese bedingungen gekannt hat und sie auch bei seiner - mit illegalen mitteln betriebenen - suche nach mir beruecksichtigt hat!!!!! zum zeitpunkt meiner geburt hat mein vater bereits von meiner existenz gewusst und haette nach us-recht die pflicht gehabt, mich den behoerden zu melden!!!! er hat es bei dem trostreichen rat und ein paar dollar an meine mutter belassen, sie solle eine gute mutter sein. somit kann er aus us-perspektive die sache in ruhe aussitzen, wie es momentan aussieht. aber so schnell gebe ich nicht auf ... es ist fuer mich inzwischen ein ping-pong-spiel geworden, das mir direkt spass macht ...
liebe gruesse
margaretha rebecca

Titel: Kritik an der Petition
Verfasst am: Mo Nov 12, 2007 00:23
soweit mir bekannt (mein wissen mag zugegebenermassen mangelhaft sein), erlischt in den usa im falle von adoption jegliche rechtsverbindung zwischen leiblicher verwandtschaft und dem adoptierten menschen ...
(dies ist wohl auch ein wesentlicher grund dafuer, dass sich meine leiblichen eltern schlicht und ergreifend hinter dem us-gesetz, das SIE schuetzt, vor mir in sicherheit gebracht haben und sich schlicht "still" verhalten ... dann gibt es in den usa eine bewegung von adoptierten, die sich fuer die herausgabe der behoerdlichen akten betr. ihre herkunft einsetzen)
mir selber wurde auf ein schreiben an die army um herausgabe von informationen und trotz einem von mir erbrachten nachweis der leiblichen kindschaft meinerseits zu meinem us-amerikanischen vater, der ein veteran ist, mitgeteilt, ich erfuelle nicht die kriterien fuer die herausgabe von informationen (verwandtschaft!!!!).
von einer anderen behoerde (in einem anderen bundesstaat) erhielt ich allerdings sehr wohl bei genau gleicher beweisfuehrung meinerseits (nachweis der leibl. kindschaft bei gleichzeitiger bekanntgabe der adoption/en) eine geburtsurkunde meines leiblichen vaters, und zwar als seine leibliche tochter, was ja in gewisserweise einem anerkenntnis meiner kindschaft durch eine amerikanische behoerde gleichkommt.
fuer mich ist im falle von adoption das prinzip von "sowohl - als auch" auf allen ebenen massgebend, deshalb stehe ich zu allem, was ich geschrieben habe ...

Titel: Kritik an der Petition
Verfasst am: So Nov 11, 2007 22:03
(...)
nein, man muss nicht eine gaenzliche abschaffung von adoption fordern. dass eine rechtliche doppelverbindung in richtung h wie auch in richtung a moeglich ist, zeigt u.a. die oest. rechtsordnung (womit ich nicht gesagt habe, dass ich persoenlich die oesterreichische regelung ausreichend differenziert i.s. der menschenwuerde des adoptierten menschen finde). wie gesagt, es ist eine frage der rechtskonstruktion. die gesamte rechtsordnung ist ein menschenGEMACHTES konstrukt.
(...)
es gibt ja auch das rechts-konstrukt der doppelten oder mehrfachen staatsbuergerschaft, d.h. hier ist ein mensch in die rechtssysteme zweier oder mehrerer staaten eingebunden. so muesste es eben fuer adoptierte eine rechtskonstruktion geben, welche ihnen sowohl rechte aus der herkunft wie auch aus der adoption bereithaelt. dass es hier zu keinen wie auch immer gearteten u.a. rechtlichen "unvertraeglichkeiten", kollisionen kommt, tja, daran sollten eben beste und kreativste juristen, die die entsprechenden faehigkeiten, den tief-, weit- und ueberblick besitzen, konkret arbeiten.
ich beispielsweise finde es eine zumutung, dass ich nach us-amerikanischem recht als adoptierte mit meinen verwandten in den usa nicht mehr rechtlich verwandt bin (nach oesterreichischem recht bin ich es ja noch!!!!!). dann finde ich es als ungeheuerlichkeit, dass einem - in den usa bspw. - jeglicher zugang zu behoerdlichen unterlagen die herkunft betreffend versagt ist. ich finde es auch eine totale entmeundigung, wenn - wie bspw. in deutschland (wenn ich mich richtig erinnere) - die adoptiveltern um ihre zustimmung gefragt werden muessen, wenn adoptierte als erwachsene und ansonsten gesetzesmuendige buerger ihre herkunft recherchieren wollen. ich finde, es sollte auch herkunfts-eltern von vornherein klargemacht werden, dass sie einst ihrem kind - so es daran interessiert ist - rede und antwort stehen muessen.
etc.
etc.
etc.
(...)
ich bin ganz zufrieden mit meinen formulierungen

Titel: Kritik an der Petition
Verfasst am: So Nov 11, 2007 21:13 ich meine damit all jene rechte, welche jedes leibliche kind ueber die abstammung von seinen leiblichen eltern erhaelt. im falle von adoption koennen sie - ev. - gegenueber den hinzukommenden adoptionalen rechten bis zum zeitpunkt der volljaehrigkeit quasi nachrangig gestellt werden, zumindest manche, vielleicht manche auch laenger, ist alles eine frage der juristischen konstruktion. (was ja bei der dzt. in oesterreich geltenden rechtslage - soweit mir bekannt - ja hinsichtlich der unterhaltspflicht des adoptierten gg seinen h-eltern gilt, die a-eltern sind hier vorrangig zu behandeln). wichtig ist m.e., dass der - zu adoptierende - mensch auch herkunftsmaessig als rechtspersoenlichkeit erhalten bleibt. auch eine ganze gesellschaft hat nicht das recht, einzelnen ihrer mitglieder deren herkunft einfach abzusprechen!!!! dies nicht nur um um dem adoptierten menschen fuer die eigenverantwortete und eigenbestimmte integration seiner herkunft in sein leben tueren offen zu halten, sondern gerade um das geradezu gigantische missbrauchspotential bei inkognito so weit als nur irgend moeglich zu minimieren.

Titel: Kritik an der Petition
Verfasst am: So Nov 11, 2007 18:53
ich habe diese "kritik" nur einmal so ueberflogen ... und ich muss sagen, dieser durch und durch arrogante ton hoert sich fuer mich ganz und gar nach ff und konsorten an ...
diese abqualifizierung der petition musste ja kommen ...
diese abqualifizierung der petition musste ja kommen ... auch gezielt gesetzte demuetigungen, kraenkungen und entwertungen jener, die man eben aus dem blickfeld haben will, sind wohlueberlegte schritte in einer ebenso ausgekluegelten strategie ...
ich spreche aus der perspektive einer adoptierten: wem herkunft enteignet wird, der wird eben BERAUBT, und RAUB wird gemeinhin als KRIMINELLES VERHALTEN qualifiziert ...
ein MENSCH IST UND BLEIBT EBEN MENSCH, SEINE HERKUNFT GEHOERT NICHT NUR ZU IHM, SONDERN SIE GEHOERT IHM ... so sehen das auch die kindermenschenrechte vor ...
in der konsequenten ERSETZUNG der HERKUNFTSINDENTITAET durch eine X-BELIEBIGE ANDERE IDENTITAET setzt sich meinem dafuerhalten nach eine im wesentlichen patriarchale und - wissensmaessig auf der hoehe der zeit eben - technokratische interessenspolitik durch ...
noch was persoenliches aus eigener erfahrung: ERST DIE WIEDERGEWINNUNG VON HERKUNFT AUF SAEMTLICHEN EBENEN hat mich wieder gesünder gemacht ...
aber: bei adoptierten geht es ja letztlich darum, sie ihrer herkunft zu entkernen. ich erinnere mich hierbei an jene psycho"therapeutischen" bemuehungen, welche bei adoptierten "genetisch" bedingte emotionale etc. "altlasten" zu "ueberwinden" trachten (so wie beim klonen eben in eine entkernte eizelle das erbgut eines spenders eingepflanzt wird) ...
exempel: leihmutter traegt als biologischer brutkasten genetisch designtes, gecleartes ivf kind fuer sozial hochwertige eltern aus ... am handling all dieser situationen, an der entwicklung von "standards", die dann grossraeumig umgesetzt werden koennen -, wird dzt. gearbeitet ...
und "gekoedert" werden die "adoptierten" mit den "wunderbaren" "verhaeltnissen", in die sie hineingestellt werden ... (ein koeder, der ja auch bei nicht wenigen herkunfts-muettern eingesetzt wurde), fuer die sie zudem - in den augen der allermeisten - eine lebenslange dauerdankschuld abzugelten haben ... (grausig!!!, aber ich weiss schon, wovon ich rede) ...
und diszipliniert werden die adoptierten mit der gezielten aktivierung alter h-und-a-traumen ... ebenfalls ein leben lang ... (auch das grausig, aber auch hier weiss ich, wovon ich spreche ...)
wir adoptierte (inkl. herkunfts-eltern) sind doch lediglich das experimentiertfeld der familienplaner der zukunft, die einfach nach ihrem gutduenken zusammenfuegen wollen ... ziel: die genetisch-sozio-psycho-intellektuell "hygienisch" "gereinigte" gesellschaft ... und da ist "herkunft", die noch mit irgendwelchen anspruechen verknuepft ist, ja nur stoerend im wege, die muss dann einfach auf allen ebenen beseitigt werden, m.e. wenigstens ... ist eben nur meine eigene meinung ... die zukunft hat schon laengst begonnen!!!!!
DASS ES UEBERHAUPT DIESE PETITION GIBT, IST SENSATIONELL ... DENN ES REDEN DIEJENIGEN, DIE ZUM SCHWEIGEN VERURTEILT WORDEN SIND DURCH ADOPTION bzw. DENEN ALLES ZERTRUEMMERT WURDE, WAS IHNEN GEHOERTE, NOCH BEVOR SIE DEN MUND AUFMACHEN KONNTEN ... (und das ist doch nicht vorgesehen ...)

Titel: Namensänderung bei Adoptivkindern
Verfasst am: Di Nov 06, 2007 18:40
liebe ...,
die namensgebung hat fuer mich (und nicht nur fuer mich) grosse symbolische bedeutung, denn an den namen haengen sich all die anderen rechte an ...
m.e. wird bei adoption so getan, als wuerde der mensch "neu" geboren, aber es ist weder psycho-sozial, intellektuell noch rechtlich der fall, denn es wird dem /zu/ adoptier/t/end/en ja entweder herkunftsidentitaet und daran geknuepfte rechte GERAUBT oder aber VORENTHALTEN, beides sind in meinen augen und nach meinem persoenlichen rechtsempfinden kriminelle handlungen ...
erinnerungssplitter (kanns nicht exakt formulieren): in der antike (ich glaub es war im roem. reich) musste das kind vom vater akzeptiert werden, dann erst erhielt es einen namen und war in die familie aufgenommen ... der vater als herr ueber leben und tod ...
"von geburt an" ... so formulieren es die modernen kindermenschenrechte ...
liebe gruesse
margaretha rebecca

Titel: Gibt es in Sachen Adoption....
Verfasst am: Sa Nov 03, 2007 14:13
ich tue es trotzdem und stehe zu dem, was ich sagte, denn schliesslich weiss auch ich, WOVON ich spreche ...
denn bei adoption ist - fuer mich erkennbar - das allseitige bestreben, die illusion zu vermitteln (unter zuhilfenahme allerlei euphemistischer umdeutungen), dass eben die a-familie die h-familie "vollwertig" ersetzen koenne (das geht ja hinein bis in die biologische ebene, wo a-muetter sich mit allen zu gebote stehenden mitteln bemuehen, z.b. selber zu stillen). darauf beruht die rechtspraxis der sog. "starken" adoption, der inkognito-adoption, wie auch das gesamte rechtfertigungsbestreben derjenigen, die adoption herbeifuehren und unter allen umstaenden befuerworten, egal um welchen preis fuer kind und herkunft ...
aus meinem leben kann ich nur bestaetigen, dass sich die illusion der vollstaendigen/vollwertigen austauschbarkeit/ersetzbarkeit von leiblichen zu sozialen eltern eben als solche herausgestellt hat, auch auf der ebene der erhaltenen lebensfoerderlichen zuwendung/liebe ... und ich denken, hier nicht die einzige unter adoptierten zu sein ...
diese illusion war in meinem fall mit dafuer verantwortlich an den jahrzehnte fortdauernden gesundheitlichen beschwerden, und deshalb ist es fuer mich da an der zeit, klarheiten herzustellen ...

Titel: Gibt es in Sachen Adoption....
Verfasst am: Sa Nov 03, 2007 00:21
ich kann adoption heute nur noch dann etwas positives abgewinnen, wenn einem tatsaechlich verwaisten kind ein leben in einer es liebenden familie ermoeglicht wird, die es um seiner selbst willen annimmt, d.h. mit allen herkunfts-rechten, der herkunfts-identitaet und herkunfts-geschichte ...
das allerbeste fuer ein kind ist, in seiner leiblichen familie (und wenn die auch "nur" aus seiner leiblichen mutter besteht!!!!) aufzuwachsen, vorausgesetzt, die leibliche familie liebt dieses kind ... die liebe von leiblichen eltern kann durch keine andere elterliche (pflege, adoption etc.) wirklich vollwertig wettgemacht/ersetzt werden!!!!!!
die entfernung aus der leiblichen familie bleibt IMMER als TRAUMA im "entfernten" menschen gespeichtert, selbst dann, wenn seine trauma-bewaeltigung darin besteht, alles an der neuen situation zwanghaft in positives licht zu tauchen ... aber sogar dieses licht wirft seine schatten, und darin ist das urspruengliche trauma der absoluten trennung erkennbar ... (ich selber kann aus ein erfahrung ein liedlein davon singen ...)

Titel: Gestern bin ich auf meinen leibl Vater getroffen
Verfasst am: Di Okt 23, 2007 11:03
ich als adoptierte frage mich natuerlich schon, ob es denn meine zentrale lebensaufgabe ist, meinen a-eltern IMMER WIEDER versichern zu MUESSEN, dass SIE meine EIGENTLICHEN eltern sind ... (nicht selten empfinde ich das wie eine emotionale dauererpressung!!!!) auch darin kommt ja im grunde die ganze UNSELBSTVERSTAENDLICHKEIT der adoption zum ausdruck!!!! die TOTALE UND ANDAUERNDE UEBERSTRAPAZIERUNG DES EMOTIONALEN UND SOZIALEN FAKTORS ... (sich einmal DAVON zu befreien, ist auch ein ganz gewaltiger zugewinn an INNERER FREIHEIT, das kann ich tatsaechlich aus eigenerfahrung heraus bestaetigen!!!)
wieso muessen adoptierte sich derart um die aengste und befuerchtungen ihrer a-eltern kuemmern, wenn sie sich auf ihre leibliche herkunft zubewegen (mit allem, was da eben dabei sein mag ...), sind adoptierte gerade in dieser phase ja in allererster hinsicht mit ihren eigenen aengsten und befuerchtungen, dem aufblitzen alter trauma-erfahrungen befasst und sollten einfach das verstehen und verstaendnis der a-eltern FUER SICH in anspruch nehmen koennen ....
wieso ist es denn so schwer, den jeweiligen eltern einfach den ihnen angemessenen platz im a-leben einzuraeumen ... wieso wird denn da auf a-seite DERMASSEN um die emotionen des adoptierten menschen GERUNGEN ...

Titel: Vaterschaftsanerkennung im Adoptionsverfahren
Verfasst am: So Okt 21, 2007 20:32
...,
danke fuer eure ausfuehrungen ...
ich denke gerade tritioms beispiel zeigt wieder einmal auf, wie menschenunwuerdig da mit herkunfts-eltern umgesprungen wird.
danke jedenfalls, ..., dass du dir trotz psychischen wogengangs das antust, und mir/uns ueber deine situation berichtest!!!! danke!!!!
jede einzelne geschichte von herkunfts-muettern ist fuer uns adoptierte sehr wichtig, denn sie laesst uns auch erahnen, welches drama sich einst in unseren leiblichen muettern abgespielt haben mag ... und dies hilft uns, unserer ausgangssituation wieder jene wuerde zurueckzugeben, die ihr, uns und unseren leiblichen muettern damals zerstoert wurde ...
liebe gruesse und nur gutes auf deinem/euren schwierigen weg ...
margaretha rebecca

Titel: Suche kontakte zu Amerikanischen GI Kinder ..
Verfasst am: Fr Okt 19, 2007 22:03
...,
du weisst ja, es spielen bei uns bk-kids einfach noch viele politische, ja martialische aspekte mit hinein ... "kind des feindes" ... usw ...
hier spielt ja fuer die leiblichen eltern nicht selten "die verfehlung gegen das eigene land" eine rolle in der negativbewertung des verhaltens, wofuer wir der sichtbare beweis sind ... je naeher am eigentlichen kriegsgeschehen wir geboren wurden, deren folge eine besatzung durch die siegermacht war, umso staerker, maechtiger und gnadenloser die ressentiments ...
und sich all dieser zusammenhaenge bewusst werden zu wollen ist keine einfache angelegenheit ... jedenfalls auch eine, der ich selber versucht habe, gezielt aus dem weg zu gehen ...
so viel for now
liebe gruesse
margaretha rebecca

Titel: Was bedeutet Adoptiert sein für Euch?
Verfasst am: Fr Okt 19, 2007 21:38
adoptiert-worden sein bedeutet fuer mich neben erfahrungen unwahrscheinlichen gluecks in den ersten lebensjahren mit meinen a-eltern, das ich - aus heutiger sicht - lieber als herkunfts-mensch geschenkt erhalten haette wollen, auch von meinen a-eltern, eine unaufhoerliche lebenskatastrophe, die mich als negatives gesamtgesellschaftliches dauerprogramm in den klauen hielt (ich war eine marionette in den mich dauerkontrollierenden faeden des adoptions-ueberlebens-"spiels" bzw. schlicht eine gefangene in der adoptions-ZWANGSJACKE, die neue identitaet hatte leider AUCH DIESE FUNKTION) und auch noch (insbesondere durch das zweimalige unerwartete gefunden werden, welches sich in wesentlichen bereichen negativ entwickelte in beiden faellen) in form von verheerenden emotionalen vulkanausbruechen und darauffolgenden tsunamis, die erst einmal emotional und geistig abermals jahre lang ueberlebt werden mussten, auf jahrzehnte hinaus psychisch, gesundheitlich, materiell und sozial absolut schaedigten ...
die zweite adoption durch meinen jetzigen adoptiv-vater ermoeglicht mir eine gewisse DISTANZ zu ALLEM bislang ERLEBTEN ... DAS TUT MIR UNENDLICH GUT!!!!

Titel: Erfahrungen mit der H-Mutter
Verfasst am: Do Okt 11, 2007 23:17
die leibliche mutter kann i.d.r. genauso wenig dafuer, wenn sie auf eine einbahnstrasse geschleust wird, an deren ende NUR noch die option adoption fuer sie da ist ...
und die adoptiv-eltern haetten - unter den derzeitigen von mir nicht als foerderlich angesehenen rahmenbedingungen von adoption - zumindest die MOEGLICHKEIT, einen offenen weg zu waehlen ... ZUM WOHLE DES KINDES ZUERST, LETZTLICH ABER ZUM WOHLE ALLER!!!
natuerlich sehe ich als adoptierte zunaechst auch einmal NUR meine eigene perspektive, denn ich MUSSTE mich ja - ob ich nun wollte oder nicht - mit meiner adoption "arrangieren" (ist viel zu freundlich gesagt!!!) ... ich zumindest wuchs auf im glauben, dass ich nicht gewollt war, dass meine leibliche mutter, meine leiblichen familien keinerlei interesse an mir haetten etc. ... dass da zwar das ein und andere daran stimmte, allerdings sich die ganze angelegenheit als sehr vielschichtiger und mir freundlicher gesonnen erwies, zeigte sich erst, als ich bereit war, mich laengerfristig auf die geschichte meiner leiblichen herkunft ueberhaupt einzulassen ... und das war auch erst mit therapeutischer unterstuetzung moeglich ...

Titel: Erfahrungen mit der H-Mutter
Verfasst am: Do Okt 11, 2007 22:51
tja, dafuer sorgt schon die adoptionale realitaet, dass dieses sich NICHT EINSTELLEN KANN, auch dann nicht, wenn die leibliche mutter unter ihr und IHREM kind wohlwollenderen bedingungen durchaus faehig und bereit waere, ihr kind zu lieben ... (und dass ein leibliches kind die liebe seiner leiblichen mutter/eltern im normalfall annimmt und zurueck schenkt, daran zweifle ich eigentlich nicht ...) ...
dieses totale cutten auf saemtlichen ebenen, das SO in den allermeisten faellen ja gar nicht notwendig waere, erzeugt den entsetzlichen bruch zwischen kind und leiblicher mutter (leiblichen eltern und verwandten) ...

Titel: Zum Anschauen und für zum Nachdenken
Verfasst am: Do Sep 06, 2007 17:21
warum den so heftig? wer auch immer hinter den worten steht ... mich - und wahrscheinlich nicht nur mich - hat schon so manches aus mancher feder hier zutiefst und fortgesetzt verletzt ... aber wir kennen ja die dahinter stehenden intentionen ...
ich werde jedenfalls ebenfalls bei "meiner linie" bleiben ... mutige menschen sollen "die dinge" ruhig beim namen nennen, den sie verdienen, da bin ich ganz bei brigitte!
inkognito-adoption ist eine menschenverachtende und barbarische adoptions-praxis, denn sie behandelt manche der betroffenen menschen WIE MUELL, das ist eben FAKTUM ... UND DESHALB SOLL SICH DARAN AUCH ETWAS AENDERN!!!!! IM INTERESSE ALLER KÜNFTIGEN ADOPTIV-KINDER (auch jener in den heimen, die so sehr auf menschliche zuwendung und eine familie warten, aber wieviele prozentuell an der gesamtzahl dieser kinder werden denn eigentlich in die adoption vermittelt und in welchem alter, haben denn adoptions-willige wirklich grosses interesse an "adoptions-schrott", an kindern mit grossen psycho-sozialen defiziten, also jenen, die die ganz besondere zuwendung durch die gesellschaft, durch konkrete menschen und familien noetig haetten?))) UND HERKUNFTS-ELTERN UND KÜNFTIGEN ADOPTIVELTERN!!!
natuerlich frage ich mich da auch immer aufs neue, ob ich denn "angenommen" worden waere von so manchen ado-"willigen", die sich da nach einem gesunden, knuddeligen, huebschen baby sehnen, ich abgemagertes, haessliches, krankes, bruellendes nichts mehr ... meine mama hat mich ohne wenn und aber mitgenommen und hat um mein leben gekaempft, sie war die einzige ... sie allein hat es geschafft schliesslich ... ich denke heute aus ueberzeugung: die wenigsten a-eltern, die mir so bekannt geworden sind im laufe der jahre, haetten MICH damals gewollt ... war wohl nicht zum kuscheln geeignet ...

Titel: Zum Anschauen und für zum Nachdenken
Verfasst am: Di Sep 04, 2007 22:45
adoption - UNTER MENSCHENWUERDIGEN RAHMENBEDINGUNGEN FUER ALLE BETEILIGTEN - KANN eine positive alternative sein, einem tatsaechlich von seinen leiblichen eltern und familien verlassenen kind eine familie und ein zuhause zu geben ...
ich selber bin ebenfalls froh, adoptiert worden zu sein. allerdings war mir jahrzehntelang die bedeutung von "herkunft" nicht klar. ich hatte jahrelange therapeutische begleitung noetig, um vor und fuer mich zulassen zu koennen - gerade im angesicht der eiseskaelte meiner leiblichen eltern mir gegenueber - , dass meine leibliche herkunft eine einzigartige existentielle, aber auch lebensgestaltende bedeutung fuer mich hat!!!!! es wuerde nun viel zu weit fuehren, um das detailliert auszubreiten ...

Titel: Zum Anschauen und für zum Nachdenken
Verfasst am: Di Sep 04, 2007 20:19
hi ...,
so viele adoptierte gibt es, die deine erfahrungen machen!!!! und dann gibt's da immer wieder auf's neue diese inkognito-verfechter?!!!
dass es extremsituationen geben mag, die eine vollkommene trennung von den leiblichen eltern und verwandten auf jahre hinaus erforderlich machen, will ich nicht bestreiten. diese faelle rechtfertigen allerdings nicht die generelle inkognito-praxis!!! im gegenteil, eine sinnvolle regelung muesste anders herum funktionieren: der/die adoptierte behaelt bei adoption seine herkunfts-rechte, auf die er spaetestens ab volljaehrigkeit, so er dies will, wieder zugreifen koennen soll. adoptionale rechtsbestaende kommen HINZU, ERSETZEN ABER NICHT HERKUNFTSRECHTSBESTAENDE. fuer spezielle faelle, die allerdings ausreichend begruendet und gerichtlich festgestellt sein muessen, sollte es tatsaechlich ein ausforschungsverbot, vielleicht sogar lebenslang auf herkunfts-seite geben. hier geht es um personenschutz. wenn der/die adoptierte eines tages allerdings schritte in richtung herkunft setzen will, sollten hier die rechtlichen, administrativen etc. tueren offen stehen.
wie schon des oefteren festgestellt wurde, machen diese extremfaelle einen geringen anteil an den adoptionen aus, muessen aber immer wieder fuer das gesamte inkognito-adoptions-system als plakative rechtfertigung herhalten. und das ist v.a. absolut unfair gegenueber jenen frauen, die in erster linie aus purer not, mangelnder familiaerer und staatlicher unterstuetzung sowie mangelhafter informiertheit sich in den finsteren einbahntunnel adoption treiben liessen an dessen ende sie dann nicht nur ihr kind verloren haben, sondern ihr kind auch sich selbst verloren hat ...
natuerlich muessen jetzt leute auftreten, die dieses system preisen, klar, aber, sherry, die form wie dies nun geschieht, ist, rueckblickend auf die letzten sechs jahre in diesem und seinen vorgaengerforen, NEU!!!! ich meine, eine ahnung zu haben, WARUM dies so ist ...
what shall's, wir werden unbeirrt weiter schreiben ... und uns von niemandem in irgendein box-horn mehr jagen lassen ...
ich gruesse dich lieb
us-bk-hugs
margaretha rebecca

Titel: Zum Anschauen und für zum Nachdenken
Verfasst am: Di Sep 04, 2007 19:58
na ja, auch diese positionen sind ja nichts neues mehr ... dass ich nicht allen abnehme, dass sie adoptiert seien, ist ebenfalls nichts neues ... ist nur meine persoenliche meinung!!!!
ja ja, es ist kein schoenes gefuehl, sich in einem der "muellkuebel" der gesellschaft wiederzufinden ... jedenfalls fuer mich nicht in der auf- und "ver"-arbeitungsphase meiner eigenen adoption ...

Titel: Zum Anschauen und für zum Nachdenken
Verfasst am: Di Sep 04, 2007 19:37
na ja, das kindeswohl ...
dass die gegenwaertige inkognito-adoptions-praxis zielgenau am kindeswohl VORBEI agiert sollte inzwischen wohl auch kein geheimnis mehr sein, oder?
was sie befoerdert ist einen gesamtpersonalen MISSBRAUCH am adoptierten menschen ...
der adoptierte mensch wird in die adoption "entsorgt", und WOHIN wird das leiden der herkunfts-muetter/eltern/familien entsorgt?
und das alles soll tatsaechlich "zum wohle des kindes" geschehen?

Titel: Die Spitze des Eisberges
Verfasst am: Do Aug 23, 2007 18:31
hallo ...,
koennte es denn sein, dass auch deshalb "mythischer" "nebel" "individueller" "heilstat" um den ganzen adoptions-vorgang gelegt wird, weil im grunde klar ist, dass hier etwas ungeheuerliches geschieht?!!!! vielen muettern werden ihre kinder regelrecht abgepresst, ihnen die "schuld" an der weggabe "in die schuhe geschoben", denn sie haben ja "die unterschrift" "geleistet", den meisten leiblichen vaetern wird die gelegenheit "zur flucht aus der verantwortung" ermoeglicht, den kindern wird die herkunfts-identitaet geraubt und der zugang zur eigenen herkunft auf saemtlichen ebenen i.d.r. ein leben lang verbarrikadiert, nein, sie wird ihnen i.d.r. ein leben lang zerstoert, sie werden in fremd-zusammenhaenge gepresst, von denen im grunde keiner wissen kann, dass "es" jemals "gut gehen wird", und den zumeist bis dahin kinderlosen adoptiv-eltern die gelegenheit gegeben, ihre infertilitaet "auszugleichen" durch "soziale fruchtbarkeit".
der "mythische nebel" muss also eine ganze menge einhuellen und moeglichst undurchdringbar sein, damit das, was da geschehen ist, und weiter geschieht, nicht, moeglichst niemals das "tageslicht" der "wahrheit" erblickt ... ein mensch wird schlicht und ergreifend von a nach b transferiert, not und elend, welche die meisten h-muetter zur "unterschrift" zwangen, wird der einfachheit halber ausgeblendet und a-"kind" (das es immer bleiben soll und vielfach bleibt, nicht umsonst bezeichnen sich erwachsene vielfach als adoptiv"kinder") sollte nach moeglichkeit happy-sonnen-kid spielen, denn schliesslich wollen nun endlich eltern eltern und rundum gluecklich und gesellschaftlich anerkannt sein ...
wenn aber dieses sonnenschein-wesen eines tages sich fragen stellt, die fuer jeden menschen selbstverstaendlich sind, naemlich nach dem woher, wie, wohin der eigenen existenz, laesst man sie bestenfalls ein bisschen "wurzel-suche" "spielen" (um die beziehungen in der a-familie zu festigen?!!!).
wenn aber dieses sonnenwesen ploetzlich meint, eigentlich will es sich zu seinen urspruengen, zu seiner herkunft BEKENNEN, wenn es ALLES, EINFACH ALLES WISSEN WILL, WENN ES NACH DEN HERKUNFTSRECHTEN AUSSCHAU HAELT UND ENTDECKT, WAS IHM DA VORENTHALTEN WURDE ... WENN ES DAS LUEGENGEWEBE ANFAENGT ZU ERKENNEN UND ES ENTWIRRT - UND WENN DIESER MENSCH DANN ERKENNT, WELCHE AUSWIRKUNGEN DIESER RAUB UND DAS GELUEGE AUF SEIN GANZES LEBEN GEHABT HABEN, TJA DANN, liebe leute, DANN IST DER ZEITPUNKT ERST RECHT GEKOMMEN, WO ES HEISST: "JETZT ABER RAUS AUS DEM TEMPEL MIT DIR, DU UNDANKBARE KREATUR!" ... ich betone, dass ich nun VON MEINER PERSOENLICHEN ERFAHRUNG SPRECHE ... vielleicht erkennt sich der ein und andere adoptierte mensch darin auch wieder ...
und meiner persoenlichen einsicht nach steht die individualisierte "mythische" "vorgangsweise" im adoptions-procedere sehr wohl fuer ein rational durch und durch kalkuliertes mikro- und makro-soziales "gesellschaftliches" "krisenmanagement" ... und die struktur dieses kalkuels ist dazu angetan, in mir immer aufs neue uebelkeit, und zwar ganz real, zu erzeugen ...
auch fuer mich, brigitte, ist adoption - gerade in der phase nun, wo ich aufarbeite, verarbeite, das aufwachen von einem albtraum in den naechsten, glaub mir ...
so, that's it for now
liebe gruesse aus wien

Titel: Vorurteile
Verfasst am: Mi Aug 22, 2007 06:49
liebe ...,
1. das thema dieses threads ist "Vorurteile" ... hier habe ich einige der vorurteile verknappt beschrieben, unter denen ich als adoptierte zu leiden hatte (und nicht nur ich)
2. der begriff "sexueller abfall" hat mich, als ich ihn vor einigen monaten in einem gaestebuch vorfand, getaetigt von einem sich selber als leiter eines heimes bezeichnenden, selber total schockiert und ich habe bereits damals hier im forum - mit nennung des zitats - darueber geschrieben. wie soll ich denn mein entsetzen ueber so eine wortwahl zum ausdruck bringen, wenn ich sie nicht zitiere? es sollten noch viel mehr unehelich geborene, heimkinder, adoptierte, besatzungskinder etc. darueber berichten, mit welchen ausdruecken sie im laufe ihres aufwachsens von ihren "erziehern" "bedacht" worden sind!!!! das sind nicht wenige, die da berichten koennten, tun es aber aus scham nicht. denn schliesslich geben sie damit auch - vor sich selbst - zu, WIE entwuerdigend sie behandelt worden sind, und wer tut das schon gerne!!!!!! ich persoenlich habe keine scheu mehr davor, auszusprechen, mit was fuer ausdruecken ich beworfen worden bin als maedchen (nicht von meinen a-eltern!!!): "zigeunerbalg", "letzter dreck", "hure", "drecksau", "flittchen" ... um nur einige zu nennen ...
3. zahlreiche vorurteile gegenueber unehelich geborenen, aus unterschiedlichen ethnien als sog. "mischlinge" stammende menschen, adoptierten etc. sind in der tat extrem haesslich und schaffen fuer den jeweils betroffenen menschen "duestere" lebenssituationen, haben furchtbare gesundheitliche folgen etc. ...
... zitate sind immer sehr wichtig und interessant!
... antwortet, wann sie es fuer richtig haelt!!! sie teilt zudem mein schicksal als us-besatzungskind nach wkII!
ueber das, was zur schliessung der vorgaenger-foren fuehrte, besitze ich eine dokumentation im umfang von hunderten seiten!
ich werde eben nicht aufhoeren, meinen finger auf die "faulen" stellen im adoptions-system zu legen ... wie ..., ... und andere auch nicht ... und ... ich greife NIEMANDEN persoenlich damit an!!!!!
liebe gruesse und auf gute diskussionen, ...
margaretha rebecca

Titel: Vorurteile
Verfasst am: Di Aug 21, 2007 13:12
"... hat folgendes geschrieben:
'In den 1950er Jahren waren diese farbigen Kinder allen denkbaren Vorurteilen hilflos und ungeschützt ausgesetzt. Die kleine Erika, 1947 geboren als Kind eines afroamerikanischen Besatzungssoldaten und einer deutschen Mutter, die später einen ebenfalls deutschen Mann heiratete, wurde mit sieben Jahren von der Mutter und ihrem Stiefvater schließlich auf Drängen des Jugendamtes in ein Heim geschickt. Der Leiter des Amtes begründete die Entscheidung:
„Frau Popp, es ist das Beste für ihr Kind. Hier in der Kleinstadt hat es keine Zukunft. Wenn es älter wird, wird es vielleicht seelisch labil, auf jeden Fall wird es für Männer Freiwild sein, uneheliche Kinder bekommen, alkoholsüchtig werden und was weiß ich sonst noch. Wollen Sie das denn? Und vergessen Sie nicht, Frau Popp, Sie haben noch eine Tochter. Wenn sie Erika nicht weggeben, dann gefährden Sie zugleich die Entwicklung ihrer anderen Tochter. Schließlich und endlich haben Sie es sich selbst zuzuschreiben, ein Negermischlingskind in eine so feindliche Welt gesetzt zu haben. Wenn Sie sich nicht entscheiden können, Frau Popp, werden wir es für Sie tun müssen.“ (Hügel-Marschall, Daheim) Für die kleine Erika begann in dem übermäßig strengen Heim die Odyssee ihrer Kindheit, in der sie den Vorurteilen nicht nur der anderen Kinder sondern auch der Erwachsenen hilflos ausgeliefert war.'
liebe ...,
vielen dank fuer's einstellen der interessanten literaturzitate!!!!! sie tragen immer wieder zur guten information "von aussen" bei ...
obiger zitatausschnitt zeigt einmal mehr, mit welch ungeheuerlichen zuschreibungen z.b. besatzungskinder, insbesondere solche, denen ihr status schon rein aeusserlich anzusehen war, bedacht und welche schicksale ihnen AUFGEBUERDET wurden: sie wurden als von grund auf "verdorben" und als "gefahr" fuer die "normale" menschliche gemeinschaft gesehen und dementsprechend von diesen menschenverachtenden "vollstreckern" behandelt, fuer die solche menschen ja bestenfalls als "sexueller abfall" anzusehen waren (und immer noch sind, wenn ich mir einen erst unlaengst von einem "heimleiter" getaetigten gaestebucheintrag in erinnerung rufe!)
in solchen hirnen (ich verallgemeinere bewusst nicht!!!!) weitergedacht sind dann wohl derartige "restbestaende" eines allzubekannten "fehlverhaltens" (stichwort: hwg) eigentlich doch viel zu "minderwertig" als kindersatz bei adoption, tja, um wievieles mehr muss man da die a-willigen und a-eltern bewundern, dass sie sich mit derartigem "second-hand-material" die finger schmutzig machen, nerven und geld opfern ... denn, was kann "bei so jemanden" schon heraus kommen ... deshalb ist es also nur "recht und billig", wenn diesen aus der gesellschaftlichen finsternis stammenden gestalten die chance auf ein sorgenfreies leben "geboten" wird, dass sie gefaelligst auf ihre herkunft "pfeifen", sie dort lassen, wo sie hingehoert, naemlich im "kanal", jedenfalls nicht als schmutz hineintragen in die wohlbehueteten und "geordneten verhaeltnisse" adoptionaler "ordnung" ...
einiges von diesem wahnsinn habe ich auch abbekommen, und - gleich sysiphus - habe ich mich ein leben lang bemueht, meine "angeborene schlechtigkeit" durch "leistung" "auszugleichen", durch das bemuehen, "gut zu sein" ... aber im grunde hat das ja kaum jemanden interessiert ;-))))), denn mit jeder kleinen fehl-handlung kippte ich fuer diese leute ja wieder "zurueck" in den "morast", aus dem ich einst gehoben wurde ...
ich fordere immer wieder auf`s ´neue:
adoption muss auf saemtlichen ebenen (auch rechtlich, international etc.) derart geregelt werden, dass herkunft erhalten bleibt!!!! es muss einmal aufhoeren, dass kinder ganz selbstverstaendlich wie dreck behandelt werden, und dann noch unter dem vorwand des kindeswohls ...
bitte: niemand, und ich wiederhole NIEMAND soll sich von mir angegriffen fuehlen, der sich bemueht, adoption - unter eben dzt. gegebenen "reduzierten" bedingungen - wenigstens nach allen betroffenen seiten menschenwuerdig zu leben!!!!
liebe gruesse
margaretha rebeca

Titel: Ängste eines Adoptivkindes
Verfasst am: So Aug 19, 2007 20:36
also ich finde diese zwanghafte positionierung als "glueckliche adoptierte" gegenueber den "ungluecklichen adoptierten", die hier gelegentlich betrieben wird, einigermassen deplaziert und auch schlicht und ergreifend nicht stimmig im zshg mit adoption (um nicht zu sagen, direkt laecherlich!!!) ...
dies ist auch nach sechs jahren mitschreiben im fasen-forum und seinen "nachfolge"-foren, das erste mal der fall, dass "manche" "adoptierte" sich zu dieser "adoptions-identitaetsstiftenden" "abgrenzung" bemuessigt sehen ... schon eigenartig ...
ich wuerde mich als adoptierte sehen, die sehr schoene erfahrungen gemacht hat mit adoption und ebenso sehr miserable, und ich denke, das ist wohl bei den allermeisten adoptierten der fall ...
ich wuerde mich durchaus auch als adoptierte sehen, die einen sehr, sehr weiten weg zurueck zu ihrer herkunft zuruecklegen musste, also kommen mir so manche "distanz"-argumente der sog. "gluecklichen adoptierten" hier einigermassen "bekannt" vor, denn ich habe vieles davon selber gedacht und empfunden ...
heute weiss ich aber, dass ich zahlreichen falschen negativ-meldungen meine herkunft betreffend aufgesessen bin, und ich sehe es heute als weiteres verbrechen an, mir ein derart negatives bild meiner herkunft zugemutet zu haben (meine a-eltern entlaste ich von vornherein ...)
ich moechte von all dem schoenen, das ich insbesondere in den ersten lebensjahren bei meinen a-eltern erlebt habe - und es war eine zeit des gluecklichseins, das ich nicht beschreiben kann - , nichts missen. dieser grosse "vorrat" an "sonne", hat viele kommende finsterzeiten zu erhellen vermocht!!! danke mama, danke daeda!!!!!
und gleichzeitig sehe ich jene adoptierte, die genau davon NIEMALS etwas erhalten haben, sherry, bonnie, tweetylein und viele andere ... und ich sage mir - ja, sherry, du hast recht!!!! - ich muss froh und bescheiden sein mit meinem glueck, denn andere haben es eben nicht erhalten ... immer wieder habe ich mich naemlich gefragt, was denn wohl aus mir geworden waere im spaeteren leben, wenn ich diese wunderbare liebe meiner a-eltern nicht erhalten haette in meinen acht ersten lebensjahren ...
an all jene, die mich jetzt wieder "steinigen" werden fuer dinge, die ich sowieso nicht verstehe: ich lass mir zeit mit dem lesen und werde mich wieder bemerkbar machen, wenn diese leute sich beruhigt haben werden ...
liebe gruesse an alle adoptierten
margaretha rebecca

Titel: Adoptiveltern und die positive Seite der Adoption.
Verfasst am: Fr Aug 17, 2007 21:44
hallo ...,
auch ich finde deine idee zu diesem thread sehr gut!!!!
wie schon so oft, kann ich auch nur sagen, dass ich meine a-eltern buchstaeblich ueber alles geliebt habe und immer noch liebe. leider sind sie schon lange, lange verstorben. meine a-mama hat mir das leben gerettet und mein a-vater hat mir meine ausbildungs-wuensche - gegen den willen seiner zweiten frau - erfuellt. beide haben mich sehr, sehr geliebt, von ihnen hatte ich keinerlei negative - auch nicht unausgesprochen emotional - botschaft zu meinen leiblichen eltern.
dass ich durch das naehere und weitere a-umfeld teilweise katastrophale erfahrungen gerade als adoptierte machen musste, kann ihnen nicht zugeschrieben werden. ebensowenig kann ihnen zugeschrieben werden, dass sie innerhalb gesellschaftlicher rahmenbedingungen agierten, welche menschenverachtende adoptionale praktiken betrieb.
soweit mir bekannt, haben sie sogar - in geringem umfang, aber doch - kontaktwuensche meiner leiblichen eltern (vaeterlicherseits) und verwandten (muetterlicherseits) angenommen und gepflegt. allerdings haben sie mir niemals darueber erzaehlt.
meine liebe zu meinen a-eltern war sogar seinerzeit so gross, dass ich richtig frustriert und wuetend war, nicht ihr leibliches kind zu sein ...
aber heute sage ich, meine herkunft haette mir niemals vorenthalten werden duerfen, auf keiner ebene ...
margaretha rebecca

Titel: Väter kämpfen für ihre Kinder
Verfasst am: Fr Aug 17, 2007 21:24
aus der erfahrung meines eigenen lebens weiss ich, dass der vater eines kindes genauso zu seinem leben gehoert wie seine mutter, denn ohne seine mitwirkung waere das kind schlicht und ergreifend nicht in der welt.
jedes kind HAT DAS RECHT AUF SEINEN BIOLOGISCHEN VATER. dies sollte sowohl dem vater als auch der mutter klar sein. jedes kind leidet verzweifelt in sich hinein oder agiert dies irgendwie nach aussen ab, wenn auf seinem ruecken partner-probleme - welcher art auch immer - ausgefochten werden. ich denke, auch wenn partner nicht mehr miteinander kommunizieren koennen, so sollten sie wege finden, dem kind das wissen um beide elternteile und - wenn moeglich - den kontakt zu beiden elternteilen zu pflegen!!!!
sogar dann, wenn der leibliche vater ein leben lang absent war - wie in meinem fall - besteht die notwendigkeit - wenn dies gewuenscht wird vom betroffenen menschen - ihn kennenlernen zu koennen, zu ihm auch in rechtliche beziehung treten zu koennen und ihm damit mitzuteilen, es gibt - zu achtende - bande zwischen uns ...
DESWEGEN habe ich eine gerichtliche feststellung der vaterschaft angestrebt ... DAS hat mich von der innern LAST befreit, BASTARD (ein mensch, fuer den von vornherein leiblicherseits keine verantwortung uebernommen wird vom vater ...) zu sein ...

Titel: Wut, Trauer, Ängste
Verfasst am: Mo Aug 13, 2007 19:08
unter bestimmten voraussetzungen kann die entscheidung einer herkunfts-mutter zur adoptions-freigabe durchaus eine entscheidung FÜR das kind sein, und zwar mit der motivation, dass sie diese entscheidung aus LIEBE ZUM KIND trifft!!! und wie mir inzwischen klar geworden ist, treffen die ueberwiegende mehrheit!!! der herkunfts-muetter diese entscheidung aus einer solchen motivation heraus!
ich persoenlich war meiner leiblichen mutter eigentlich niemals "boese", dass sie mich zur adoption gegeben hat, denn meine annahme war, dass sie damit ETWAS GUTES FUER MICH WOLLTE. und ausserdem erhielt ich auf diese weise wunderbare adoptiv-eltern. (meine wut auf meine leibliche mutter hat/te ganz andere quellen!!!)
eine gesellschaft tut diesen frauen ein sehr, sehr grosses unrecht an, wenn sie sie unisono in das bild der "asozialen" "schlechten" "rabenmutter" und der "verwerflichen person" setzt, unterschrift hin und her ... ebenso ist es ein moralisch-ethisches verbrechen an uns adoptierten, uns dieses bild unserer jeweiligen herkunfts-mutter zuzumuten, es ist ein grosser nachmaliger vernichtungsakt auf unserer seelenebene ... und ... genau das erschwert - neben anderen faktoren - so sehr, ein positives zugehen auf unsere leiblichen muetter/eltern im zuge einer moeglichen reunion ...
dank an brigitte, bianka, reni (vom alten forum), witha, darky, claudia ... an euch alle herkunfts-muetter, dass ihr mir geholfen habt, mein bild von euch, und damit auch meiner eigenen leiblichen mutter, in ganz entscheidenden punkten zu veraendern!!!!!

Titel: Was für erwartungen haben denn wir Adoptierte an unsere H-El
Verfasst am: Sa Aug 11, 2007 19:38
liebe ...,
an sich habe ich dem, was ich o. geschrieben habe, nichts hinzuzufuegen ... will aber deine vermutung in richtung der a-eltern nicht verneinen! es ist ja in den aller-aller-meisten faellen so, dass adoptiv-eltern von zwangslagen (welcher art immer) dergestalt vorteil haben, dass sie zu "ihrem" kind kommen koennen ...
gestatte mir eine bemerkung zu deinen "erwartungen" an deine leibliche mutter: ich denke, jede leibliche mutter ist doch im grunde erleichtert, wenn sie erfahren kann, dass ihr kind es bei den adoptiv-eltern gut hatte!!! das zumindest kannst du ihr mitteilen, wenn es zu einem treffen kommt. ich denke, dass es wohl kaum eine herkunfts-mutter gibt, der nicht klar ist von vornherein, dass sie wohl kaum mehr die stelle einer mama fuer das kind wird einnehmen koennen, moeglicherweise gibt es auch solche reunion-faelle, aber die regel werden sie bestimmt nicht sein.
aber bist du denn nicht an ihr als menschen interessiert, an ihren gedanken, gefuehlen, an ihrer familiengeschichte (aus der ja auch DU herausgewachsen bist!). und wenn sie positiv auf dich zukommen wuerde, dir die wahrheit ueber euch beide erzaehlen wuerde, wenn diese geschichte sich als eine erweist, die zugunsten deiner leiblichen mutter spricht, kannst du es dir dann tatsaechlich vorstellen, sie einfach wieder ruck zuck stehen zu lassen, zack, das wars und tschuess ... ich kann mir zwar deine gedanken im vorfeld gut vorstellen, jere, denn sie waren ebenfalls meine eigenen vor geraumer zeit, aber die letzte von mir angedachte situation kann ich mir nicht wirklich vorstellen ...
wenn du deine leibliche mutter wirklich aufsuchst, lass auch dich gut begleiten, gehe schonend auf sie zu, gebe auch du ihr die fuer sie noetige zeit, solange du es fuer dich vertreten kannst (und nicht wieder fuer dich eine situation entsteht, in der du total ins hintertreffen gelangst ... das habe ich naemlich als die totale demuetigung erlebt, bei beiden leiblichen eltern ...) ... und zeige ihr, das lege ich dir ans herz, dass du an ihr als ganzem menschen interessiert bist ...
liebe gruesse
margaretha rebecca

Titel: Was für erwartungen haben denn wir Adoptierte an unsere H-El
Verfasst am: Fr Aug 10, 2007 23:38
tief im herzen habe ich mir wahrscheinlich nichts sehnlicher von meinen leiblichen eltern erwartet, als dass sie mich lieben ... und mir das auch zeigen ...

Titel: Was wünschen sich H-Mütter?
Verfasst am: Mi Aug 08, 2007 16:37
liebe ...,
wir betroffene von adoption sprechen jede/r einzelne aus dem eigenen erfahrungsgrund heraus zueinander. dadurch werden die aussagen auch authentisch. in einem offenen gespraech nimmt sich eben ein jeder auch die freiheit, seine eigenen assoziationen zum gesagten des anderen auszudruecken ... so lange dies in respektvoller und freundlicher weise geschieht, ist das ja ok, oder?!!!
was du hier beschreibst, kenne ich ebenfalls von beiden seiten: ich kann dich sehr gut nachempfinden und -denken, denn genauso habe ich viele jahrzehnte empfunden und gedacht und stehe - modifiziert - auch heute noch dazu. allerdings kann ich auch jenes relativierende argument bestaetigen, das du anfuehrst: bei mir hat nicht das kennenlernen der leiblichen eltern hier einen gravierenden umdenk-prozess eingeleitet, im gegenteil, in dieser phase empfand ich eine geradezu peinlich genau eingehaltene loyalitaet meinerseits zu meinen a-eltern, welche mich - aus heutiger sicht - geradezu daran hinderte, offen auf meine h-eltern zuzugehen! diverse therapeutische versuche konnten an meiner haltung zu adoption rein gar nichts aendern. erst nach jahren meiner - noch laufenden - psychotherapie und damit verbunden ein erst jetzt moeglicher langfristiger kontakt mit meiner leiblichen schwester in den usa, dem ebenso jahre andauernden mitschreiben im adoption.de-forum, das do. von mir einigermassen als "rabiat" empfundene auftreten mancher a-muetter, sowie die tatsaechliche herzens-begegnung mit herkunfts-muettern (witha, bianka, brigitte etc.) im forum haben erst allmaehlich eine erstmals in meinem leben von mir schliesslich zugelassene tiefe identifizierung mit meiner herkunft ermoeglicht (was ganz erheblich - sage ich nun bereits wieder rueckblickend - zu einer verbesserung meiner gesundheit, die seit jahrzehnten massiv angeschlagen war - beigetragen hat), und ich sehe vieles heute so, wie du es in dem von dir als dich nicht respektierend empfundenen "gegenargument" beschreibst ...
also, ich denke, niemand will dir, oder anderen mit ihrer adoption zufriedenen, den respekt versagen oder gar die a-eltern angreifen. aber dass "das system adoption" ein "gutes" ist, kann so ebenfalls nicht behauptet werden, dazu wird allmaehlich - endlich - zuviel an menschelichem elend bekannt, welches gerade dadurch bewirkt wurde und immer noch bewirkt wird ... wirklich ZU VIEL!!!!!! das sind keine einzelfaelle, "ausreisser", "redundante erscheinungen" ... und dieses faktum zu respektieren, und nicht arrogant und zynisch zu konterkarieren, das erwarten sich mit recht jene von adoption betroffenen, die an adoption in einen inneren und aeusseren abgrund geraten sind ... und das ist nicht zuviel verlangt, denke ich ...
bei allen emotionalen "ausrutschern", die uns betroffenen halt gelegentlich "passieren", sollte halt doch immer wieder das bemuehen um den gegenseitigen respekt im zentrum des kommunikativen bemuehens stehen ...
ich hoffe auf weiteren guten austausch mit dir!
liebe gruesse
margaretha rebecca

Titel: An allen im A-Dreieck
Verfasst am: Mo Aug 06, 2007 19:34
lieber ...,
ich schreibe hier u.a. deswegen mit, weil ich inzwischen der ueberzeugung bin, dass das gesamte adoptions-system krankt!!!
u.a. die rechtlichen bestimmungen dazu sind in richtung der leiblichen herkunft (herkunfts-eltern, herkunfts-mensch im adoptierten) schlicht entwuerdigend und menschenverachtend. daran koennen nun einmal auch "die besten adoptiv-eltern der welt" (auch meine waren das fuer mich!!!) nichts aendern. ich denke, die meisten - potentiellen - adoptiveltern wollen daran auch gar nichts aender, denn ihre position in diesen rechtsbestimmungen ist eine ungeheuer starke, wenn nicht die allerstaerkste ueberhaupt im vergleich ... ich wuerde mir sehr wuenschen, dass von adoptiv-elternseite genau daran mehr interesse sichtbar wuerde!!!!!
auch ich war jahrzehntelang ein sog. "glueckliches" adoptiv-"kind" (allein dieser begriff, der fuer den adoptierten menschen ein leben lang verwendet wird, drueckt so einiges aus, was seine gesellschaftliche stellung anbelangt ... immer kind bleiben sollen, in richtung eigene leibliche herkunft NIEMALS muendig werden sollen, duerfen ...) ... nur, so gluecklich war ich gar nicht, ich hab im grossen und ganzen nur mich verzweifelt bemueht, so zu tun, wollte etwas sein, was ich innen gar nicht war und bin ... ja, daran habe ich u.a. wohl ein leben lang gelitten, DASS ICH NIE DIEJENIGE SEIN DURFTE - AUS DEM INNERSTEN HERAUS UND SOMIT AUTHENTISCH BIS IN MEINE LETZTE FASER - DIE ICH WAR UND GEBLIEBEN BIN, OHNE DASS ICH ES NOCH BEMERKTE ...
also, wenn mir ein/e adoptierte/r weismachen will, er/sie sei rundheraus "gluecklich", dann ist das erste was ich mir denke, also "GANZ SO" kann es wohl auch nicht stimmen ... (und ich frage mich natuerlich, ob sich hinter einem ausschliesslich "gluecklichen" adoptierten nicht ein "pr"-beauftragter der adoptiv-eltern-seite verbirgt, wenn ich ehrlich bin ...)
mein wunsch ist nicht, dass so viele kinder als moeglich adoptiert werden, also a-willige zu "ihren" kindern kommen (die in meinen augen nicht wirklich befaehigt sind, eine so schwierige aufgabe wie die adoptiv-elternschaft zu meistern, wenn sie die herkunft des von ihnen angenommenen kindes nicht voll und ganz bejahen koennen mit allen implikationen!!!), sondern dass moeglichst viele muetter in schwierigen situationen so viel hilfe und unterstuetzung erhalten und sich so viel mut nehmen, ihre kinder selber grosszuziehen und sie ZU LIEBEN, auch wenn's schwierig wird fuer sie ... nach dem zu beurteilen, wie meine leibliche mutter ihre weiteren sechs kinder grossgezogen hat, waere ich bei ihr zweifellos in allerbesten haenden gewesen!!!!!!!
ich wuensche mir moeglichst viele adoptions-willige, die bereit sind, ein gaenzlich verlassenes kind MIT SEINER GANZEN HERKUNFT auf- und anzunehmen, es also tatsaechlich um seiner selbst willen anzunehmen, ja, DAS wuensche ich mir, dass ein gaenzlich verlassenes kind (und nicht ein den leiblichen eltern abgekauftes, gestohlenes, abgezwungenes etc.) zu SOLCHEN adoptiv-eltern kommt ...
liebe gruesse
margaretha rebecca

Titel: Das Forum
Verfasst am: Mo Aug 06, 2007 18:28
liebe ...,
wieso sollte denn das forum nicht bestehen bleiben?
das ist ein fantastisches forum!!!!
es ist wohl das erste forum, in dem sich so viele herkunfts-muetter zu wort melden, und das liegt u.a. daran, dass eine herkunfts-mutter, bianka, das forum betreibt. auf diese weise erfahren insbesondere auch wir adoptierten mehr ueber die schicksale dieser frauen, und koennen uns einblicke verschaffen in ihre situationen rund um adoption ja/nein/etc. ... wir erfahren endlich etwas von ihnen als personen, die sie sind, mit all ihren aengsten, noeten, verzweiflungen, sorgen ... und ... ihren freuden ... ihrem anteilnehmen an den schicksalen von uns adoptierten ... ja, haben wir adoptierte uns denn nicht immer danach gesehnt, dass unsere leibliche mutter, unsere leiblichen eltern und verwandten anteil nehmen an unserem schicksal, dass wir ihnen "etwas" bedeuten?!!!!
die art und weise, wie "die gesellschaft" "unsere" herkunfts-muetter ausblendet, das - in den allerallermeisten faellen zu unrecht an sie vergebene - negative image schadet uns immens, denn es verwehrt uns von allem anfang an eine positive identifikationsmoeglichkeit mit unserer leiblichen herkunft und erschwert uns den inneren und aeusseren weg des aufeinander-zugehens ungeheuerlich ... ja, heute sage ich, vielleicht waren es all die negativ-botschaften, die mir da eingeblaeut wurden ueber meine - potentiell "problematische" - leibliche herkunft, die den allergroessten anteil am scheitern meiner beiden reunions mit den leiblichen eltern hatten ... das adoptionale zerstoerungswerk, dessen ziel die vernichtung von herkunft ist, hatte bei mir wohl "ganze arbeit" geleistet ...
gerade fuer junge adoptierte ist es enorm wichtig, hier in diesem forum auf herkunfts-muetter zu treffen, die interesse zeigen an dem schicksal der von ihnen zur adoption gegebenen kinder, die ihre liebe zu diesen ihren kindern offen zeigen, ihre aengste und kuemmernisse offenlegen im zusammenhang mit reunions etc etc etc ... GERADE AUCH WIR ADOPTIERTE VERDIENEN EINE GESELLSCHAFTLICHE REVISION DES BILDES DER HERKUNFTS-MUETTER ... denn die verbannung der herkunfts-muetter/eltern in das finstere schuld-eck ist auch ein verbrechen an uns adoptierten!!!!!!!
fuer dich und deine liebe tochter, euch allen wuensche ich so sehr, dass ihr gut zueinanderfindet, dass die "unterschiede" nicht zu hinderlich werden auf dem weg zueinander ... viel, viel glueck und schoene erfahrungen!!!!
herzlichst
margaretha rebecca

Titel: Das Forum
Verfasst am: Mo Aug 06, 2007 16:50
aus einem bereits andernorts getaetigten statement vom mir:
wir sind nun endlich einmal dort angelangt, wo adoptions-bezogenes LEIDEN von adoptierten und herkunfts-muettern/eltern/familien AUFGEZEIGT wird ... und DIESE leiden wollen auch nicht weiter WEGGEREDET werden, sei's mit der wucht anderer leiderfahrungen, noch durch schoengerede von adoption durch wen auch immer (jedem gluecklich adoptierten goenne ich sein glueck von ganzem herzen, denn es ist beileibe nicht schoen, von diesem goldenen throene zu stuerzen in eine quaelende, stinkende bruehe aus lauter schmerzen ... siehe ... buch!!!)
auch die adoptierten, die heute von einem eck der welt ins andere verfrachtet werden, die als embryonen adoptierten, jene, deren genetische herkunft und die zu ihr gehoerige geschichte in irgendwelchen samenbaenken anonymisiert worden und verschwunden ist, auch jene werden einst ihre fragen stellen!!!! es muessen also sehr wohl die strukturen, innerhalb derer heute adoptionen zustande kommen koennen hinterfragt werden, und da gibt es vieles anzuprangern ... und ... es muss sehr wohl auf die notwendigkeit einer aenderung der gesetzlichen bestimmungen im zusammenhang mit adoption zugunsten der adoptierten und der herkunfts-muetter/eltern/familien aufmerksam gemacht werden!!!
(...)

Titel: Menschenhandel: 60.000 Euro für kleines Mädchen
Verfasst am: Mi Aug 01, 2007 18:13
na ja, vielleicht ist die "heile welt" gar nicht so "heil", habe auch lange in ihr gelebt und sie verteidigt, mit immensem schaden fuer mich selbst letztlich, denn groesstenteils habe ich mich ganz gewaltig selbst belogen ...
fuer mich gibt es nicht "euch" und "uns", es gibt adoptierte, die besser und solche die weniger gut bis gar nicht mit ihrem a-schicksal zurecht kommen ...
an den barbarischen grundstrukturen, den rahmenbedingungen von adoption MUSS sich etwas aendern!!! hier muss zunaechst einmal gehoerig aufklaerungsarbeit geleistet werden, um endlich vom heile-welt-image bei adoption wegzukommen und die NOTWENDIGKEIT FUER EINEN AENDERUNGSBEDARF, ZUALLERERST AUF RECHTSEBENE aufzuzeigen ...

Titel: @lachendesauge
Verfasst am: Mi Aug 01, 2007 06:55
weil die rechte DEM KIND gehoeren, und sonst niemandem, und der ERWACHSENE GESETZESMUENDIGE ADOPTIERTE einst DARAUF ZUGREIFEN koennen soll, WENN ER DAS MOECHTE ...
weil gerade der raub der herkunfts-rechte in verschiedenster hinsicht FATALE folgen fuer den adoptierten menschen hat ...
HERKUNFTSRECHTE DUERFEN EBENFALLS NICHT ENTEIGNET, GERAUBT WERDEN ...
seit mir klar geworden ist, welche interessen im adoptions-zusammenhang am allerstaerksten geschuetzt werden, haelt sich mein "mitleid" mit adoptiv-eltern ehrlich gesagt einigermassen in grenzen ...
aber: ist dir, liebe rote zora, schon einmal aufgefallen, mit welcher hingabe ich meine eigenen adoptiv-eltern immer noch liebe?!!!!

Titel: @lachendesauge
Verfasst am: Di Jul 31, 2007 21:19
wer sagt denn, dass diese familien so "gut" sein werden fuer das kind ...
wenn ein verlassenes kind in eine familie geholt wird um seiner selbst willen gehoert dazu die "mitnahme" aller herkunftsbezogenen daten und rechte (auch wenn dies die gaengige adoptions-praxis, auch die ganz legale mehrheitlich wohl nicht so vorsieht, da die gesetzlichen regelungen inhaltlich anders formuliert sind) ... dergestalt, dass der adoptierte mensch einst eigenbestimmt darauf zugreifen kann ... adoptionale identitaetsmerkmale koennen hinzukommen ... wenn notwendig, kann herkunft fuer die dauer des aufwachsens auch quasi ummantelt werden, aber seine herkunft sollte dem erwachsenen, gesetzesmuendigen adoptierten auf allen ebenen zur verfuegung stehen!!!!
ich wuerde sehr gerne einmal eine adoptiv-familie kennenlernen, die versuchte, so eine regelung fuer ihr a-kind herbeizufuehren!!! oder a-werber, die genau dies versuchen, zu erreichen ... ja, gibt es denn die ueberhaupt?
..., bist du a-mutter oder adoptierte? margaretha rebecca

Titel: @lachendesauge
Verfasst am: Di Jul 31, 2007 20:51
nein, nein, ...,
ich bin keine "exotin", sondern eine ganz und gar "normal" "verkrueppelte" adoptierte, eine koerperhuelse+seelenmatsch, hineingezwaengt in eine mir fremde form ...
was bloss muessen sich meine leiblichen verwandten gedacht haben, als sie mich zu sehen bekamen ... bis in die haarspitzen noch ausgefuellt mit adoptionaler "ideologie" ... voll mit ablehnung und misstrauen, arroganter ueberheblichkeit und distanz gegen meine eigene leibliche herkunft, ja, auch damit hat mir die adoptionale umgebung den weg zu mir selber nicht nur versperrt, sondern regelrecht totalbeschaedigt, auf dass da nie und nimmer ein weg zurueck moeglich sei!!!!!! wie laecherlich muss ich gewirkt haben mit meiner ablehnung meiner leiblichen herkunft, denn habe ich ja damit zugleich mich selbst zutiefst negiert (kamen daher all die koerper-fremdheits/ablehnungs-gefuehle in meinem ganzen leben?) ... und jene, deren marionette ich war, haben zufrieden und still "im hintergrund" gelacht ... mein gott, wie dumm war ich ...
an dir, ..., habe ich immer deine kompromisslose suche nach DEINER wahrheit geschaetzt. und ... du bist MEINER kompromisslosen wahrheit nicht ausgewichen ... du hast vor ihrem schrecklichen gesicht dein gesicht nicht abgewendet ... deine beitraege wurden fuer mich zu meilensteinen auf meinem eigenen weg ZU MIR SELBER!!! danke dir!!!!
nein, nein, ich lasse mich nicht mehr einlullen und fuer s...dumm verkaufen ... das eins-sein mit mir selber ist mir - trotz aller damit verbundenen schmerzen - mein kostbarstes lebensgut geworden ...
und ... mein leben haelt so viel schoenes fuer mich bereit ...
(...)
das ist ein foto, das ich vor kurzem gemacht habe ... :-)))
alles liebe
margaretha rebecca

@lachendesauge
Verfasst am: Di Jul 31, 2007 18:38
...,
bei den allermeisten adoptionen duerfte es wohl darum gehen, kinderlose leute mit kindern zu "versorgen" ... unter dem altruistischen deckmantel des kindeswohls ... das kind hat hier ein leben lang "mitzuspielen" ... wenn der adoptierte mensch naemlich das irgendwann nicht mehr tut, kommt er innen und aussen in ganz gehoerige "schwierigkeiten" ... er/sie steht unter folgendem "gebot": "du sollst das kind anderer eltern sein!"
so lange der/die adoptierte dieses "theater", das fuer ihn/sie sich auf den zentralen lebensebenen zum neverendig surviving-drama ausweitet, ist fuer "alle" "alles" "in ordnung" (daran kann man dann auch buchstaeblich verrecken, das macht denen nichts, ist doch alles ok, oder? da wird einem ungeruehrt zugesehen, wie man gegen die unsichtbaren und sichtbaren waende rennt, und sich den schaedel blutig schaegt, und die "schuld", ja, die hat alt "die herkunft" ...) ... aber wenn er/sie die ihm/ihr zugedachte rolle verlassen will bzw. verlaesst, dann reagiert die - einstmals - doch so "wohl"-"wollende" (war sie es denn wirklich?!!!) adoptionale umgebung eher mit verdeckter bis offener ablehnung bzw. aggression ... habe ich alles schon erlebt ... es gehen dann auch langjaehrige verbindungen zu bruch ...
ach ja, bin ich wieder zu negativ drauf heute? ....... merkwuerdiger tag ist das ... wirklich ...

Titel: Adoptions-Kategorien
Verfasst am: Mo Jul 30, 2007 18:33
hallo,
ich persoenlich hatte mit ...s kategorisierungen, die ich als erste grobe unterscheidungskategorieen sehe, nach denen adoptionen zustande kamen und kommen, noch niemals probleme gehabt. ihr mutiges und beharrliches eintreten fuer die sache der herkunfts-muetter hat in mir zugegebenermassen sehr, sehr viel ausgeloest an nachdenk-prozessen, und es hat mir auch geholfen, meine eigene leibliche mutter, die ich tatsaechlich als grosse bedrohung in meinem leben erlebt habe, immer wieder auf's neue wahrzunehmen. mit sicherheit gehoert meine leibliche mutter zu jenen, die mangels geeigneter unterstuetzung und hilfestellung durch die naehere und weitere familiaere und gesellschaftliche umgebung GEWZUNGEN wurde, mich aufzugeben. haette sie sie erhalten - das bin ich heute u.a. durch brigittes darstellungen ganz sicher - so haette meine leibliche mutter ganz bestimmt mich behalten. heute sehe ich meine leibliche mutter und das, was ihr widerfahren ist, mit anderen augen, wenn ich auch nicht mehr ihre naehe suchen wuerde ...
natuerlich, jedes leben ist seine ureigenste geschichte, hat einzigartige verlaeufe und facetten, dennoch ist es legitim zur gedanklichen sortierung bestimmter lebensbereiche und sachverhalte kategorisierungen vorzunehmen ... auch fuer brigitte, die schliesslich eine von adoption betroffene ist, die auch ihr eigenes trauma damit versucht in den griff zu kriegen ... das sollten wir immer bedenken!!!!
lassen wir uns nicht irritieren, der weg dieses forums ist ein erstaunlicher, und ich bin stolz, dabei zu sein ... ich hoffe, ich bin nicht die/der einzige ;-)))
dank an ALLE moderatoren!!!!!
liebe gruesse an alle mitdiskutierenden
margaretha rebecca

Titel: Adoptierte suchen - und andere probleme ...
Verfasst am: Sa Jul 28, 2007 13:19
und dann wundert man/frau sich immer weniger ueber die unverfrorenheit so mancher, die da "begehrlich" "ausschau" nach den kinder fremder halten ... und einfach so tun, als ginge es da ausschliesslich um "ihre" "rechte", und zwar in allen phasen des geschehens ...

Titel: Petition wirklich sinnvoll?
Verfasst am: Fr Jul 27, 2007 21:43
danke ..., auch von mir!!!!
...: ja, es ist absolut notwendig, die erforderlichen unterscheidungen zu treffen und konstruktiv zu leben, denn adoptierte menschenkinder sind eben nicht leiblichen kindern gleichzusetzen und gleichzumachen, bei aller beruecksichtigung eines gelebten beduerfnisses nach "so viel normalitaet als moeglich" ...
je laenger ich mich mit den "praktiken" von adoption befasse, den vergangenen, den gegenwaertigen, jenen, denen mein leben unterworfen und ausgeliefert war, umso mehr "ekelt" mich regelrecht davor ... und es graust mir vor dem - oftmals scheinbar -unverstaendigen "drueberhinwegsehen" und "drueberhinweggehen", "wegwischen", "wegreden", "schoenreden" dieser gesamten dauerperversion auf allen daseins-ebenen, die adoption fuer so viele adoptierte - also auch fuer mich - ein leben lang ist und bleibt ...

Titel: Beibehaltung der Herkunftsrechte
Verfasst am: Do Jul 19, 2007 23:07
ein adoptierter in oesterreich muesste wohl nicht gleichzeitig an zwei beduerftige elternpaare unterhalt zahlen, denn so lange die adoptiv-eltern leben, haben diese in allem "vorrang" ... zudem duerften jene faelle, wo adoptierte fuer ihre h-eltern zur kasse gebeten werden, wohl in grenzen halten ... (allerdings interessiert es mich nun geradezu, wie viele das wohl sein koennten ...)
ja, lachendesauge, wieso soll man/frau denn nicht doppelt erben koennen, bei doppelten buerden, die da zu tragen sind vom adoptierten menschen ... allerdings bin ich mir aber nicht sicher, ob das tatsaechlich von vorrangigem interesse fuer eine/n adoptierte/n waere ... es geht einfach darum, dass die rechtsperson, die der mensch von anfang an ist, nicht ausgeloescht werden darf, zentrale rechtsbestaende wie staatsangenoerigkeit, familienrechte etc. muessen erhalten bleiben ... adoptionale rechtsbestaende koennen hinzukommen, und kreative legisten koennen hier bestimmt gute loesungen fuer eine allseits ebenso gut lebbare kollisionsfreie koexistenz der beiden rechtsbestaende (herkunft, adoption) finden ...
so werden wohl fuer die zeit des aufwachsens bis zur gesetzlichen muendigkeit des adoptierten menschen insbesondere der bereich des sorgerechts ausschliesslich bei den adoptiveltern liegen muessen, verschiedene varianten fuer ein umgangsrecht sollten zur auswahl stehen etc. etc. etc. aber, es sollte ALLEN seiten klar sein (herkunftseltern, adoptiveltern, sachbearbeitern auf behoerden), dass der erwachsene adoptierte selbst entscheiden koennen sollte, inwieweit er von seinen herkunfts-rechten gebrauch zu machen beabsichtigt ...
adoptierte werden in eine besondere situation geschickt, geholt, manoevriert, sie verdienen fuer ihre doppelte familienzugehoerigkeit ebenso besondere loesungen auf rechtlicher ebene ...
margaretha rebecca

Titel: an alle A -Kinder
Verfasst am: Do Jul 19, 2007 22:39
hallo ...,
schon in meiner pubertaet habe ich mir gesagt, egal auf welchem wege ich in dieses leben geschickt worden waere (verbrecher, prositution, inzest, vergewaltigung ...) haette ich einen weg finden WOLLEN, DAZU JA ZU SAGEN ... ich haette IN JEDEM FALL DIE WAHRHEIT WISSEN WOLLEN!!!
allerdings handelt es sich hier um eine wahrheit, die erfahren zu wollen wohl ZUERST beim adoptierten menschen selber sein sollte ...
ich denke, dass ich wohl damals schon eine meine leibliche mutter "verstanden" haette fuer ihre entscheidung, mich nicht selber aufzuziehen ...
ich hatte die bereitschaft, meine leiblichen mutter zu verstehen fuer alles, allerdings wollte ich DIE GANZE WAHRHEIT wissen, nicht teilwahrheiten, nicht luegen ... einfach die geschichte, so wie sie war ... DA haette ich dann wohl eine sehr, sehr grosse bereitschaft zu verstehen gehabt ...
allerdings: auch in diesem fall hat das kind ein anrecht auf seine herkunftsidentitaet, herkunftsgeschichte, herkunftsrechte ... die frage ist nur, wie und wann der weg dazu geebnet wird ...
margaretha rebecca
adoptierte, die von der leiblichen mutter, welche durch das verhalten meines leiblichen vaters und ihrer gesamten verwandtschaft noch nicht als volljaehrige in eine schier unertraegliche notlage geraten war, krass verstossen wurde ... ein leben lang ...

Titel: Beibehaltung der Herkunftsrechte
Verfasst am: Di Jul 17, 2007 21:46
liebe bianka,
ich danke dir, dass du diese meine anregung aufgenommen und einen eigenen thread dazu eingerichtet hast!!!
meine haltung - als adoptierte - dazu ist ja mittlerweile bekannt. ich bin fuer die beibehaltung der herkunfts-rechte fuer den adoptierten menschen. dass es kein ding der buchstaeblichen unmoeglichkeit ist, dass herkunfts-rechte beibehalten bleiben, dafuer ist beispiel z.b. oesterreich. hier bleibt der adoptierte mensch sehr wohl rechtlich mit der herkunfts-seite verbunden. ich zum beispiel bin deshalb oesterreichische staatsbuergerin, WEIL ICH DIESE ALS UNEHELICHE TOCHTER VON MEINER LEIBLICHEN MUTTER, WELCHE OESTERREICHERIN WAR, ERERBT HABE. daran haben beide adoptionen nichts geaendert. ich bin zudem vermoegensrechtlich mit meinen leiblichen eltern verbunden und vice versa. dass es hier aber auch noch eine ganze reihe eher "unfreundlicherer" rechtsbestimmungen gibt, die mich zu einem etwas eigenartigen und doch "legistisch" "verkrueppelten" rechtlichen "zwitter" mutieren liessen, steht auf einem anderen blatt. aber die rechtsverbindung bleibt im oesterreichischen recht aufrecht!!!!
schon deshalb erscheint mir eine inkognito-praxis hierzulande aeusserst "problematisch" zu sein, wenn ich es einmal so formulieren darf ... aber: alles rechtliche ist eine frage der konstruktion und dann eine des politischen willens!!!! war ich frueher entsetzt darueber, so bin ich mittlerweile sehr froh, dass ich diese rechtsverbindung noch habe nach oesterreichischem recht. denn aus ihr resultierte, dass ich im falle der vaterschafts-feststellung (leiblicher vater) ein rechtliches interesse bei gericht namhaft machen konnte. und meine genugtuung besteht nun darin, dass ich auch ganz offiziell nach recht und gesetz nicht nur eine leibliche mutter, sondern auch einen leiblichen vater habe!!!!!
die totale cut-loesung (anullierung saemtlicher rechtsverbindungen) bei adoption finde ich mittlerweile als totalentwuerdigung, als raub, als eine menschenverachtende loesung, welche dem adoptierten menschen lediglich saemtliche chancen nimmt, zu seinen menschlichen (biologisch, sozial, kulturell, rechtlich) wurzeln zurueckzufinden. sie befoerdert eine total-funktionalisierung dieses menschen, die nur ueber den weg ebenso totaler lebenslanger kontrolle aufrechtzuerhalten ist ... UND DAS PASSIERT AUCH, DAS HABE ICH ERKANNT!!!!
zudem: wenn der adoptierte mensch nicht abgeschnitten werden darf von seiner herkunft (umfassend, also auch rechtlich), so kann auch die herkunft nicht so einfach und endgueltig vom tisch gefegt werden, wie dies mit der inkognito-praxis ja so "sauber" durchgezogen werden kann ... wenn da rechtliche bande zueinander bestehen bleiben, sind auch die rechtlichen interessen der herkunfts-eltern/familien weiter ernst zu nehmen ... und ... das bedeutet natuerlich auch ein "aus" fuer diese seite, wenn sie sich lediglich auf nimmer-wieder-sehen "vertschuessen" will ...
in alle richtungen gilt: ein mensch kann nicht einfach verschoben und identitaetsmaessig komplett umgemodelt werden ... dies darf einfach nicht geschehen ... und das muss sowohl auf herkunfts-, auf adoptions- wie auch auf staatlicher seite (verwaltungspraxis, justiz etc.) ins bewusstsein vordringen ... alle seiten muessen dem adoptions-sedativum entsagen und endlich menschengerechte und menschenwuerdige loesungen kreieren, impelementieren, praktizieren ... LEBEN ...
so, jetzt ist einmal schluss for now ...
(sonst komm ich noch ins gruebeln, und das ist bei dieser hitze nicht gut ...
liebe gruesse fuer dich, bianka,
freu mich, dass du ein schoenes summer-jam-fest hattest mit family
margaretha rebecca

Titel: Möchte Kind aus Not adoptieren - viele Fragen
Verfasst am: Di Jul 17, 2007 20:12
das schlimme, was adoptierten MENSCHEN passiert ist, dass sie von ihren leiblichen familien ausgegliedert werden, in vielen faellen wohl auch verstossen. das schlimme was den adoptierten menschen dann DURCH ADOPTION passiert, ist, dass IHNEN ALLES FUER IMMER GERAUBT WURDE, WAS IHNEN JEMALS GEHOERTE ODER DAZU ANGETAN WAERE, FAMILIAERE UND HEIMATLICHE BINDUNGEN AUF DEN DEN ALLERMEISTEN MENSCHEN VERFUEGBAREN GRUNDLAGEN (familiaere, gesellscahftliche, kulturelle, rechtliche) zugehoerigkeiten WENIGSTENS IN ZUKUNFT HERSTELLEN ZU KOENNEN, DAMIT DER RESTLOS BERAUBTE MENSCH, DER UEBERHAUPT NICHTS MEHR HAT, SOMIT PERFEKT IN DIE ADOPTIONALE UMGEBUNG EINGEBAUT, EINGEPASST WERDEN KANN!!!!
es ist schon erstaunlich, dass kaum jemand bisher auf meine forderung eingegangen istnach beibehaltung der herkunftsrechte und sonstigen herkunftsbindungen bei adoption , schon seit jahren nicht!!! hmmmmmmm ... gibt mir ehrlich nicht zum ersten mal zu denken ;-(((( allerdings erkenne ich auch somit immer besser die "verborgene" "adoptionslogik", die - wie ich meine - in der hauptsache der adoptierenden seite dient!!!! (bestehende vorteile will ja keiner so rasch aufgeben ...) ein einziges mal hat eine a-mutter im vorgaengerforum angedeutet, dass sie ihrem a-kind die option offenhaelt, die staatsbuergerschaft seines h-landes einst anzunehmen, wenn es das dann will ...

Titel: Möchte Kind aus Not adoptieren - viele Fragen
Verfasst am: Fr Jul 13, 2007 19:06
hallo liebe ...,
zuerst gleich vorweg: bei mir bist du ganz bestimmt noch nie in irgendein "fettnaepfchen" getreten ...
es freut mich, deine zustimmung gefunden zu haben!!!!
weisst, ich kann mir schon vorstellen, dass man/frau beim anblick so vieler kinder, die da verkommen muessen in der welt buchstaeblich herzweh bekommt. geht mir ehrlich gesagt genauso ... und ich bin auch davon ueberzeugt, dass adoption in eine fremde kultur - unter wahrung bestimmter standards - die weniger tragische alternative ist fuer ein kind, das ansonsten ohne jeglichen familienanschluss und psychosozial etc. vernachlaessigt aufwachsen muesste ...
wie gesagt, fuer mich zaehlen zu diesen standards die totale bejahung der GESAMTEN HERKUNFT, inklusive der angestammten rechte, die zu diesem kind gehoeren und ihm gehoeren. wenn dieses kind in seinem heimatland schon seine familie verloren hat, sollten ihm im falle einer adoption nicht auch noch die allerletzten bindeglieder zur heimatlichen kultur verlustig gehen, besser gesagt, GERAUBT werden!!!, denn gerade in letzterem falle vervielfacht sich die traumatisierung des "nicht-da-sein-duerfens" auf ein lebenslanges dauertrauma ... m.e. und einsicht aus meiner eigenen geschichte ... ein kleiner mensch, der schon seine leiblichen familien verloren hat (eine grauenhafte tatsache!!!!), in allerschwaechster gesellschaftlicher position angelangt, sollte nicht auch noch einem dauermissbrauch zugefuehrt werden, und zum missbrauch wird adoption eben dann, wenn der adoptierte mensch zunaechst identitaetsmaessig vernichtet werden muss, um in anderer - aufgezwungener - identitaetsgestalt ueberhaupt weiterleben zu koennen, ein sehr zweifelhafter "GNADENAKT", zumal dieser mensch (der ja niemals aufhoert, der mensch seiner herkunft zu sein!!!!!!!) in einen zustand lebenslanger gesellschaftlicher DULDUNG verfrachtet wird, wofuer ihm dann - von wem auch immer, ja ja, es gibt sie immer, diese leute!!!, wo auch immer!!!! - auch noch eine DAUER-DANK-SCHULD auferlegt wird ... und einmal dort angelangt, ist er - so wie ich zeitlebens gewesen - "FROH", ÜBERHAUPT AM LEBEN SEIN ZU DUERFEN ... (abartig all das, mir wird in letzter zeit immer uebel, wenn ich mir diese dinge etwas genauer vor augen fuehre!!!)
ich bin also nicht GEGEN adoption, sondern fuer eine radikale VERMENSCHLICHUNG DER ADOPTIONSPRAKTIKEN!!!! alle von adoption betroffenen seiten sollen bei diesem - immer mit groessen problemen behafteten vorgang - ihre menschliche wuerde bewahren koennen!!!!!
ganz liebe gruesse an dich
margaretha rebecca

Titel: Möchte Kind aus Not adoptieren - viele Fragen
Verfasst am: Fr Jul 13, 2007 18:10
(...)
was ich damit zum ausdruck bringen wollte, ist, dass ein adoptierter mensch MIT seiner gesamten HERKUNFT (identitaet, geschichte, informationen diversester art, angestammte rechte) ANGENOMMEN werden soll, dann, und nur dann wird er um seiner selbst willen angenommen, und nicht, wenn man/frau diesen menschen erst zu seinem "EIGENEN kind" MACHEN muss, um ihn lieb haben zu koennen ...
das zum besseren verstaendnis ...
vor allzu sozial-romantischen vorstellungen kann auch ich nur warnen, sie scheitern zumeist spaetestens an der zu lebenden alltagsrealitaet mit ihren ganz, ganz konkreten problemen, und die sind - wenn das nicht komplett verdraengt werden soll - beim zusammenleben mit einem adoptierten MENSCHEN, noch dazu aus einer fremden, fernen kultur stammend, bestimmt vollkommen anderer art, als mit leiblichen kindern ... ob man sich dies nun eingesteht oder nicht ...
alles gute trotzdem!!!!

Möchte Kind aus Not adoptieren - viele Fragen
Verfasst am: Do Jul 12, 2007 18:40
hallo ...,
bist du bereit, ein fremdes kind MIT dessen gesamter herkunftsidentitaet (auch mit seinen angestammten rechten!!!) auf- und anzunehmen? ihm alle die liebe und achtung zu geben, die es als DIESES kind verdient? waere es dir eine freude, fuer SO ein kind a-mama zu sein? bist du bereit, dich auf diese GANZE geschichte ein leben lang einzulassen? bist du bereit, die LEIBLICHEN ELTERN und FAMILIEN dieses kindes ein leben lang zu achten und zu ehren? bist du bereit, dafuer sorge zu tragen, dass wirklich alles mit rechten dingen zu geht bei dieser adoption und bist du bereit, dieses kind - im falle einer auslandsadoption - beim kennenlernen seiner leiblichen eltern und familien, seines heimatlandes und dessen kultur zu unterstuetzen? womoeglich ueber viele jahre hinweg?
wenn ja, dann waere DAS ein guter HAUPTGRUND fuer eine adoption!!!
viele gruesse
margaretha rebecca, adoptierte mit auslandsbezug

Titel: A-Eltern ./. H-Eltern
Verfasst am: Mo Jul 09, 2007 18:57
@jere
dass alle hmuetter ihr kind behalten haetten koennen, wenn sie nur gewollte haetten, sehe ich - mittlerweile - nicht mehr so, denn ich habe gelernt, wahrzunehmen, unter welch massiven einwirkungen zahlreiche muetter standen, als die entscheidung anstand, die denn in den allermeisten faellen sooo frei gar nicht entstanden ist, wie es viele gerne haetten ... tja, es gibt sie schon, jene h-muetter/eltern, die ihr kind einfach nur loswerden wollten und wollen, aber mit sicherheit stellen sie nur einen verschwindend geringen anteil unter den herkunfts-muettern!!!! frauen, die in einer notsituation ein kind zur adoption gaben/geben, taten/tun es in der regel, weil sie ueberzeugt davon gemacht wurden und dann sind, DASS SIE DEM KIND ETWAS GUTES DAMIT TUN!!!!! sie handelten/handeln - wie sie guten gewissens meinen - im interesse und zum wohle des kindes!!!! (jene, denen ihre kinder relativ egal sind, vernachlaessigen diese eher bei sich zu hause oder lassen sie in irgendwelchen heimen verkommen, denken also gar nicht so weit in die zukunft ihrer kinder, wie es herkunfts-muetter tun, die ihre kinder in "gute" haende geben wollen im interesse ihrer kinder, wie sie meinen ... niemand hat sie i.d.r. in jener so entscheidenden phase der entscheidungsfindung darueber aufgeklaert, welche verletzungen, traumen, langzeitschaeden, horrorszenarien adoption fuer ihre kinder mit sich bringen kann und in vielen faellen auch mit sich bringt ... hat nicht brigitte gesagt, adoption bedeutet fuer sie mittlerweile das "aufwachen in einen albtraum" ... es ist einfach moralisch-ethisch nicht richtig, diesen frauen "die schuld" für all das weh zu geben, dass ein/e adoptierte/r mit sich tragen und ertragen muss ... gerade den allermeisten DIESER frauen nicht ... sie zu schuldigen und leidverursacherinnen zu stempeln macht es einfach "bequemer" fuer so viele, mit adoption im alltag zurechtzukommen ... fuer uns adoptierte mitunter, weil wir unsere negativen gefuehle auf sie projizieren koennen, a-eltern, weil sie in ihrer rolle dann umso glorioser erglaenzen diese wesentlich einfacher rechtfertigen koennen, und "die gesellschaft" sowieso nach dem motto: suendenbock gefunden, bestrafung durchgefuehrt, fall erledigt, und die oeffentliche meinung ist wieder "im lot" ... seien wir doch ehrlich, wer stellt sich schon gerne so hochkomplizierten diskussionen, wie es fuer das begreifen der adoptions-ungeheuerlichkeit noetig ist, sie zu fuehren ... die wenigsten menschen haben dazu den willen, den nerv, die kraft, die ausdauer, die zeit etc etc etc ...
@ volnona
ich schicke voraus: ich will niemandem nahe treten ... m.e. ist das problem bei der "klassischen adoption", wo der adoptierte mensch "an kindes statt" (formulierung in der oesterr. gesetzesbestimmung) "angenommen" worden ist, dass schon die hier in frage kommende rechtsnorm suggeriert, ein adoptierter mensch koennte ein leibliches ersetzen. DEM IST ABER NICHT SO, DENN AUS DEM ADOPTIERTEN MENSCHEN WIRD NIEMALS DAS LEIBLICHE KIND DER ADOPTIVELTERN!!!! es bleibt das kind seiner leiblichen eltern, traegt ihre erbanlagen, ist aus DIESER generationenabfolge hervorgegangen und steht somit in der tradition seiner leiblichen familien!!! es sollten sich m.e. also schon die rechts-termini veraendern, neue, der tatsaechlichen situation angemessene sollten geschaffen und implementiert werden.
ich kann heute nicht mehr von einer gelungenen adoption sprechen (auch nicht mehr von meiner ersten mit meinen ersten adoptiveltern), wenn das adoptierte kind "wie ein leibliches" "angenommen" wurde. es sollte doch vielmehr so sein, dass dieses kind UM SEINER SELBST WILLEN ALS KIND ANGENOMMEN WIRD, MIT ALLEM, WAS ES EBEN MITBRINGT, AN IDENTITÄT, GESCHICHTE, INFORMATIONEN ALLER ART, RECHTSBESTÄNDEN ... wenn adoptiv-eltern ein kind mit all dem tatsaechlich annehmen koennen, DANN ERST SIND SIE in meinen augen WIRKLICH ELTERN FUER DIESES KIND, das bleiben kann, was es von allem anfang ist ... UNTER SOLCHEN VORAUSSETZUNG KOENNTEN VIEL MEHR ADOPTION GELINGEN, das ist jedenfalls meine private ueberzeugung ... und ... SO VIEL LEID KOENNTE ALLEN SEITEN ERSPART BLEIBEN!!!!! auch den adoptiv-eltern, die sich dann nicht mehr in einen wahn hineinsteigern koennen und duerfen, sich von vornherein gar nicht auf etwas einlassen, dem ihr innerstes nicht zustimmen kann ...
ich habe schon sehr frueh nachgedacht, ob ich ein kind adoptierten koennte: und ich beantworte diese frage nach wie vor mit einem klaren ja, allerdings haette ich es immer schon nur getan, wenn ich dem kind seine herkunfts-identitaet zur gaenze erhalten haette koennen!!!!!

Titel: fuer ...!
Verfasst am: Sa Jun 30, 2007 17:33
(...)
zur initiation:
was ich in erinnerung habe von deinen gedanken, kann ich ebenfalls bejahen. allerdings wuerde ich noch eine wesentliche ergaenzung anfuegen. initiations-rituale im adoptionalen zusammenhang sind nur die eine seite. sie sind bemueht die einpassung in die adoptionale "normalitaet", die einpassung des adoptierten menschen in dieses neue gefuege als positivum darzustellen und also solches auch erlebbar zu machen ... die andere seite ist, dass dieser - auf inkognito-regelungen basierenden - adoption eine totale enteignung am menschen, der adoptiert werden soll, vorgenommen wird, er verliert schliesslich alles, was bis zu diesem zeitpunkt zu ihm und ihm gehoert hat, inkl. aller rechtsbestaende. erst nach diesem raub - besiegelt im moment der "unterschrift" und damit verbundener übergabe an die fremden eltern - kann eine einpassung in das adoptionale gefuege vorgenommen werden ... dieser übergang ist eine existentiell bedeutsame schnittstelle fuer den menschen, dem sie widerfaehrt. machen wir das zeitfenster ganz klein, stellen wir uns den menschen eine woche vor der adoption und eine woche nach der adoption, also in diesen 14 tagen vor ... etwas ungeheuerliches ist der mitte dieses zeitlichen ablaufes geschehen, das kleine kind hat nicht selber mitgewirkt, es ist vorher und nachher DAS SELBE KIND, DER SELBE MENSCH ... aber er hat alles verloren und MUSS MIT FREMDEN FORT, ER MUSS NUN DAS KIND ANDERER ELTERN WERDEN ... auf gedeih und verderb ist er ausgeliefert an die neuen menschen, eine neue lebens-rolle ist ihm aufGEZWUNGEN worden ...
heute sage ich, in der mitte dieser tage ist seine VERSKLAVUNG PASSIERT ...
mit der zeit waechst er hinein in sein neues leben ... hat ja gar keine andere alternative!!! ... die erfordernisse seiner entwicklung bewirken, dass er aus ueberlebens-gruenden gar nicht anders kann, als sich mit der neuen umgebung zu arrangieren, zu identifizieren ... und so MUSS dieser MENSCH ZWANGSLAEUFIG KINDER FREMDER LEUTE WERDEN ...
(ein glueck, dass wenigstens ein paar dieser kinder gluecklich sind mit/in ihrem schicksal) ... UND DIESER MENSCH VERLIERT DAS GEFUEHL FÜR SEIN INNERSTES SEIN ... ja, das ist mir passiert!!!!
zum kennen-lernen von herkunfts-eltern:
natuerlich sollen die gefuehle und beduerfnisse von herkunfts-eltern bei reunions ebenso wichtig erachtet werden wie die der adoptierten, dies vor allem deswegen, weil ja - wie mir mittlerweile klar geworden ist - anzunehmen ist, dass die meisten ihr kind behalten haetten, wenn sie entspr. unterstuetzung gehabt haetten ... wenn dem allerdings nicht so war, dann ist mir absolut nachvollziebar, dass der/die adoptiert/e einfach einen anspruch auf ein persoenliches kennenlernen, beantwortung seiner wesentlichen fragen etc. haben sollte, und danach auf nimmer wieder sehen, wenn die beziehung von seiten der herkunft immer noch so kuehl geblieben ist, wie einst ... von meiner warte aus kann ich nur sagen: haette ich die chance auf das selber suchen gehabt, waere ich wahrscheinlich sehr, sehr vorsichtig und bescheiden auf meine leiblichen eltern zugegangen, waere wohl sehr verstaendnisvoll gewesen etc. etc. was mir widerfahren ist, dass da leute aufgekreuzt sind, mir noch einmal ihre intentionen aufs auge gedrueckt haben und sich - als aus ihrer sicht die dinge nicht problemlos liefen, wie von ihnen wohl erwartet - dann einfach wieder vertschüsst haben, wissend, dass ich allein, krank und absolut geschwaecht in jeder hinsicht war, ohne - und das vor allem seitens der leibl. mutter - anzeichen, mir auch nur irgendwie helfen zu wollen (dollars waren nicht das, was mir am wichtigsten gewesen waere ...)
und zu der bemerkung, dass die beziehung sich zu den a-eltern intensiviere nach reunions, und dass auch bei a-eltern damit fuer reunions direkt "geworben" wird: ziel einer reunion aus adoptierten-sicht ist beileibe nicht, dass sich die beziehung zu den a-eltern intensiviert, sondern neben anderen zentralen adoptiv-eltern-unabhängigen aspekten vielmehr eine winzige, aber doch eine möglichkeit einer POSITIVEN IDENTIFIKATION MIT DER EIGENEN LEIBLICHEN HERKUNFT UND ALLEN IHREN ASPEKTEN ...
waere da nicht dieses inkognito-wolkenkukucksheim auf a-seite, so koennte dies von allem anfang auch bei adoptiv-eltern als selbstverstaendlichkeit eines gesunden entwicklungsfortgang des adoptierten menschen betrachtet werden ... zudem auch ein leibliches kind draengt von den eigenen leiblichen eltern fort, und es ist gut, es ziehen zu lassen ... zur entwicklungs-reise eines adoptierten menschen gehoert eben auch jene zur eigenen herkunft, und das sollte fuer adoptiv-eltern zur selbstverstaendlichkeit gehoeren ... denn sie sind die adoptiv-eltern und leiblichen eltern sind und bleiben eben die leiblichen eltern!!!! adoptionales umfeld und leibliche herkunft (in allen aspekten) gehoeren eben zum adoptierten menschen ...
also, liebe ..., mit ein wenig verzoegerung ein paar gedanken nachtraeglich zu diesen beiden von dir eingebrachten inhaltlichen aspekten ...
liebe gruesse von hinnen nach dannen
margaretha rebecca

Titel: zerrissen ...
Verfasst am: Sa Jun 30, 2007 16:56
"... hat folgendes geschrieben:
das löst in mir so eine zerrissenheit aus, mich in dem wiederzufinden, als ginge das nur über abstand und abschied von beiden, um mich als freier eigenständiger mensch fühlen, spüren zu können, zu mir selber zu stehen ... ich weiß nicht, ob es wer versteht, oder es verständlich rüberbringen konnte ..."
hallo ...,
genau DIESEN effekt hatte bei mir die zweite adoption!!! hatte es im vorhinein gar nicht so bedacht, aber an der wirkung erkenne ich es!!!!!
auch ich erlebe es als wohltuend, nach jahrzehnten des zerrissen-seins, "in abstand" zu beidem zu sein, zur herkunfts-familie und zur adoptiv-familie, innerlich und aeusserlich!!! an einem standort, bei meinem nunmehrigen adoptiv-vater, der beiden familien gegenueber positiv eingestellt ist!!!! und mit der zeit entspannt sich mein inneres in beide richtungen ...
ganz liebe gruesse dir
margaretha rebecca

Titel: Adoptionsselbsthilfeforum Qualimedic
Verfasst am: Sa Jun 30, 2007 16:11
"... hat folgendes geschrieben: http://kind.qualimedic.de/forum/672599"
tja, mir ist da auch nicht gerade wohl, wenn ich diese extreme woge von "elterlichkeit" über einen adoptierten menschen schwappen sehe ...
wuerde es heissen: wie wunderschoen, ein kind kommt zu uns und wie sehr freuen wir uns darauf, fuer dieses kind adoptiv-eltern zu werden und als solche hoffentlich gute eltern, dann koennte ich da schon eher "mitgehen" ...
aber da steht mir einfach absolut dieses "wir sind eltern" im vordergrund, und um genau das geht es nicht zuerst ... denn immerhin versucht man ja auch auf vermittlerseite noch so zu tun, eltern fuer kinder zu finden und nicht umgekehrt (allerdings nehme ich mittlerweile auch eher das gegenteil wieder an!!!)
und dann wuerde mich interessieren, ob diese endlich-eltern auch dann noch so gluecklich und zuversichtlich reagieren wuerden, wenn sie das kleine wesen mit seiner gesamten herkunft annehmen muessten bzw. ob sie sich dann ueberhaupt fuer eine adoption entschieden haetten ...

Titel: Adoptionsselbsthilfeforum Qualimedic
Verfasst am: Sa Jun 30, 2007 15:22
ich wiederhole es noch einmal:
adoptierte kinder sind nicht "die kinder" ihrer adoptiveltern ...
natuerlich wird es im alltag so gehandhabt, weil es einfacher ist, als staendig irgendwelche sprachlichen differenzierungen vornehmen zu muessen. auch adoptiv-familien haben einen berechtigten anspruch auf "so viel normalitaet als nur moeglich", auch mir - als adoptierter - war es immer wichtig, diese meine starke zugehoerigkeit zu meinen adoptiv-eltern durch "normalitäts-begriffe" zu untermauern, denn - im unterschied zu sherry, die eine adoptions-horrorgeschichte erlebt hat - habe ich von meinen a-eltern liebe erhalten und sie geliebt.
natuerlich haben wir das beduerfnis, die schoene und enge beziehung, die sich mit unseren adoptierten "verwandten" entwickelt, jenen gleichzuhalten, welche sich - auch in unserem umfeld - zwischen leiblich verwandten zeigen mag. jene, die mich schon laenger kennen, wissen, wie sehr ich immer bedacht war, meine a-eltern als "meine eltern" etc. zu transportieren ... dafuer stand meine liebe und dankbarkeit fuer sie pate, mein wunsch nach normalitaet und und und ...
ABER: trotz allem war ich ihr adoptiv-kind und sie waren meine mich liebenden adoptiv-eltern. der versuch "als äquivalent fuer ein LEIBLICHES kind" zu GELTEN, hat mich in die innere und in die aeussere katastrophe getrieben ...
wenn ich da staendig aus dem mund von adoptiv-eltern von "meinem kind", "meinem sohn", "meiner tochter" lese, dann sehe ich SOFORT die -auch mit mir verhaengnisvoll auf allen ebenen (auch rechtlich) praktizierte - TOTALVEREINNAHMUNG des adoptierten menschen, und darin erkenne ich zwar auf a-seite den DRINGENDEN WUNSCH (allerdings fuer das a-kind auch BEDRAENGENDEN, ob nun eingestanden oder nicht), ELTERN zu sein, aber ich erkenne nicht mehr den ACHTUNGSVOLLEN UMGANG mit diesem adoptierten menschen ALS MENSCHEN, DER ZUGLEICH IMMER AUCH DURCH SEINE HERKUNFT MIT SEINER FREMDHEIT ER SELBER IST. mit unserer leiblichen herkunft sind wir auf existentielle form verbunden, sie beantwortet uns die frage, WARUM wir in dieser welt sind und beantwortet viele fragen darauf, WIE wir in dieser welt sind. HERKUNFT IST IMMER DA im adoptierten menschen.
LEIBLICHE ELTERN HABEN DIESES LEBEN GEGEBEN (wie, warum, unter welchen umstaenden etc. ist eine andere frage, die mit zahlreichen vorurteilen und vorverurteilungen durch den/die sog. "normalbuerger" oder den religioes fundamentalistisch-orthodox orientierten bedacht werden mag ... was mich allerdings - gott sei dank - immer weniger interessiert und tangiert, denn im grunde kann ich - wenn ich weit genug entfernt bin - nur noch milde laecheln ueber ein derartiges ueber- bzw. unmass an beschraenktheit, kleingeistigkeit, lebensfeindlichkeit und verachtung anderen menschen gegenueber, mit DIESER durch und durch und schuldverursachenden suendhaftigkeit will ich nichts mehr gemein haben!!!!) ...
wer also HERKUNFT versucht zu überspielen, herunterzuspielen, an den rand zu spielen, zu entwerten, wer gar herkunft vernichtet, DER NIMMT LEBEN, UND ZWAR DAS DES ADOPTIERTEN ...
ADOPTIV-ELTERN KOENNEN LEIBLICHE ELTERN NIEMALS VOLLSTAENDIG ERSETZEN!!! und das sollte auch nicht das ziel einer adoption sein, auf keiner ebene, auch nicht auf der rechtlichen ... eine einigermassen geglueckte adoption kann m.e. bestenfalls aus einem staendig aufs neue gelebten SOWOHL - ALS AUCH (sowohl herkunft als auch adoptionales umfeld) entstehen ... ENTWEDER - ODER MACHT KRANK ... jedenfalls hat es mich beinahe zerstoert!!!!!
keinem einzigen adoptierten, der gluecklich in seiner adoptiv-familie war, will ich aber dieses sein wohlbefinden zerstoeren!!!!
und noch etwas: jene adoptierte - zu denen ich mich auch zaehle - die ihre adoption im grossen und ganzen positiv erlebt haben (obwohl ich eben auf die mir so lange verschleierten moerderischen mechanismen und strukturen der formellen und informellen adoptionalen regelungen draufkomme ... zu meinem ABSLOUTEN entsetzen!!! aber auch zu meinem wesentlich groesseren verstaendnis meiner eigenen vergangenheit wie auch der lebensschicksale von anderen adoptierten, v.a. auch der herkunfts-eltern/muettern ...), ja, wir sollten nie vergessen, dass es SEHR VIELE adoptierte gab und gibt, die ihre eigene adoption nicht nur gefaengnis, sondern regelrecht als hoelle auf erden erlebten und erleben ... bonnie und sherry zaehlen fuer zu diesen adoptierten ... insoferne besehe ich mein a-schicksal mit ein wenig bescheidenheit und denke mir, na ja, zu mir sind halt immer wieder engel geflogen gekommen ... und muss gleichzeitig denken, warum bloss sind sie nicht auch zu den anderen gekommen, um sie zu beschuetzen ...
und ... wir sollten nicht vergessen, dass in den wohl ALLERMEISTEN faellen (nicht in allen, das weiss ich aus meiner eigenen lebenserfahrung!) ebenfalls ein leben lang andauernde leiden (trauma und seine nachwirkungen etc.) auf seiten der herkunfts-muetter ... von muettern - wie zum beispiel hier bianka, brigitte, witha, claudia usw.) - die ihren zur adoption gegebenen kindern nach wie vor in grosser liebe verbunden sind!!!!

Titel: Adoptionsselbsthilfeforum Qualimedic
Verfasst am: Sa Jun 30, 2007 14:00
liebe ...
ich denke, es ist wie sherry sagt: schwarze schafe gibt es ueberall ... und sherry betont immer wieder - wie ich dies selber auch immer schon getan habe und nie aufhoere, darauf aufmerksam zu machen - , dass sie aus ihrer ureigensten perspektive schreibt, sie nimmt fuer sich ja keine wahrheits-ausschliesslichkeit in anspruch!!!!!
auch auf h-elternseite gibt es diese unangenehmeren gestalten, aber koennte es vielleicht auch sein, dass die leibliche mutter eures a-kindes sich einfach auch aus SCHAM so rasch aus dem staub gemacht hat? allein der anblick der a-eltern ihres kindes muss in ihr das gefuehl des total-versagens wachgerufen haben und sie hat dies dann mit verdraengungs- und fluchtreaktionen kompensiert ... koennte ja auch sein, oder?!
wie dem auch sei, welche eltern immer die leiblichen eltern, die herkunftseltern eures a-kindes sind, sprecht vor ihm nie, NIEMALS in dem ton von ihnen, wie du das gerade hier getan hast, denn dann geht ihr gleichzeitig mit voller zerstörungswucht auch auf euer a-kind los, das sollte euch absolut bewusst sein!!!! abwertung der herkunft ist automatisch eine abwertung des a-kindes!!!!
dieses kind IST NICHT "EUER" "KIND", sondern es ist EUER ADOPTIVKIND. das kind hat LEIBLICHE ELTERN, die es ALS ERBE ins sich traegt, und wenn ihr dieses erbe nicht achten koennt, bringt ihr auch eurem a-kind keine achtung entgegeben!!! ihr koennt diesem kind wunderbares geben, koennt ihm hilfreich sein, einen guten start ins leben zu haben, aber versucht um himmels willen nicht den anspruch zu realisieren, dieses a-kind "ganz und gar" zu eurem kind zu machen, denn dann vergewaltigt ihr es ein leben lang bzw. so lange es in eurem einflusskreis lebt ... und das wollt ihr doch bestimmt nicht, oder?!!!!
ich wuensche euch alles gute auf eurem gemeinsamen weg!!!!
liebe gruesse
margaretha rebecca

Titel: Wünsche zur Gesetzesänderung
Verfasst am: Di Jun 26, 2007 18:27
...,
schoen, dass du dir solche muehe gibst, unsere standpunkte ernst zu nehmen!!!!
ich moechte noch anfuegen, dass es nicht nur um das WISSEN der eigenen leiblichen herkunft geht, sondern auch die moeglichkeit, diese herkunft in all ihren aspekten auch LEBEN ZU KOENNEN. DESHALB DARF HERKUNFT NICHT VERNICHTET WERDEN, AUF KEINER EBENE!!!!!
und noch etwas: es sollte eigentlich jedem menschen selbstverstaendlich einseh- und nachfuehlbar sein, dass es wohl allerschlimmste, ja existentielle totaldemuetigung bedeutet (und das fuer eine/n adoptierte/n lebenslaenglich!!!), nicht als der mensch leben zu duerfen, als der man/frau geboren wurde, zudem vielfach verknüpft mit dem subjektiven empfinden, von den leiblichen eltern/familien abgelehnt worden zu sein und ein leben lang zu bleiben ... jene, bei denen von allem anfang an das gefuehl und wissen fuer diese existentielle selbstverstaendlichkeit - die tatsache nämlich, dass jeder mensch ein lebensrecht hat, als der er geboren worden ist - am konsequentesten und am nachhaltigsten zerstoert wird, sind die adoptierten selber ... allseits praktizierte euphemistische umdeutungen sind lediglich manche der instrumente, mit denen dies bewerkstelligt wird, darüber hinaus leisten u.a. sowohl weitere individuelle wie auch gesellschaftliche verdrängungsmechanismen "wertvolle" mithilfe bei der universalen "abnabelung" vom herkunfts-"leib", welche - und dies ist ja die intention - zwangslaeufig in eine ebenso umfassende innere und aeussere selbstentfremdung beim adoptierten menschen fuehrt .................................................. ja, und hier soll schon noch auf ein weiteres hingewiesen werden: gar nicht so selten wird ja diese ein leben lang, weil in den wenigsten faellen auf- und verarbeitbar, ausgangstraumatisierung als disziplinierungsinstrument "genutzt", indem es - und das wissen bzw. spueren instinktiv ebenfalls nicht wenige - "im bedarfsfall" gezielt "wachgerufen" wird (zu mir wurde nicht bloss einmal gesagt: du bist und bleibst der letzte dreck ... hier konnte ich lesen: wir bringen dich wieder ins heim ... etc. etc. .....
beste gruesse
margaretha rebecca

Titel: Wünsche zur Gesetzesänderung
Verfasst am: Mo Jun 25, 2007 18:53
ich wiederhole es noch einmal:
aus meiner sicht als adoptierte - die spaet aber doch zu ihren leiblichen wurzeln endlich zugang gefunden hat, auch rechtlichen - duerfen dem adoptierten menschen WEDER HERKUNFTSIDENTITAET UND HERKUNFTSWISSEN NOCH HERKUNFTSRECHTE DURCH ADOPTION ENTEIGNET WERDEN ...
AB VOLLJÄHRIGER MENSCH SOLLTE EIN ADOPTIERTER AUF DIESE RECHTE ZUGREIFEN K O E N N E N, WENN ER ES FUER RICHTIG ANSIEHT, DIES SOLLTE VON ALLEM ANFANG AN SAEMTLICHEN BETEILIGTEN AN ADOPTION KLAR SEIN ...
DIE IDENTITAET MIT ALLEM, WAS ZU IHR GEHOERT, DARF NICHT IN DEN GESELLSCHAFTLICHEN MUELLKUEBEL GEWORFEN WERDEN ... DENN IM GLEICHEN ATEMZUG WIRFT DIESE GESELLSCHAFT AUCH DEN BETROFFENEN MENSCHEN IN DIESEN KUEBEL HINEIN!!!!!
"kindeswohl" - dieser ueberstrapazierte lieblingsterminus, wenn entscheidungen gerechtfertigt werden MUESSEN, die in vielen faellen mindestens ebenso zum wohle von anderen zustandekamen und -kommen ... gesicherte primaerversorgung allein kann's ja wohl nicht sein ... dem kind gehoert auch die herkunft, in jedem augenblick seines lebens IST es auch diese herkunft (das geht nicht, ein blick in den spiegel genuegt, um das gegenteil festzustellen ... hat mir meine therapeutin seinerzeit geantwortet, als ich sie bat, mir zu helfen, meine herkunft zu vergessen ... und recht hatte sie!!!!) ... es geht um das wohl dieses menschen fuer sein ganzes leben, und wieviele adoptierte, anonym geborene etc. leiden ein leben lang an den folgen von inkognito und der enteignung ihrer herkunft!!!!!

Titel: eintrag in meinem gaestebuch!
Verfasst am: Mo Jun 25, 2007 18:33
soeben habe ich einen eintrag im gaestebuch meiner privaten hp vorgefunden:
"Sa, 23.06.2007, 14.16Uhr Adoptionsforum, Deutschland, die Autorin dieser Seite: Zitat: ...bzw. a-seits (menschenkoerper fuer infertile... (Zitat Ende). Sie sollten damit rechnen, dass solche Äußerungen für massive Verärgerungen bei normal denkenden Men ...
Mail: moralWatch@yahoo.con"
mein gaestebuch kann leider pro eintrag nur einen zahlenmaessigen zeichensatz aufnehmen, deshalb der abbruch des eintrages ...
ja, mir war schon beim eintragen klar, dass diese harte formulierung fuer veraergerung sorgen wird. aber ... wie entsetzlich ist es fuer mich betroffene, bei der aufarbeitung meiner adoptionserfahrung festzustellen, dass ich "der gesellschaft" wohl nicht mehr wert war, als ein "menschenkoerper fuer infertile" zu sein ... nachdem "sie" mich sogar noch unter hospitaler "betreuung" in den hungertod schicken wollte (so wurde es mir berichtet und ich MUSS mich genau DAMIT befassen!!!!!) ...
dass meine und wohl die meisten adoptiv-eltern ihre adoptiv-kinder (nicht "ihre kinder" wohlgemerkt!) als etwas anderes, naemlich als MENSCHEN sahen und sehen, ist mir sonnenklar ... gott sei dank tun sie das ...
ABER es muss einmal aufgezeigt werden, WAS da mit ADOPTIERTEN, DEREN HERKUNFT VOLLKOMMEN VENRICHTET WIRD, ALLES ANGESTELLT WERDEN KANN BZW. ANGESTELLT WIRD ... GENAU DAS SOLLTE SICH GERADE DIE JUSTIZ EINMAL VOR AUGEN FUEHREN ... und ... ich glaube sherry hat da sogar einmal den begriff "verbrechen gegen die menschlichkeit" eingebracht ... das habe ich gedanklich aufgenommen und weitergedacht und mir ueberlegt, ob es denn die "vernichtung von herkunft" nicht als verbrechenstatbestand formuliert werden muss und in die liste der verbrechen gegen die menschlichkeit aufgenommen werden sollte.
sogar die un-kinderrechtskonvention schreibt vor - so mir jedenfalls erinnerlich - dass zu eines jeden menschenkindes recht die eigene - leibliche - herkunft gehoert ...
die heutige gesellschaft - bevölkerungsplaner, familieningenieure etc. - gehen hier mit einem zynistischen utilitarismus ans werk, wenn sie den menschen von heute verplanen, dass einem bei naeherem hinsehen einfach die luft wegbleibt. da laesst man einen computer berechnen, ob es sich noch wirtschaftlich lohnt, einem menschen die und die med. behandlung zukommen zu lassen, der mensch ist zu einer design- und in jeder hinsicht plan- und verplanbaren biologischen entitaet verkommen auf diesem reissbrett ... DAS IST ZYNISMUS PUR ... UND IN DIESEN ZUSAMMENHAENGEN WIRD EIN MENSCH ZUM KOERPER, MIT DEM MAN TUN KANN UND DARF, WAS MAN WILL ... EBEN AUCH DIE VOLLAUSGEWACHSENE LEIBESFRUCHT TRANSFERIEREN AN INFERTILE ...
es ist gar nicht mehr so einfach, auseinanderzudividieren, was heutzutage noch als "normal" bzw. "abnormal" anzusehen ist ... es kommt ganz darauf an, wie "normalitaet" definiert wird ...
ich bekenne in bezug auf mich: im denken so mancher war ich ein menschenkoerper, der an kinderlose transferiert wurde ... dass meine adoptiv-eltern mich geliebt haben, sehe ich als das reine GLUECK in diesem zusammenhang an, und meine liebe zu ihnen ebenfalls ...
aber es ist GRAUENHAFT fuer mich, und man darf mir ruhig glauben, dass mich auch schon gelegentlich das GRAUSEN erfasst, beim nachdenken ueber adoption, auch meine eigene ...
GERADE WEIL MIR ETHIK UND MORAL WICHTIG SIND MUSS ICH GELEGENTLICH AUF DERARTIGE FORMULIERUNGEN ZUGREIFEN ...

Titel: Wünsche zur Gesetzesänderung
Verfasst am: Sa Jun 23, 2007 14:16
ich persoenlich plaediere dafuer, dass fuer die/den adoptierte/n SAEMTLICHE HERKUNFTSRECHTE ERHALTEN BLEIBEN MUESSEN. hier darf nichts, aber auch schon gar nichts durch adoption geraubt werden!!!!
es darf einfach nicht sein, dass ein mensch per gesetzlicher regelung identitaetsmaessig (auch rechtlich!!!) so ganz einfach in die gesellschaftliche versenkung geschickt werden kann!!!! weder als problemreduzierung im interesse des staates (kosten, kompensation sozialer und gesundheitlicher defizite etc.) noch als instrument zum "krisenmanagement" auf mikrosozialer ebene h- (beseitigung des "problems" "kind") bzw. a-seits (menschenkoerper fuer infertile ... hier halte ich aber fest, dass ich kein problem habe, wenn unter bestimmten voraussetzungen ungewollt kinderlose mit fremden kindern eine familie gruenden ... ) ...
aus meiner sicht ergibt dann auch die forderung von herkunfts-eltern nach egalitaerer rechtlicher stellung zu den adoptiv-eltern wieder sinn, denn sie sind ja auch noch, was rechts-bezogene verantwortlichkeiten zum abgegebenen kind anbelangt, an pflichten gebunden ...
(wenn man naemlich alle pflichten an einem kind abgibt, sich also aus jeglicher verantwortung fuer es durch adoption entledigt, dann kann man wohl nicht im gleichen atemzug gleiche rechte einfordern wie jene sie haben, die die volle verantwortung - auch vor dem gesetz - fuer dieses kind uebernommen haben ...)
unabhaengig davon kann - so scheint mir - ein recht auf information über den entwicklungsfortgang sehr wohl geschaffen werden ...
legisten sind sehr kreative leute, denen koennten hier sinnvolle und praktikable loesungen einfallen ... etwa vergleichbar mit doppelter staatsbuergerschaft, bei der dem inhaber einer solchen auch parallel mehrfach aehnliche bzw. analoge rechtsbestaende verfuegbar sind, er muss sie nicht, aber er kann sie ggfalls nutzen ... aber natuerlich ist mir klar, dass das eine transnationale angelegenheit ist ... innerhalb der rechtsordnung eines staates aehnliche konstrukte zu schaffen, ist wohl mit spziellen juristischen erfordernissen verknüpft ... aber schliesslich ist die rechtsordnung menschengemacht und so sollten menschen auch hier loesungen finden koennen ... das ist jedenfalls meine ueberzeugung ...
m.e. sollte ein/e adoptierte/r spaetestens ab volljaehrigkeit auf den herkunfts-rechtsbestand zugreifen koennen, wenn er dies denn wuenscht ...

Titel: Adoptivmama brauch Rat
Verfasst am: Fr Jun 22, 2007 10:19
hallo ...,
ich denke einen positiven anfang habt ihr schon einmal gemacht, indem ihr die leibliche herkunft eurer a-tochter positiv angenommen habt.
was dieses kleine wesen jetzt einmal braucht, ist liebe, waerme, fuersorge, stabilitaet ...
und spaeter dann, wenn ihr sie ueber ihren "status" als adoptierter mensch informiert, dann ist es wichtig, dass - altersgemaess - die dadurch sich auftuenden fragen liebevoll und wahrheitsgemaess beantwortet werden ... nur zu wissen, dass man adoptiert ist und darueber hinaus nichts genaueres mehr bewirkt eine kolossale verunsicherung, erzeugt jenes schwarze loch, dass saemtliche lebenskraefte an- und absaugt!!! ... wichtig ist m.e., dass dem kind aufrichtig vermittelt werden kann, wir lieben und bejahen dich zuerst einmal als das kind deiner leiblichen eltern mit allem, was du von deiner herkunft her mit dir zu uns gebracht hast, du brauchst dich fuer rein gar nichts, was von hierher kommt zu schaemen oder zu graemen ... deine leiblichen eltern sind immer noch fuer dich da und wenn die zeit gekommen ist, wirst du sie auch kennenlernen koennen. wir informieren sie ueber dich und darueber, dass es dir bei uns gut geht ... lassen wir einander einfach jetzt einmal zeit ... aber es wird die zeit kommen, wo du selber bestimmen wirst koennen - gemeinsam mit deinen leiblichen eltern - wie nahe ihr euch kennen lernen moechtet ... wir, deine adoptiv-eltern sind damit selbstverstaendlich einverstanden ... wir sind immer, was auch kommen wird, fuer dich da, denn wir sind deine eltern an jedem tag deines lebens ... und du bist unser kind an jedem tag deines lebens, du bist unser kind als kind deiner leiblichen eltern und wir bejahen deine leibliche herkunft ... und du bist unser kind natuerlich auch durch all die gemeinsamen erfahrungen, die wir im laufe der zeit miteinander machen ...
ich wuensche euch alles gute auf eurem weg
liebe gruesse
margaretha rebecca

Titel: Meine Gedanken zum Thema :-)
Verfasst am: Fr Jun 22, 2007 09:38
hallo liebe ...,
dank dir fuer deine lieben worte ...
ja, du hast recht, durch meinen lebensverlauf bin ich - so wie du und viele von uns adoptierten auch - sehr, sehr empfindlich geworden ...
und es ist sehr wichtig, dies auch endlich zu zeigen, nachdem - zumindest von mir - ein leben lang verlangt wurde, so zu tun, als waere eh alles in bester ordnung ... ein leben lang bin ich durch ueberheblichkeiten und besserwissereien "auf meinen schweige-platz" verwiesen worden ...
seit einigen jahren ist das vorbei, und mit meiner gesundheit geht es allmaehlich wieder aufwaerts ...
seit ich - durch jahrelange sanfte therapeutische begleitung - zum ersten mal in einem leben die chance erhalten habe, mich mit MIR, dem menschen, der ich von allem anfang an bin wohlwollend zu befassen, ich erstmals so etwas wie eine moeglichkeit der positiven identifizierung mit MIR, meiner körperlichkeit, meinem herkunfts-erbe etc. erhalte, wird mir im gleichen zuge immer klarer, dass ICH IN MEINER ADOPTIONALEN UMGEBUNG - GENAUSO WIE MEINE LEIBLICHE MUTTER MIT MIR - KEINE CHANCE AUF WAHR-ENOMMEN-WERDEN, ERNST-GENOMMEN-WERDEN, GEACHTET-WERDEN und GELIEBT-WERDEN hatte ... natuerlich: wenn einem schon einmal alles, was einem gehoerte geraubt, ja, geraubt!!!!, wurde, man zum NICHT-EXISTENTEN denklariert wurde (die alten agypter haben die vernichtung des namens als ausloeschungsakt des individuums angesehen und dieses mittel auch gezielt angewendet, wenn sie jemanden aus dem kollektiven gedaechtnis tilgen wollten ...), dann darf einen nicht wundern, wenn der derart behandelte adoptierte auch in seiner lebenszukunft - was seine herkunfts-intentionen anbelangt - nicht mehr ernst genommen, geachtet und respektiert zu werden braucht und dies in so vielen faellen auch nicht mehr wird ...
DIE AUSLOESCHUNG VON HERKUNFT (psychisch, sozial, intellektuell, rechtlich) IST EIN VERNICHTUNGSAKT ... DIES MUSS IN ALLER KLARHEIT VERMITTELT WERDEN ... es werden damit von "der gesellschaft" ihr "unliebsame" (etwas beschoenigend gesagt) lebensgeschichten einfach "beseitigt", kosten gespart und gleichzeitig an anderer stelle defizite (kinderlosigkeit) kompensiert (dazu ist so ein leben noch zu gebrauchen ...), aus ihrer sicht werden also in erster linie probleme reduziert ...
erst seit mir all diese zuammenhaenge allmaehlich klar/er werden (denn es tauchen immer neue aspekte in meinen ueberlegungen auf!!!), beginne ich - auch retrospektiv - mein fuehlen, denken und handeln besser zu verstehen ... und ich sehe auch ebenso klar, wie ich da wie ein tier in einem - unsichtbaren, von kaum jemanden, aber manchen schon, erkannten - kaefig herumgerannt bin, wie mir zugeschaut wurde beim verzweifelten auf- und ablaufen, gegen die staebe rennen (vielleicht resultieren daraus die selbstverletzungen von borderline-erkrankten ...) ... und bei jenen, die mir dabei zugesehen haben und dafuer fortlaufend "gesorgt" haben, dass ich diesen kaefig ja niemals verlassen konnte, gehoerte da wohl auch eine gehoerige portion sadismus dazu, um mich fortdauernd derart kontrollieren zu koennen ...
adoption KANN ein positives instrument sein, um einem kind das aufwachsen in einer familie, zu der es wirklich gehoert, zu ermoeglichen (pflegekinder erleben sich doch immer als am rande bleibend, oder?!!!). es gibt eben situationen, in denen ein verbleib eines kindes bei seinen leiblichen eltern und familien nicht moeglich ist, warum auch immer.
aber ich bin inzwischen zutiefst davon ueberzeugt, dass adoption so geregelt werden muss und auch geregelt werden kann auf saemtlichen ebenen, dass HERKUNFT (in allen aspekten) MITGENOMMEN WERDEN KANN UND MUSS, nur dann ist gewaehrleistet, dass da einerseits nicht einfach ein leben in die kollektive versenkung verschwinden kann (auch auf herkunfts-seite!!!, auch bei jenen maennern, die sich da einfach durch absenzverhalten aus ihren "affaeren" ziehen ...) und auf der anderen seite dieses leben nicht einem lebenslangen missbrauch zugefuehrt werden kann ... mit diesen gedanken muesste ich doch auch bei jenen a-eltern und a-werbern auf offene ohren stossen, die in erster linie einem kind eine familie geben wollen ...
..., ich wuensche dir alles liebe ...
und nochmals danke fuer deine unterstuetzung hier ...
herzlichst
margaretha rebecca

Titel: Meine Gedanken zum Thema :-)
Verfasst am: Mi Jun 20, 2007 09:21
(...)
... ich lasse mir von NIEMANDEM mehr erzaehlen, wer mir wunden in welchem schweregrad zugefuegt hat, schon gar nicht mehr von a-seite her, die mich ein leben lang dazu GEZWUNGEN hat, so zu tun, als waere adoption mein psycho-soziales heilmittel und nur bestens gewesen ... ich weiss schon selber am besten, WER mir AUF WELCHE WEISE SCHMERZEN ZUGEFUEGT HAT ... adoption hat mir mindestens ebenso schwere wunden zugefuegt, wie die traumatisierung durch meine leiblichen eltern an meinem lebensanfang, denn im endeffekt bestand sie aus einer permanenten folge ungeheuerlicher retraumatisierungen, SO war das ... ein monstroeses gesellschaftliches regelungs- und bezugssystem war in der hauptsache dafuer verantwortlich, auch meine geliebten a-eltern waren seinen zwaengen unterworfen!!!!
... adoption ja ... habe ich immer vertreten ... aber es kommt auf die rahmenbedingungen an ... wenn der adoptierte seiner herkunft beraubt wird (auch rechtlich), unter DIESEN voraussetzungen NEIN!!!! adoption, die auf vernichtung von herkunft basiert, fuehrt den adoptierten menschen in ein inneres und vielfach auch aeusseres ELEND!!!! es führt ihn in ein durch und durch manipuliertes, gegängeltes, fremdbestimmtes, dauerkontrolliertes eben FREMDES leben hinein ...
... ich habe hier niemanden persoenlich angegriffen, niemandem gegenueber behauptet, er/sie sei "menschenverachtend" ... mir dies zu unterstellen ist geradezu laecherlich, denn wie jeder, der mich ueber die zeit hin ein wenig kennengelernt hat, weiss, mich ENTSETZT mittlerweile DIE UNMENSCHLICHKEIT DES - DERZEITIGEN - ADOPTIONS-SYSTEMS ...
und es entsetzt mich die ueberheblichkeit und besserwisserei so mancher, die sich da stets auf der "richtigen" seite waehnen ...
(...)

Titel: jegliche Hoffnung wird beim kennenlernen des Adokindes......
Verfasst am: Di Jun 19, 2007 22:00
liebe ...,
erlaube mir bitte, dass ich nur ganz kurz mich noch einmal einschalte zu dieser schuld-debatte ...
du kannst dir denken, dass mich genau DIESES thema schon extrem beschaeftigt hat, naemlich sowohl in bezug auf meine leiblichen eltern, den menschen gegenueber, die mir dann auch noch ungeheuerliche dinge angetan haben in weiterer folge und ... schliesslich ... mir selber gegenueber ...
ich sehe, dass du dir sehr wohlinformierte, strukturierte und kluge gedanken zum thema schuld gemacht hast ...
SCHULD ist ein so riesengrosses thema, dass ich persoenlich nur ganz wenig dazu sagen will, ich will keinen guten vortrag dazu aufbereiten, sondern schlicht etwas aus meiner emotionalen und intellektuellen spontanitaet heraus mitteilen ...
- ich erlebe in deiner ausfuehrung so etwaas wie eine starke fixierung darauf, dass es SCHULD SEIN MUSS (WORAN wird sie denn gemessen?) ... sie steht im zentrum des gesamten intellektuellen fokus ... kenne ich von mir sehr, sehr gut ;-))), war bis vor nicht allzu langer zeit ziemlich heftig in mir am werk ... ich habe mich schon zermartert an meinen schuldvorstellungen ... habe in geradezu inquisitorischer manier schuld festgestellt und geahndet mit den worten, an anderen und an mir ... war von besessener selbstgerechtigkeit ... auch mich selber habe ich von meinem urteil nicht verschont ...
- das geistige konstrukt der vorstellung ddes FREIEN WILLENS spielt nicht nur in der theologischen, philosophischen etc. diskussion eine wichtige rolle, sondern unsere gesamte rechtsprechung ist darauf hin ausgerichtet ... ich frage mich allerdings, wie frei dieser wille denn wirklich ist, welchen einfluessen er ausgesetzt ist etc., in welchen qualitäten er im menschen herangebildet wird, welche vorstellungen der einzelne mensch damit verbindet und wie er sich entfalten und behaupten kann in den verschiedenen situationen des lebens ...
- heute gehe ich mit viel, viel groessererr milde an dieses thema heran, auch deshalb, weil ich mich mit extremen situationen befasst habe, denen menschen ausgeliefert sind, und wie sie sich unter diesen bedingungen verhaltensmaessig "entwickeln" ... und ich stelle mir z.b. eine hungernde afrikanische frau vor, ein halbverhungertes baby in ihren armen, die noch andere kinder ebenso zu versorgen hat ... und ich kann mir vorstellen, dass es ein reiner liebesakt ist an das kind, wenn sie versucht, dieses kind menschen zu uebergeben, die fuer es sorgen ... (dass in solchen situationen sogar kinder verkauft werden, damit die anderen familienmitglieder wieder ein paar tage zu essen haben, verwundert mich auch nicht mehr ...) ... ein bekannter hat mir einmal von so einer situation erzaehlt, dass eine mutter versucht habe, einem vorbeifahrenden ihr kind zu uebergeben ... eine frau, die schwanger wurde, z.b. aus vergewaltigungen heraus, bedroht, im stich gelassen, ohne genuegend geld, um ein kind zu ernaehren, eine solche frau handelt verantwortungsvoll und aus liebe zum kind, wenn sie es in - wie sie meint und von anderen ueberzeugt wird - bessere haende fremder gibt ... oder eine frau, die von allen seiten erpresst wurde, ihr kind wegzugeben, der angedroht wird, sie verliere auch noch ihr anderes kind, wenn sie das eine nicht zur adoption gebe ... alles situationen, in denen diese menschen IN IHRER EIGENEN WAHRNEHMUNG KEINE ANDEREN MOEGLICHKEITEN MEHR ERKENNEN und denen auch NIEMAND hilft, andere optionen zu erkennen!!!, als eben ... in solchen situationen gleich mit SCHULD daherzukommen, nach ihr zu suchen, sie festmachen zu wollen etc., ist einfach m.e. nicht fair, wird diesen menschen in keiner weise gerecht ...
wenn ich heute die schuldfrage nicht mehr ins zentrum meiner ueberlegungen lasse, speziell im zusammenhang mit adoption, so bin ich nach wie vor unnachgiebig, was die kommunikation der wahrheit anbelangt ... gerade als adoptierte kann ich es nach wie vor nur extrem schwer aushalten, wenn ich angelogen werde ... wenngleich ich auch erkennen musste, dass die wahrheit auch darin besteht, dass bestimmte situationen geradezu den einsatz von "notluegen" erzwingen ... also, auch mit der wahrheit und nichts als der wahrheit ist das so eine sache ...
im grunde will ich mich nicht mehr mit diesen schuldfragen zermartern, natuerlich habe ich nach wie vor vorstellungen vom "guten" und "schlechten" verhalten etc., natuerlich orientiere ich mich daran und werde dies auch in zukunft tun ...
ABER ICH SUCHE NICHT MEHR IMMER UND UEBERALL ZUERST NACH DER SCHULD ... das hat sich bei mir in diese richtung gewandelt ...
will dir aber nicht meines unterstellen!!!!!!! du weisst, dass mich deine gedanken lediglich herausgelockt haben und ich meine gedanken dazu mitteilen wollte ...
ich gruesse dich sehr lieb und freue mich, dass du hier wieder mitschreibst
alles liebe
margaretha rebecca

Titel: Meine Gedanken zum Thema :-)
Verfasst am: Di Jun 19, 2007 12:26
(...) hier geht es um die TRAGWEITE einer EXISTENTIELL EINSCHNEIDENDEN VERAENDERUNG, das sollte nicht in ihrer DRAMATIK verniedlicht werden ... und die herumgereichten kinder spueren sie sehr wohl, denn ich habe das entsetzen in ihren augen gesehen!!!!

Titel: jegliche Hoffnung wird beim kennenlernen des Adokindes......
Verfasst am: Di Jun 19, 2007 11:58
so manch "subjektiv" getroffene feststellung laesst sich u.u. "objektivieren" ...
in JEDEM fall ist der zu adoptierende mensch verhandlungs-GEGENSTAND, umso mehr, als ihm zunaechst einmal ALLES ENTEIGNET WIRD, WAS IHM BISLANG GEHOERTE (und m.e. fuer immer gehoert), die festplatte muss neu formatiert werden, damit sie neu bespielt werden kann mit den adoptionalen daten ... und mir macht keiner mehr weise, dass hier nicht ein verdinglichungs-vorgang stattfindet, der in eine regelrechte form der "sklaverei" dieses menschen, der er von der herkunft her ist (und innen immer bleibt!!!!) fuehrt ...
den meisten in diesen zusammenhaengen agierenden leuten ist dies nicht bewusst (manchen schon, davon bin ich auch ueberzeugt), viele sind - reinen gewissens - davon ueberzeugt, moralisch-ethisch - rechtlich sowieso, wenn es mit rechten dingen zugegangen ist - korrekt gehandelt zu haben ...
ABER DIESE DINGE GEHOEREN AUFGEZEIGT ...
MENSCHEN-KONFORME ADOPTIONS-METHODEN SIND DURCHAUS DENK- UND IMPLEMENTIERBAR, ES BRAUCHT DAZU NUR DEN WILLEN ALLER BETEILIGTEN UND SCHLIESSLICH DESJENIGEN DER JEWEILIGEN NATIONALEN GESETZGEBER!!!!

Titel: Meine Gedanken zum Thema :-)
Verfasst am: Di Jun 19, 2007 11:45
wie "unrecht" manche leute doch haben und ... sie merken es nicht einmal ...
adoptierte sind eben nicht dazu da, um a-eltern oder solchen, die es gerne werden wollen, zu bescheinigen, wie "toll" sie denn seien ...
adoption ist immer mit grossen schmerzen auf seiten der herkunft und der adoptierten verbunden, von allem anfang an (mit schrecken denke ich an szenen von furchtbar panisch reagierenden kleinen kindern in der sog. 3. welt, die sich verzweifelt dagegen wehren, nun mit voellig fremden davonziehen zu muessen ... DIESE gesichtchen, das HILFESUCHEN gegen das, was da mit ihnen vorgenommen wird, und DIESE AUGEN, DIESE TRAENEN ... verfolgen mich in schlaflose stunden ... und ich weiss dann, dass ich es selber war und bin, die da weint/e ...

Titel: jegliche Hoffnung wird beim kennenlernen des Adokindes......
Verfasst am: Di Jun 19, 2007 08:21
# liebe ...,
hier machst du in der tat auf die totale rechtlosigkeit der/s adoptierten in dieser frage aufmerksam ... ein sehr unerfreulicher zustand!!!!! meine leiblichen eltern verkriechen sich z.b. hinter dieser mauer mir gegenueber ...
... hat wohl eher hier das "recht" der/s adoptierten auf moralisch/ethischer ebene festgemacht ... und als dem absolut schwaechsten part in diesem a-prozedere, das im grunde ein leben lang andauert fuer ihn/sie, sehe ich hier auch eine gewisse prioritaet beim/bei der adoptierten.
was nun die "schuld"-"frage" anlangt wuerde ich - aus heutiger sicht wohl nicht generell von "der schuld" der herkunfts-muetter sprechen ... zum einen weil hier die rolle der herkunfts-vaeter vollkommen ausgeblendet bleibt und zum zweiten, weil fuer herkunfts-muetter der innere und aeussere druck derart gross werden kann, dass sie - wie bibi dies eindruecklich beschrieben hat - gegen das innere gefuehl GEZWUNGEN ist zu handeln, und dies in sehr vielen faellen auch in form einer GEWISSENSENTSCHEIDUNG, welche auch die leibliche mutter meint, ZUM WOHLE DES KINDES zu treffen, denn SIE WILL, DASS ES DEM KIND GUT ERGEHEN MOEGE!!!
es gibt herkunfts-muetter, welche schuld auf sich geladen haben und solche, bei denen ich ihre entscheidung fuer adoptionsweggabe ihres kindes nicht in dieser form zuordnen kann!!!! es gibt sicher auch "mischformen", wie im fall meiner eigenen leiblichen mutter, welche unter enormem aussendruck gestanden ist (vollkommen fallengelassen von allen mit ihrem besatzungsbastard), allerdings dann auch - wissentlich - mit meinem leben "gespielt" hat ... meine dbzgl. aussagen haben - wie ich weiss - keinerlei juristische relevanz, da ich nicht juristisch argumentiere!!!!!
dass "die schuld" i.k.w. (im kurzen weg) "automatisch" der herkunfts-mutter zugeschoben wird, ist AUCH der adoptionalen "propaganda" zu verdanken ... dass dies von vielen adoptierten ebenfalls getan wird, resultiert aus der ungeheuren dbzgl. last, die sie ein leben lang zu tragen haben, denn sie (bei mir war/ist das jedenfalls so!!!) erleben sich als in einer umgebung zurueckgelassen, aus der die h-muetter "geflohen" sind, gezwungen, ein schlamassel ein leben lang auszubaden, vor dem sich die h-muetter in sicherheit gebracht haben ...
dass - aus meiner heutigen sicht - die totale hauptlast aus den menschenfeindlichen adoptionalen heimlichkeiten- und bevormundungsregelungen besteht, ist auch bei vielen adoptierten - aus vielen verschiedenen verstaendlichen gruenden - noch nicht in dieser form ins bewusstsein gedrungen ...
(wie gesagt, ich kann gut verstehen, dass eine a-familie - ich wuerde es jedenfalls als a-elternteil so handhaben wollen, wie ich schon oft sagte, wuerde ich unter best. voraussetzungen ohne zoegern ein kind adoptieren!!! - stabile und beruhigte alltagsbedingungen braucht fuer die zeit des aufwachsen des kindes, der kinder, ist fuer mich eine selbstverstaendlichkeit; was aber bitteschoen, spricht dagegen, die herkunfts-mutter wenn von ihr gewuenscht regelmaessig mit entwicklungsinformationen das kind betreffend zu versorgen; und was spricht dagegen, dem erwachsenen adoptierten die agenda seiner herkunft in seinen ureigenst eigenen rechts- und entscheidungsbereich zu uebergeben ... ihm den aus seiner herkunft resultierenden fuer ihn aufbewahrten wissens-, sozial- und rechtsbestand in seine selbstverantwortung zu uebergeben ... was spricht denn dagegen, dies alles von allem anfang an als ein selbstverstaendlichkeit im interesse des menschen-wohles des adoptierten anzusehen und allseits entsprechend zu vermitteln?!!!!! )
erst jahrelange befassung mit meinem lebensthema in alle moeglichen inhaltlichen richtungen haben mir eine differenziertere und den herkunfts-muettern wohl angemessenere sicht ihrer situation/en ermoeglicht!!!
liebe brigitte, hab ein wenig verstaendnis mit uns adoptierten auch in dieser a-angelegenheit ...
ganz herzliche gruesse
margaretha rebecca

Titel: Meine Gedanken zum Thema :-)
Verfasst am: So Jun 17, 2007 19:13
mit befaellt zu den geld- und sonstigen fluessen im zshg mit adoption folgender gedanke: welche motive und argumente immer dazu herhalten mussten, muessen, dass "fuer mich" "geld geflossen" ist, die tatsache allein, dass ich zum handelsOBJEKT und vertragsGEGENSTAND wurde, BESCHAEMT und DEMUETIGT MICH ZUTIEFST!!!! am liebsten moechte gar nicht daran denken ... wenn ich naemlich zu lange diese gedanken auf mich einwirken lassen, bekomme ich jene ekel- und inneren erstickungsgefuehle, die ich nur allzu gut kenne ...
also lass ich es gleich wieder ...

Titel: jegliche Hoffnung wird beim kennenlernen des Adokindes......
Verfasst am: Sa Jun 16, 2007 09:18
Liebe ...!
Gerade in meiner letzten Therapiestunde fragte mich meine Therapeutin: "Wenn Ihre Eltern laenger gelebt haetten, wie waere es denn weitergegangen. Haetten Sie von sich aus mit Ihnen begonnen, über die Adoption sprechen, zu fragen nach den Hintergruenden, den leiblichen Eltern ...?" Und ich habe spontan geantwortet: "Nein, auf keinen Fall. Das Thema war Tabu, und ich habe meine Eltern viel zu sehr geliebt, als dass ich sie damit konfrontieren wollte!"
Das heißt, ich haette NIEMALS irgend etwas tun wollen, das meine A-Eltern verletzt, kraenkt, an ihr eigenes Trauma erinnert, auch um den Preis meiner eigenen - wie ich heute erst weiß, berechtigten - Lebensinteressen. Niemals haette ich gewollt, dass sich irgendetwas zwischen mich und meine A-Eltern stellt!!!
Und Adoptierte, welche ihre A-"Eltern" überwiegend negativ erlebt haben, werden wohl kaum die Kraft finden, sich ihnen kraftvoll entgegenzustellen, zumal sie von Anfang an und fuer immer in jeder Hinsicht in der schwächeren Position waren, sind und bleiben.
Adoptierte, welche Adoption buchstäblich als "Gefängnis" erlebt haben, werden dies also auch nicht tun, denn wer wagt es schon, seinen "Gefängniswärter" zur Rede zu stellen.
..., vergesse nicht (du verstehst du Vieles und so genau!!!!), Adoptierte sind in JEDEM Fall, ob nun gluecklich mit ihrer Situation oder nicht, innerlich und aeusserlich AUSGELIEFERTE, i.d.R. ein Leben lang!!!
Liebe Gruesse an Dich und schoenes Wo-Ende
Margaretha Rebecca

Titel: Inkognito verschoben aus: Wer will was in diesem Forum
Verfasst am: Mi Jun 13, 2007 19:38
inkognito darf auch im letzten genannten fall nicht bedeuten, dass dem kind verwehrt bleibt, auf seine herkunft zuzugehen, informationen darueber zu erhalten, rechte zu nutzen etc. ...
waehrend ein kind aufwaechst braucht es wirklich schutz und sicherheit, es braucht liebe und eine familie, in der es sich geborgen fuehlen kann, aber so bald es als erwachsener gesetzesmuendiger mensch auch "die dinge" seiner herkunft - die ihm gehoert!!!! - selbstverantwortet, also auch ohne zustimmung von a-eltern oder h-eltern, gestalten will, dann muss diese - bewusst offengehaltene - option eben verfuegbar sein!!!! dem duerfen sich weder h-eltern (muetter UND vaeter!!!) noch a-eltern entziehen, und auf grund seiner besonderen lebenssituation verdient ein adoptierter in diesem bereich auch eine besondere loesung!!!!
so viel aus meiner sicht zum - vielbemuehten - kindeswohl!!!!
das "wohl" der herkunfts-eltern und die besondere verantwortung von adoptiv-eltern sind in all diesen zusammenhaengen ebenfalls thema!

Titel: Ärztliche Ratschläge
Verfasst am: Mo Jun 11, 2007 18:46
adoption ist nicht lediglich eine "andere art ein kind zu bekommen", das klingt naemlich gerade so, na ja, wenn nicht leiblich dann eben anders, jedenfalls ein "eigenes" kind wird's, und das ist doch das "entscheidende" ... so "locker" "funktionieren" all diese "dinge" wirklich nicht ...
wenn eigene kinderlosigkeit der grund fuer die entscheidung zur adoption ist, dann ist doch voraussetzung, dass diese eigene kinderlosigkeit aufge- und verarbeitet ist und ... eben auch als solche akzeptiert koennen werden muss ... wenn aber diese wunde in den a-eltern weiterbrennt (und ich kann mir gut vorstellen, dass hier ein grosses leiden und unglaubliche gesellschaftliche und sonstige zwaenge ebenfalls am werk sind!!!!), und man meint, sie koenne mit einem per se traumatisierten menschen (dem a-kind) "geheilt" werden, so sind das sehr unguenstige voraussetzungen fuer einen einigermassen "gesunden" gemeinsamen weg ... da treffen dann naemlich zwei schwerst verwundete aufeinander, und jeder wuerde eigentlich fuer sich selbst hilfe brauchen ... im unterschied zu leidenden kinderlosen potentiellen a-eltern koennen verlassene kleine kinder absolut nicht ueber ihre situation nachdenken und sie verarbeiten, sie koennen sich in keiner weise selber helfen, sie brauchen naemlich hilfe beim taeglichen ueberleben (dieses haben erwachsene i.d.r. schon lange nicht mehr noetig), sie tragen ein schweres buendel und haben noch ihre gesamte soziale etc. menschenentwicklung vor sich, und sie sollten deshalb in eine umgebung gelangen (wenn es denn fuer das kind unbedingt notwendig ist), die moeglichst frei von schwelenden dauerproblemen ist, eine umgebung, die sich wirklich auf das kind, das es ist und mit allem, was es mit sich bringt, und dazu gehoert eben die gesamte herkunft, voll und ganz einlassen kann ...
wenn die adoptiveltern zu sehr mit ihrer eigenen problemlage beschaeftigt sind, und das sind sie, wenn sie meinen, ein fremdes kind total zu ihrem eigenen machen zu muessen, so muss der kleine traumatisierte mensch durch seine gesamte entwicklung hindurch "heilmittel" sein fuer etwas, das mit ihm rein gar nichts zu tun hat ... denn unfruchtbarkeit, kinderlosigkeit und die - zu achtende - tiefe verzweiflung von menschen deswegen sind denkbar ungeeignet, um auf seine beduerfnisse adaequat zu reagieren ... er ist ein verlassener mensch, der nichtsdestotrotz ins leben hineinwachsen will, geachtet fuer alles, was er ist, der viel traurigkeit in sich traegt und dennoch gluecklich, lustig und und und sein will ... und hier ist noch nichts gesagt ueber die leiblichen muetter ... und vaeter ... , die leiblichen eltern von kindern, die in die adoption gegeben werden ... nichts gesagt darueber, dass diese leiblichen eltern schlicht nicht aus dem leben eines menschen auszustreichen sind (niemand darf das tun!!!!! auch diese selber nicht auf immer und ewig!!!!! ich kann mir schutzdistanzen bzw. -zeiten fuer leibliche muetter von jahrzehnten vorstellen, zumindest bis das kind erwachsen ist, aber alle leiblichen eltern - auch die vaeter - sollten sich im klaren sein, dass dieses von ihnen erschaffene kind eines tages vor ihnen stehen wird moeglicherweise und fragen und ...) ... nichts ist gesagt ueber das leiden der leiblichen muetter und - gelegentlich wohl auch - vaeter ueber den verlust ihrer kinder ...
was da irgendwelche "berater" von sich geben, wenn der tag lang ist, mutet schon auch auf mich wie eine reine zumutung an, so viel zum schluss noch zum ggst. zitat, das brigitte hereingestellt hat ...

Titel: Wichtig! An Alle!
Verfasst am: Mo Jun 11, 2007 13:15
hallo ...,
1. ja ist dir denn nicht aufgefallen, dass "der ton" sich im zusammenhang mit dem "auftauchen" "bestimmter" leute rapide verschlechtert hat? es gibt menschen, die es sehr gut verstehen, mit den emotionen der anderen (und adoption ist ein emotional ueberladenes thema wohl bei den allermeisten betroffenen) zu "jonglieren", sie zu "reizen", die "dinge" so zu "drehen" dass dann aber "die anderen" an der missstimmung schuld sind ... tut leid, alles schon dagewesen andernorts, in einem ungeheuerlichen ausmass ... die ergebnisse kennen wir bereits, die absichten jener leute ebenfalls ... da heisst es, auf der hut zu sein!
2. so lange adoption auf basis der zerstörung von herkunftsidentitaet (namen, geschichte, rechte) beruht, so lange eine durchgaengige inkognito-praxis jeglichem missbrauch an der hot der herkunfts-muetter und in der folge an den adoptierten vorschub leistet, so lange in der gesellschaft menschen davon ausgehen, es gehoere zu den selbstverständlichkeiten, dass man menschen ihre angestammten wurzeln einfach abreisst und sie notduerftig mit adaptions-arrangements versorgt, so lange allseits davon ausgegangen werden kann, dass es rechtens ist, dass man einen menschen identitaetsmaessig einfach in der versenkung verschwinden lassen kann ... ist das eben eine sehr schlechte loesung als instrument des krisenmanagements in diesem bereich ... d.h. es muss wohl eine ganze menge unternommen werden, um adoption - und ich bin nicht gegen adoption, zumal ich selber im rahmen meiner eigenen adoption auch sehr gute erfahrungen gemacht habe - menschenwuerdig zu gestalten fuer alle beteiligten!!!
3. wenn das kindeswohl tatsaechlich im mittelpunkt stuende, dann truege man vielmehr sorge, dass die kinder in ihren leiblichen familien verbleiben koennen, dass die muetter die noetige unterstuetzung erhalten, die sie brauchen, um ein kind auch alleine grosszuziehen ... und wenn es eben so sein MUSS (ja, wir wissen, da gibt es bestimmte situationen und prozentsaetze, welche dringend eine entfernung der kinder aus ihren leiblichen familien erfordern), dann sollen tatsaechlich eltern FÜR kinder gefunden, fuer die kinder, als die sie von anfang an sind, dann sollen die kinder eben ihre angestammte identitaet mitnehmen duerfen in die neue umgebung, dann kommt eben das neue - auch identitaetsmaessig HINZU und es bildet sich eine bipolare identitaet, oder aber wenn die situation es erfordert, die herkunftsidentitaet wird eben mit der adoptonalen identitaet UMMANTELT ... DANN NUR SIND M.E. DIE ADOPTIV-ELTERN NAEMLICH WIRKLICH ELTERN FUER DIESE KINDER!!!!
ich bin sicher, dass du gute absichten hast
und wuensche dir jedenfalls alles gute
margaretha rebecca

Titel: jegliche Hoffnung wird beim kennenlernen des Adokindes......
Verfasst am: Mo Jun 11, 2007 08:39
liebe ...,
auch dir vielen dank fuer deinen beitraeg, fuer alle deine beitraege ...
du weisst, dass auch gerade dein schweres schicksal mich sehr ergriffen und - wie berichte anderer herkunfts-muetter ebenso - zu einem starken nachdenken und in folge sogar zu einem umdenken in sachen adoption bewogen haben!!!!
es ist mir klar geworden, dass gerade herkunfts-muetter vielfach indirekt und direkt gezwungen worden sind von ihren umfeldern, ihr kind in die adoption zu geben. und es ist mir aufgegangen, welches LEID das auch gerade fuer viele dieser h-muetter ein leben lang bewirkt!!!
und das alles DARF NICHT LAENGER AUSGEBLENDET BLEIBEN, WENN WIR VON ADOPTION SPRECHEN!!!!!
(eines muss ich allerdings auch sagen an dieser stelle: fuer "selbstverwirklichungs"-argumente, die fuer die kindesabgabe herhalten muessen, bin ich nicht zu haben, damit will ich als adoptierte nichts zu tun haben, denn zu massiv sind der einschnitt und seine folgen, die adoption fuer den/die adoptierte/n hat!!!)
ich weiss, von jemandem geduld einzufordern, dem unrecht getan wurde, ist beinahe unmenschlich, aber fuer einen allenfalls respektvollen und sinnvollen kontaktaufbau zwischen herkunfts-eltern und adoptierten und eventuell dann auch den a-eltern (der - davon bin ich immer mehr ueberzeugt - in allen phasen und auf allen seiten qualifiziert begleitet und betreut werden sollte, denn alle seiten sind oftmals in der reunion-situation total ueberfordert, nicht ausreichend informiert etc.) ist sie unabdingbar ... tja ... was tun, wenn die emotionen mit einem karussell fahren ...........
ganz liebe gruesse und alles gute
margaretha rebecca

Titel: Adoption ist Menschenhandel! ??????????
Verfasst am: So Jun 10, 2007 19:03
zu brigittes satz:
adoption ist ein vorgang, bei welchem in die existentiellen grundlagen eines menschenlebens eingegriffen wird, ohne dass dieser mensch die geringste gelegenheit erhaelt, dabei "mitzureden", jedenfalls im falle von klein- bzw. kleinstkind-adoptionen.
im falle, dass ein identitaets-austausch stattfindet, wird herkunfts-identitaet gezielt vernichtet, um diesen menschen - mit adaptierter identitaet - in das neue umfeld gezielt "einpassen" zu koennen ...
jede gezielte vernichtung von herkunft (egal auf welcher ebene) empfinde ich - adoptierte - mittlerweile als raub und - lebenslange - vergewaltigung an meiner person ...
wenn im zuge der abwicklung des menschen-transfers bei adoption geld- bzw. sachleistungen zum tragen kommen, so kann m.e. durchaus von einem "handel" gesprochen werden, und zumal das transferierte objekt (denn aufgrund der vernichtung von herkunft verliert der transferierte mensch aus meiner sicht jeglichen subjekt-status und wird total ver-objekt-iviert!!!!) ein MENSCH ist, warum soll unter diesen voraussetzungen nicht von "menschenhandel" gesprochen werden ...
brigitte ist eben eine scharfe denkerin!!!!

An allen im A-Dreieck
Verfasst am: Fr Jun 08, 2007 06:56
hallo ...,
geh einmal auf meine private homepage und schau dich um unter dem menuepunkt adoption. dort kannst du feststellen, mit welcher liebe und hochachtung ich von meinen adoptiveltern spreche ... wie sehr ich sie liebte und immer noch liebe ... es gibt auch in diesem forum viele beitraege, in denen ebenfalls sehr freundlich ueber adoptiv-eltern gesprochen wird!!!!
allerdings habe ich auf all meine beitraege in den diskussionsforen keine positive reaktion auf meine persoenliche forderung, dass herkunftsidentitaet (fakten, geschichte, rechte ...) im falle einer adoption dem/r adoptierten ERHALTEN werden sollen keine reaktion seitens ansonsten sehr freundlich gespraechsbereiter a-eltern erhalten ... auch das hat dazu beigetragen, meine augen betr. den grundstrukturen und rahmenbedingungen von adoption zu oeffnen.
es ist auch gut, dass mir die augen aufgegangen sind und ich endlich sehen kann, welches LEID da auf der seite der herkunftsmuetter, auch der eine und andere h-vater sei nicht vergessen, durch das bestehende adoptionssysten und seine gesellschaftliche praxis LEBENSLANG VERURSACHT wird ... dies im uebrigen auch in den allermeisten faellen auf seiten der adoptierten ... UND DAS MUSS EINMAL AUFGEZEIGT WERDEN, denn dafuer gibt es noch keine ausreichende wahrnehmung in unserer gesellschaft!!!!
ich denke auch, dass sich da vieles aendern wird muessen, um adoption menschenwuerdig fuer alle beteiligten leben zu koennen. jedenfalls muss sich das denken in bezug auf den (zu adoptierenden) adoptierten menschen grundlegend wandeln. einen menschen darf man ganz einfach nicht einfach wie eine pflanze ausreissen, transferieren und neu einpflanzen (auch so manche pflanze vertraegt solche transfers nicht ohne grossen schaden!!!!) ... und meinen, damit sei seinen menschen-beduerfnissen genuege getan, dem - so viel bemuehten - kindeswohl entsprochen ... denn vernichtung von herkunft hat einfach rein gar nichts mit dem kindeswohl zu tun, im gegenteil, das ist ursache fuer viele leiden in der zukunft dieses menschen, die ein leben lang andauern ...
wenn ihr beabsichtigt, ein kind durch adoption in eure familie aufzunehmen, so wuerde ich ihm wuenschen, dass ihr es MIT SEINER HERKUNFT annehmen koennt, mit allem, was sie eben ausmacht, denn HERKUNFT kann und darf nicht vernichtet und/oder ausgeblendet werden. vergesst auch nicht, dass seine mutter, die dieses kind wahrscheinlich gerne selber behalten haette, es zur adoption gab, weil sie nicht anders kann ... und weil sie dem kind gutes will und es liebt, indem sie es in fremde haende legt!!!
ich wuensche euch alles gute
margaretha rebecca

Ich werde noch ganz und gar verrückt!
Verfasst am: Mi Jun 06, 2007 13:24
hi ...,
ich denke, ich weiss HAARGENAU, WAS du da meinst ... es ist mir ganz genau SO ergangen wie dir nun, nur hat das wieder auseinandergehen sich - auch in der distanz, die ja v.a. den us-vater beschuetzt, zumal der atlantik dazwischen liegt und das us-rechtssystem!!!!! - uebe etwa 2 jahre hingezogen, bis ICH ES DANN NICHT MEHR AUSGEHALTEN HABE, mit den "hungerrationen" kommunikativ zu ueberleben und den kontakt von mir aus beendet habe ...
vielleicht hat dein vater aengste, du koenntest ihn rueckwirkend auf unterhalt klagen, zumal er ja damals die vaterschaft offiziell anerkannt hat (und das ist eine der ganz entscheidenden klauseln!!!!) ... das wuerde ihn womoeglich ruinieren, wenn du vor einem amerikanischen gericht diese forderungen geltend machen wuerdest!!!!! vielleicht hat ihm ja jemand geraten, dich aus diesen gruenden auf distanz zu halten!!!
was dies alles fuer UNS auf den diversen ebenen (v.a. psychisch etc.) bedeutet, das stellen sich diese leute lieber alle gar nicht vor ... und halten uns weiter vom hals ...
ich denk an dich
margaretha rebecca
p.s.: weisst du im uebrigen, dass - unter bestimmten voraussetzungen - uns durch unsere abstammung die us-staatsbuergerschaft per gesetz ZUSTEHT?!!!!
Schau mal nach im Immigration and Nationality act:
http://www.uscis.gov/portal/site/uscis/menuitem.eb1d4c2a3e5b9ac89243c6a7543f6d1a/?vgnextoid=f3829c7755cb9010VgnVCM10000045f3d6a1RCRD&vgnextchannel=f3829c7755cb9010VgnVCM10000045f3d6a1RCRD
http://www.uscis.gov/propub/ProPubVAP.jsp?dockey=cb90c19a50729fb47fb0686648558dbe
hier u.a.: Act 301, Act 308, Act 309

Titel: Finden oder Gefundenwerden. Verfasst am: Di Mai 29, 2007 21:17
ich wurde zweimal (!!!) im abstand von 10 jahren gefunden, zunaechst muetterlicher-, dann vaeterlicherseits ... zunaechst hatte es sich fuer mich wunderbar "angehoert", dass leiblicherseits interesse an mir besteht ... u.a. auch deswegen, da ich zu diesem zeitpunkt - mit 18 1/2 - schon wieder restlos allein in der welt stand ...
bedauerlicherweise sind beide reunions schliesslich gescheitert, aus den verschiedensten gruenden (hauptsaechlich: unterschiedlichste sozialisationen, auch kulturell, adoptionsspezifische entfremdungserscheinungen wie auch sonstige adoptionsspezifische problemlagen auf allen seiten, dominanz, jedoch inkompatibilitaet der jeweiligen eigeninteressenslagen ...)
durch das zweimalige ueberrumpelungsartige gefunden-werden war ich beide male situativ (situationsgestaltungsbezogen) in der um vieles schwaecheren position ... noch einmal "geschah" also "mit mir etwas", so wie schon zum anfang meines lebens, das nicht wesentlich ich handlungsorientiert kontrollieren und steuern konnte ... aufgrund des wiederholten negativen ausgangs fuer mich eine zweimalige in ihren auswirkungen auf mein gesamtes leben in saemtlichen bereichen sich auswirkende geradezu existenzbedrohende katastrophe ...
auf meinem erfahrungshintergrund kann ich enis' sehr, sehr gut verstehen ...
ich kann in der zwischenzeit allerdings auch die grossen noete v.a. von herkunfts-muettern verstehen, v.a. jenen, welche durch die kindesabgabe "unter druck" ebenso fuer ein ganzes leben traumatisiert wurden, wenn sie - v.a. durch inkognito-praxis - erfahren wollen, wie es ihrem kind denn geht, die am nichtwissen ebenso nachmaligen seelischen und sonstigen schaden nehmen, leiden, krank werden etc. etc. etc.
ich bin sehr froh, dass auch herkunfts-muetter (den begriff "bauchmama" mag ich persoenlich nicht!) verstaendnis fuer die haltung von enis aufbringen, sogar dann noch, wenn ihnen eine aehnliche haltung ihres eigenen kindes wohl sehr weh tun wuerde ...
den kontaktwunsch beim jugendamt zu deponieren, halte ich fuer sehr gut, und hier besonders brigittes vorschlag, die moeglichkeit eines abstandhaltens seitens des/r adoptierten deponieren zu lassen, wenn dies von ihm/ihr gewuenscht wird ...
auf jeden fall soll der/die adoptierte selbst entscheiden - unabhaengig auch von den a-eltern - , ob er/sie den kontakt wuenscht und wie er/sie ihn gestalten will (tempo etc.). es sollte a-eltern von allem anfang klar gemacht werden, dass sie diesen wunsch spaetestens ab gesetzlicher muendigkeit als selbstverstaendlich zu respektieren haben (am liebsten waere mir hier natuerlich eine definitive dbzgl. gesetzliche regelung i.s. der/des adoptierten!!!), entwicklungspsychologisch ist der zeitpunkt wohl schon frueher anzusetzen ...
ob ich - ab diesem zeitpunkt - erfreut gewesen waere, wenn sich a-eltern, h-eltern noch einmal diese "dinge" untereinander ausmachen, meine ich, entschieden verneinen zu koennen ...
wichtig ist mir hinsichtlich der direkten kontaktnahme und deren gestaltung, dass die handlungsprioritaet ZUNAECHST bei/m der/dem adoptierten liegt ... wie sich der kontakt dann konkret gestaltet, ist wiederum eine eigene angelegenheit, hier gibt es wohl sicher eigendynamiken, die gerade bei derartigen reunions schwer zu "steuern" sein werden ...
ist nur mein subjektiver standpunkt

Titel: Was bedeutet Adoptiert sein für Euch? Verfasst am: Do Mai 24, 2007 15:50
hi ...,
habe gerade deinen beitrag durchgelesen ... hat mich unglaublich mitgenommen ... weil ... du mir direkt aus der seele sprichst ...
all das ist sooo schwer auszuhalten ...
bei mir macht sich dieses verstrickt-sein-bleiben in die unausweichlichen fakten meiner biografie seit jahrzehnten u.a. damit bemerkbar, dass ich mich in zyklisch auftretenden phasen fuehle wie "dreck im dreck" ... DASS ich mich so fuehlen muss, hat mit den ungeheuerlichen normativen auf informeller und formeller ebene - leider immer noch - wirksamen festlegungen zu tun ...
dennoch freue ich mich auch meines lebens ... auch ich traeume schon seit jahrzehnten vom freisein von "diesen dingen" ... heute - nach langen jahren der therapeutisch begleiteten aufarbeitung - "ekelt" es mich regelrecht, dass ich nicht einfach der mensch sein und bleiben konnte, der ich von allem anfang an war und - innen - auch geblieben bin ... und all diesen ausgrenzern, verdraengern, ausblendern und im grunde vernichtern, vor allem jenen, die i.d.r. unsere h-muetter dazu GEZWUNGEN haben, uns aufzugeben, sage ich mitten ins gesicht, JEDES LEBEN IST HEILIG, JEDES LEBEN DARF DAS SEIN, WAS ES IST UND VON INNEN HERAUS WERDEN MOECHTE ... (wissend, dass sie es wahrhscheinlich niemals begreifen werden ... )
dank fuer deinen beitrag
alles liebe und viel kraft fuer dich
margaretha rebecca

Titel: Was bedeutet Adoptiert sein für Euch? Verfasst am: So Mai 20, 2007 21:29
hallo ...,
lieben dank fuer diese deine antwort an ...!!!
ich bin inzwischen davon ueberzeugt, dass es wesentlich das inkognito/die anonymität mit all den entwuerdigenden implikationen ist, das/die hier als verursacher dieser aussichtslosigkeiten im adoptierten und auch den h-muettern/eltern mit-verantwortlich gemacht werden muss! (uebrigens: dass in besonderen faellen kinder und/oder die h-muetter geschuetzt werden muessen, erfordert nicht zwangslaeufig ein inkognito/anonymitaet auf allen ebenen und fuer immer. es kommt vielmehr darauf an, WIE der schutz sinnvoll organisiert wird!!! aber das passt jetzt wahrscheinlich nicht mehr fuer ...!!!! ... sorry, ...!)
margaretha rebecca

Was bedeutet Adoptiert sein für Euch? Verfasst am: So Mai 20, 2007 18:02
liebe ...,
so furchtbar und scheinbar unverständlich deine aussage auch klingen mag, ich kann sie sehr gut nachfuehlen und verstehen, weil ich selber sehr, sehr oft so gefuehlt habe in meinem leben ... insbesondere in jenen zeiten, als ich vollkommen allein mit meinem "schicksal" zu hadern hatte ... ich dem druck der dunkelheit nicht mehr standhalten zu koennen meinte ...
ich hoffe fuer dich, dass dein lebenswunsch immer staerker ist, als ...
ich hoffe, dass es menschen fuer dich gibt, die zuversicht und freundschaft und ... liebe ... in dein leben bringen ...
ich hoffe, dass du vieles verfügbar hast, das in der lage ist, freude in dir auszulösen ...
ich hoffe, dass du stets aufs neue ein starkes ja zu deinem leben, zum leben sagen kannst
alles gute und liebe fuer dich
liebe ...,
mein statement ist selbstverstaendlich nicht gegen das deinige gerichtet
margaretha rebecca

Titel: hi an alle Verfasst am: Mi Mai 09, 2007 12:46
liebe bianka,
liebe alle,
nun bin ich schliesslich auch hier eingelangt ...
bianka, ich gratuliere dir - wie dir schon privat mitgeteilt - auch hier fuer deinen tollen start mit diesem forum, mit deiner seite ... es tut gut, festzustellen, dass so viele von adoption betroffene sich an den diskussionen beteiligen, und dass sich eine solche themenfuelle aufgetan hat ... danke dir und auch den forums-moderatoren fuer diesen mutigen schritt!!!!
ich selber werde mich - das war ebenfalls einer der gruende fuer mein zuwarten - ein wenig zurueckhalten, um anderen adoptierten (bin ja selber eine adoptierte) bewusst den vortritt in den diskussionen zu lassen. es hat sich zu meiner grossen freude gezeigt, dass andere adoptierte, und auch ganz neu als schreibende hinzugekommene, sich gott sei dank deutlich und eifrig einbringen ...
es freut mich auch, dass nun mehrere herkunfts-muetter als ich es bisher gewohnt war, sich aktiv an den diskussionen beteiligen. als adoptierte bin ich interessiert, moeglichst viele einzelne schicksale von dieser seite kennenzulernen!!!! schoen waere es auch, wenn mehrere stimmen von der a-eltern-seite sich bemerkbar machen werden ...
nun, dies einmal als kleines lebenszeichen von mir ... gebt mir einfach ein wenig zeit und habt auch geduld mit mir ;-)))
ganz liebe gruesse an euch!!!!
margaretha rebecca

Margaretha Rebecca Hopfner, Wien 2007

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