Vatersuche - US-Staatsbürgerschaft - Zum Leitfaden für US-Besatzungskinder

Margaretha Rebecca Hopfner

Beiträge zum Thema Adoption

im Diskussionsforum von adoption.de

2006

 

Seine persönliche Herkunft gehört zum Menschen und sie gehört dem Menschen!
Jeder Mensch hat das Recht auf seine Herkunft!
Die Anonymisierung von Menschen und Inkognito-Adoption
sind menschenverachtend! Sie machen aus Menschen (die ihre Herkunft tief innen immer in sich tragen!!!) zwangsläufig (moderne Nobel-)Sklaven und schaffen weltweit ein ungeheures Missbrauchspotential!!!!!!!
Herkunft darf also dem Menschen nicht vorenthalten, enteignet, geraubt werden!
Herkunft darf niemals vernichtet werden!!!
Adoption ist kein Instrument zur Familienplanung!
Adoption kann ein Weg sein, einem verwaisten Kind eine Familie zu geben.
Es müssen rechtliche Regelungen geschaffen werden, welche die Herkunft dem adoptierten Menschen auf allen Ebenen rechtlich bewahrt und gleichzeitig durch adoptional wirksame Bestimmungen sinnvoll ergänzt.
Adoption muss national und international rechtlich derart geregelt werden, dass die Menschenwürde aller Betroffenen gewahrt bleibt!
Kein einziger Mensch ist ein Bastard!!!!!
"DIE WAHRHEIT IST DEM MENSCHEN ZUMUTBAR."
Ingeborg Bachmann

Einige Jahre beteiligte ich mich an den Diskussionen im Forum von adoption.de. Es existieren dort bereits über Tausend registrierte Beiträge von mir, und die inhaltlich mir wichtigsten präsentiere ich ebenfalls seit Jahren auch hier. Die Beiträge habe ich im originalen Wortlaut sowie der von mir im Forum verwendeten Orthographie übernommen, Verschreibungen wurden absichtlich nicht wegkorrigiert. Es handelt sich bei meinen Beiträgen um jene Bruch-Stücke der "Dinge meines Lebens", die im fortgesetzten Prozess ihres vorläufigen und schließlichen "Erkennens" buchstäblich aus mir herausgebrochen sind! Mein Mitschreiben im Forum hatte wesentlichen Anteil am unumgänglichen Verarbeitungsprozeß zur Geschichte meiner Adoption. Ein Dankeschön an das Ehepaar Fasen, welches die so wichtige Webseite zum Thema Adoption geschaffen hat und betreut und an all jene Diskussionsteilnehmer, die im Lauf der Jahre einen Austausch zum Thema Adoption mit mir gepflegt haben. Nur in der direkten Kommunikation mit anderen Betroffenen war mir mein eigener Ausdruck in dieser Form erst möglich!!!


28.06.2006 - 18:45: RE: ist adoption sinnvoll?
liebe irma,
in deinem statement unterschreibe ich JEDEN einzelnen satz!
"Was ist Sklaverei
Sklaven sind sozusagen Menschen ohne Rechte. Sie wurden steht’s als Dinge und nicht als Personen angesehen: Die Arbeit und die Dienste der Sklaven sind erzwungen. Sie gelten als Eigentum einer anderen Person und sind dem Willen ihres „Besitzers“ vollständig unterworfen."
http://www.wasistwas.de/geschi chte/alle-artikel/artikel/link //172da5be35/article/1956-uno- verbietet-auch-moderne-form-de r-sklaverei.html?tx_ttnews%5Bb ackPid%5D=48
trifft das nicht augenfaellig auf manche adoptionspraktiken zu, eben fuer den menschen, der wir von der geburt her sind?
liebe gruesse
margaretha rebecca

25.06.2006 - 23:35: RE: ist adoption sinnvoll?
(...) misshandlung sind torturen fuer den/die misshandelten, ganz egal, von wem sie ausgehen! je NAEHER dem/r misshandelten der misshandelnde, um schrecklicher fuer erstere/n ...
daran, dass meine leiblichen eltern mich gezielt und mit unglaublicher kaelte aus dem weg geschafft haben, und dies mehrfach im leben, kann ich beileibe KEINERLEI liebe zu mir erkennen!!! SICH SELBST haben sie geliebt, eine zeitlang auch sich gegenseitig ... aber MICH NIEMALS ...
that's the way it is ...
mit DIESER negation leben zu muessen ist auch nicht einfach, das kannst du mir glauben ... zumal mein FEIND buchstaeblich in mir SITZT (trage ja ihre gene und ein gutteil ihrer eigenschaften) ... DESHALB bemuehe ich mich auch, jenen teil in meinen leiblichen eltern als positiv wahrzunehmen, der positiv wahrgenommen werden kann ...
UND ... zum glueck begegneten mir (im unterschied zu dir) menschen in den personen meiner adoptiveltern und einige andere, deren LIEBE diese HERKUNFTS-NEGATION einigermassen ausgeglichen hat ... HEUTE SETZE ICH MICH ENDLICH AUS EIGENER KRAFT UEBER DAS DESASTRÖSE VERHALTEN MEINER LEIBLICHEN ELTERN MIR GEGENUEBER HINWEG!!!
(...)

25.06.2006 - 21:00: RE: ist adoption sinnvoll?
ich wiederhole meine aussage:
ADOPTION K A N N EINE SINNVOLLE LOESUNG SEIN. denn ich selbst waere wohl - ohne adoption - durch den "kanal" der gesellschaft entsorgt worden und waere vermutlich gar nicht mehr am leben ... auch durch mehr oder weniger aktives zutun meiner leiblichen eltern, hier v.a. der leiblichen mutter ...
es ist einfach LAECHERLICH, zeugt von einer unblaublichen DENKFAULHEIT und DUMMHEIT und moralisch-ethischen BLINDHEIT, wenn fuer ALLES die schuld den "boesen patriarchalen strukturen" gegeben wird ...
unter wahrung menschenwuerdiger standards fuer alle betroffenen, wuerde auch ich selber ein kind adoptierten (bin aber schon zu alt dazu) ...

18.06.2006 - 21:05: RE: Mein Mann will meine Tochter adoptieren
(...)
Immer wieder stellt sich mir die Frage: Weshalb musste das ausgerechnet mir passieren?
(...)
diese deine frage kenne auch ich sehr, sehr gut, denn ich habe sie mir wohl schon milliardenmale gestellt ...
ich kann mir auch gut vorstellen, dass du auf dem hintergrund DEINER adoptionserfahrung und den mir ihr verbundenen torturen nicht im angenommenen-status ausharren kannst und schon gar nicht willst ... deshalb waere es doch so wichtig fuer dich, wenn du mit gleichgesinnten eine groessere aktion planst und durchziehst ... wenn du kraft findest, tue dies!!!!
ich selber habe zu adoption, im speziellen zu meinen a-eltern - wie ich ja immer schon gesagt habe - ein sehr positives verhaeltnis. sie sind tatsaechlich meine "retter", aber sie sind natuerlich viel, viel mehr fuer mich geworden. dass aber die adoptionspraxis von grund auf revidiert, umstrukturiert und menschen-gerecht gestaltet werden muss, damit sie auch von allen betroffenen menschen-gerecht gelebt werden kann, ist mir aber auch aus meinem eigenen a-schicksal klar geworden!
ich wuensche dir, wie schon so oft, dass du diese deine so unertraegliche buerde abschuetteln wirst koennen!!!!
lg
mr

18.06.2006 - 19:19: RE: Mein Mann will meine Tochter adoptieren
(...) zu mir:
es besteht durchaus die moeglichkeit, dass die usa mein oesterr. vaterschaftsurteil anerkennt. welche rechtsfolgen dies dann haben wird, ist allerdings offen, zumal ich ja auch adoptiert worden bin. allerdings wurde mir gesagt, dass ich durch ABSTAMMUNG amerikanische staatsbuergerin sei und den behoerden zur wahrung meiner rechte lediglich diverse dokumente vorzulegen haette, u.a. das gerichtsurteil.
ob mir's "spass macht"?
spass vielleicht nicht gerade, aber mittlerweile empfinde es es als sehr wohltuend, dass ich die extreme schmerzzone verlassen konnte ... ich mache mir keine hoffnungen auf resultate in meinem sinn (wie schon bei der vaterschaftsklage nicht) und werde mich einfach freuen, wenn das eine und andere klappt, wenn nicht, dann eben nicht, werd ich mich nicht graemen ... es ist einfach spannend ... und mit der noetigen inneren distanz kann man/frau auch die damit verbundenen unverschaemtheiten von anderen mit einem achselzucken abtun ...

18.06.2006 - 19:10: RE: ist adoption sinnvoll?
ich sehe derzeit keinerlei veranlassung, meinem o. beitrag irgend etwas hinzuzufuegen ...
oder doch?!!!
ja genau:
in der tat: ich ehre vater und mutter!!!!!
meine leiblichen dafuer, dass ich das leben erhalten habe und meine adoptiveltern fuer alles andere!!!!

Registriert: 27.03.2004 Beiträge: 729 18.06.2006 - 17:21: RE: Mein Mann will meine Tochter adoptieren
(...) hast du wirklich schon ALLE verfuegbaren rechtsmittel genutzt? was koennte aus deiner sicht getan werden, um die derzeitige rechtslage zu veraendern? hast du wirklich schon ALLE verfuegbaren rechtsmittel genutzt?
ich beispielsweise mache mir betr. meiner weiteren moeglichkeiten auch keine allzu grossen hoffnungen, strebe allerdings dennoch eine rechtliche anerkennung des oesterr. vaterschaftsurteils in den usa an, und dies, obwohl mir klar ist, dass die usa keine allzu freundliche haltung zu den von ihnen fallengelassenen "besatzungskindern" nach wkII einnehmen ...
was soll's, der weg ist mein ziel ...
lg
mr

17.06.2006 - 14:39: RE: ist adoption sinnvoll?
ja, adoption KANN eine gute loesung sein, allerdings unter einhaltung menschenwuerdiger standards fuer alle betroffenen und beteiligten.
ich persoenlich bin sehr gluecklich, aus einer katastrophischen ausgangssituation heraus adoptiert worden zu sein. dafuer und fuer vieles andere LIEBE und WERTSCHAETZE ich meine adoptiveltern.
meine persoenliche erfahrung mit meinen leiblichen eltern ueber die jahrzehnte hinweg hat mir gezeigt, dass nicht ALLE leiblichen eltern ausschliesslich als "opfer" zu sehen sind (wenngleich, wie ich annhme, sehr viele leibliche eltern, v.a. muetter im zuge des adoptions"geschehens" ; zu mehrfachen opfern werden). damit werde ich wohl unter den adoptierten nicht vollkommen allein sein.
ich selber wuerde ebenfalls ein kind adoptieren. aufgrund meines alters stellt sich aber diese frage nicht mehr.
margaretha rebecca

28.03.2006 - 22:24: RE: Adoptionsgrosseltern
ein adoptierter - als solcher BEREITS DURCH VERLASSEN-WORDEN-SEIN SCHWERST TRAUMATISIERTER -mensch reagiert v.a. "innen" mit sicherheit ANDERS auf abermaligen verlust, als ein nicht-adoptierter ... auch gefuehle des "anders"-seins und der fremdheit sind bei adoptierten in den zentralen bereichen AUS VOLLKOMMEN ANDEREN QUELLEN GESPEIST, als bei nicht-adoptierten ...
beziehungsqualitaeten (distanz, naehe, wohlwollen, ablehnung etc.etc.etc.) koennen unterschiedlichste ursachen, gleiches bzw. aehnliches verhalten von familienmitgliedern unterschiedlichste motive haben ...
man/frau BEACHTE und ACHTE die UNTERSCHIEDE!!!! und schere nicht "alles" ueber einen kamm ...
ich als adoptierte BEKENNE MICH HEUTE, nachdem ich das adoptionale "normalitaetsprogramm&quo t; extrem lange auch zu meinem schaden mitgespielt habe, ZU DIESEN UNTERSCHIEDEN, ERLEBE DAS TRENNENDE GELEGENTLICH SOGAR ALS WOHLTAT!!! die "segnungen" von "distanz" einmal "anders herum" ...
und ... adoptierte gehoeren ZUERST, und das FUER IMMER zu ihrer leiblichen HERKUNFT ... h-geschichte und h-identiaet gehoeren nicht nur zu ihnen, SONDERN SIE GEHOEREN IHNEN und DUERFEN NICHT ZWANGSWEISE ENTEIGNET WERDEN, AUF KEINER EBENE ...

26.03.2006 - 20:39: RE: Adoptionsgrosseltern
auch ich kann aus meinem persoenlichen erfahrungsbereich die unterschiedlichsten haltungen von sogenannten a-"verwandten" (die jenseits der unmittelbaren a-kleinfamilie zumindest hier in oesterreich rechtlich nicht mehr mit dem/der adoptierten verwandt sind!!!!) berichten: mutter meines vaters und vater meiner mama haben mich - vor allem die a-"grossmutter" - sehr wohlwollend behandelt, auch die uebrige verwandtschaft hat im grossen und ganzen "mitgetan" mit meinen a-eltern ... allerdings ist mir auch unverhohlener HASS entgegengeschlagen, v.a. von einem bruder meiner a-mama, der bereits anlaesslich meiner taufe getobt, geschrieen und auf mich gespuckt (!!!) haben soll, der war es dann auch, der mich (damals war ich 8 1/2) mit dem umbringen bedroht hat (hatte ein ganz klein wenig geerbt nach dem tod von mama))... und dass ich fuer meine stiefmutter expressis verbis "der letzte dreck" war, habe ich schon frueher erwaehnt ... was dann das wohlwollen der a-verwandten wert war, hat sich nach dem tod meines a-vaters (ich war da 18 1/2) herausgestellt: ausser meiner kloster-tante (schwester meines a-vaters) haben mich alle fallen gelassen wie eine heisse kartoffel ... und ich war in folge mir selbst ueberlassen mit allen folgen ... dieses akzeptanz-verhalten war also ueber weiteste strecken einfach ein so-tun-als-ob ... somit nichts wirklich wert fuer mich ...
GEACHTET fuer das, was ich von meiner HERKUNFT her war/bin, hat mich dort sowieso kein mensch!!!!! und genau das waere fuer mich DAS ALLERWICHTIGSTE gewesen!!!!
was haette ich denn gern gewollt? ... WEDER VERSTOSSEN NOCH VEREINNAHMT SEIN/WERDEN ... EINFACH GELIEBT ALS DER MENSCH, DER ICH VON ALLEM ANFANG AN BIN, MIT ALLEM, WAS ZU MIR GEHOERT ...

16.03.2006 - 19:29: RE: Adoption in Peru oder Brasilien
(...) ...,
sollte dieses dein posting zynisch gemeint sein, vergesse jede moeglichkeit eines kuenftigen dialoges mit mir zum thema adoption ... und ... dann klick' dich am besten gleich weg aus meinem jetzigen posting!!!!
ich wuensche mir eine kommunikation ohne zynismus ... egal mit wem ... hie und da ein wenig ironische bemerkungen loslassen, das ist ok, aber zynismus und hass lehne ich rundheraus ab ... ich lehne es ab, den kommunikationspartner ausschliesslich als kampfgegener zu sehen und zu behandeln ... hie und da wird gekaempft, auch das ist ok, aber man/frau sollte wissen, auf welchem terrain man/frau sich gerade befindet und mit WEM man/frau es zu tun hat ...
DU hattest mich auf die geschichte mit meiner l. mutter angesprochen, ich habe darauf offen, ausfuehrlich und ehrlich geantwortet, ich wollte die wahrheit sagen ... und die wahrheit ist - wie auch du aus deiner erfahrung weisst - oftmals sehr bitter und schwer verdaulich ...
zu MEINER wahrheit gehoert, dass mich meine leibliche mutter fast zu tode kommen liess ... und ich habe dies einer h-mutter erzaehlt ... WARUM habe ich dies getan? ja, vielleicht weil ich ueber diesen weg auch indirekt einen dialog mit meiner h-mutter gesucht habe, ist gut moeglich ... UND dies wohl deshalb, WEIL DA TROTZ ALLEM, WAS GESCHEHEN IST, WAS MEINE LEIBLICHE MUTTER MIR ANGETAN HAT, IMMER AUCH NOCH EINE SEHNSUCHT IN MIR NACH IHR DA IST ... (auch abscheulich misshandelte kinder verhalten sich oft geradezu absurd loyal zu den sie misshandelnden leiblichen eltern) ... und ... ICH HASSE MEINE LEIBLICHE MUTTER NICHT ... ich bin mitunter noch extrem wuetend auf sie, aber ich hasse sie nicht, im gegenteil ... DESHALB ALSO MEINE BEREITSCHAFT, MICH UEBERHAUPT ZU EINEM DIALOG MIT DIR UEBER MICH UND MEINE LEIBLICHE MUTTER EINZULASSEN ...
soviel fuer jetzt einmal dazu ...
zur a-literatur: ich lese dazu kaum etwas, denn ich habe nicht den nerv und die kraft ... wie ich schon sagte, meine befassung mit adoption erfolgt ausschliesslich ueber das mitschreiben und -lesen in diesem forum und mein nachdenken dazu und zu meinem eigenen leben ... hie und da kommt noch eine private mail dazu ...
ich ermutige dich, weiter die sache der h-muetter zur sprache zu bringen, denn es ist wirklich zeit, dass sie aus der gesellschaftlichen dunkelhaft befreit werden ... und unfassbare missstaende gehoeren aufgezeigt!!!!! (ja, wenn da tatsaechlich bei den j-ämtern so viel ueber "beziehungen" moeglich ist und wird, muss ich schon vieles fuer moeglich halten, was da tatsaechlich nicht mit rechten dingen zugeht) ... aber, ..., tue es auf kluge weise, sei bereit, zu differenzieren, hoere allen seiten zu (ich denke, dies wollte e(...) andeuten) ... und versteife dich nicht auf einseitige und pauschalierende erklaerungsschemata ...
im schmerz schlagen wir, die wir eben durch das leben verwundete sind, gelegentlich wild um uns (habe ich auch schon oft genug getan) ... aber wir sollten niemals auf jemandes anderen wunden losdreschen ...
alles gute
margaretha rebecca

15.03.2006 - 16:00: RE: Adoption in Peru oder Brasilien
(...) - terminus "erzeuger": amtssprachliche rregelungen haben zweifellos eine gewisse wirkmacht; allerdings definiere ich mich persoenlich nicht mehr mit begriffen, die MICH entwuerdigen ... denn ich will schlicht und ergreifend nicht "erzeugtes" "produkt" sein ...
(...) gerade WEIL deine leiblichen eltern eben ein - wie du schreibst - "liebespaar" waren, wuerde sich u.u. dein l.vater vielleicht sogar sehr freuen, dich doch noch vor seinem tod kennenzulernen ... ich bin mir sogar SICHER, dass er ein leben lang stets mit einem gewissen druck in seinem innern leben musste, im wissen, dass ...
(mir wurde von meiner schwester gesagt, dass mein l.v. niemals in der lage war, zu seinen ehelichen kindern zu SAGEN, dass er sie liebt ... auch so koennen sich m.e. tiefe schuldgefuehle aeussern!)

15.03.2006 - 13:26: RE: Adoption in Peru oder Brasilien
"(...) Mein leiblicher Vater musste zahlen- so will es das Gesetz! (...)Von verantwortlichem Handeln mag ich also nicht unbedingt sprechen. Er hat lediglich (wie lobenswert) seine Vaterschaft anerkannt."
ich kann dich sehr gut verstehen ... denn es gibt ja doch einige parallelen zu meinem fall ...
vielleicht hat bei mir die bei dir erfolgte vaterschaftsanerkennung durch den vater einfach deshalb auch einen positiven "beigeschmack", weil ich selber im zuge meines vaterschaftsfeststellungsverfahrens die NOCHMALIGE DEMUETIGUNG DURCHMACHEN MUSSTE, dass mein l. vater gerade das noch einmal VERWEIGERT hat ... natuerlich auch mit dem ziel, sich jeglichen finanziellen anspruechen meinerseits konsequent zu entziehen ... so habe ich halt empfunden: DAS ist dir erspart, ihr vater hat sich DIESER verantwortlichkeit vor dem gesetz und ihr gegenueber nicht restlos entzogen ... aber so hat halt jeder - immer wieder - seinen sehr subjektiv eingestellten blickwinkel ...
ich fuer meinen fall mag nicht einmal in bezug auf meinen leiblichen vater vom "erzeuger" sprechen, das ist fuer mich ein zu "technischer" begriff. mit diesem begriff wuerde ich eher einen ivf-techniker in verbindung bringen. mein leiblicher vater ist der mensch/mann, der MICH gemeinsam mit meiner leiblichen mutter - gott sei dank im liebesrausch - in diese welt geholt hat, auch wenn er das gar nicht beabsichtigt hat ...

12.03.2006 - 11:22: RE: Adoption in Peru oder Brasilien
(...) ja, es muss einfach einmal gesagt sein, dass da schlimmes mir gegenueber geschehen ist durch meine leibliche mutter und meinen leiblichen vater! in myriaden von gedankengaengen habe ich schon alle moeglichen versuche des VERSTEHENS unternommen, das darf man mir ruhig glauben ...
und ich bin heute einfach NICHT MEHR BEREIT, ALLES ZU ENTSCHULDIGEN DURCH IRGENDWELCHE UMSTAENDE, DIE ALS HAUPTVERURSACHER GELTEN SOLLEN ...
in dem moment, da ein mensch selbstaendig entscheidungs- und handlungsfaehig ist, HAT ER DIE VERANTWORTUNG FUER SEIN HANDELN AUCH ZU UEBERNEHMEN. man kann das handeln meiner leiblichen mutter nicht einfach ausschliesslich mit dem "druck der umstaende" erklaeren (ich korrigiere mich, erklaeren kann man es z.t. schon, aber rechtfertigen kann man es nicht voll und ganz damit), denn ihr ueber monate sich erstreckendes handlungsKALKUEL zeigt auf, DASS SIE DURCHAUS AUCH DIE EINE UND ANDERE HANDLUNGS-ALTERNATIVE GEHABT HAETTE!!! zumindest diejenige, zur behoerde zu gehen und um einen alternativen pflegeplatz zu ersuchen, wenn sie zum damaligen zeitpunkt schon nicht in der lage war (aus welchen gruenden immer), nach hause zu gehen, um um hilfe zu bitten!!! denn: als ich das letzte mal fuer einige wochen im krankenhaus lag und nachdem meine pflegeeltern eine ruecknahme schriftlich bei der behoerde abgelehnt hatten, war sie sehr wohl ploetzlich in der lage (so zu ersehen aus einem schreiben ihres ziehvaters an die behoerde), zuhause um diese hilfe zu ersuchen und um aufnahme fuer mich zu bitten, zu einem zeitpunkt also, als sie erkennen musste, dass ihr KALKUEL nicht aufgegangen war!!!!!!!
die EINZIGE ENTSCHULDIGUNG fuer ihr handeln, die ich GELTEN LASSEN wuerde, waere die, dass sie VON IHRER FAMILIE ODER IRGEND JEMANDEM DIREKT DAZU GEZWUNGEN worden ist, aber dafuer habe ich KEINE HINWEISE, auch nicht aus ihren muendlichen berichten, denn aus diesen kann ich nur entnehmen, DASS IHR NIEMAND GEHOLFEN HAT UND DASS SIE ALLEIN UND SICH SELBST UEBERLASSEN WAR ...
die tatsache, dass meine leiblichen eltern mein leben gezeugt und geboren haben, GIBT IHNEN NICHT DAS RECHT, ALLES MIT DIESEM LEBEN TUN ZU DUERFEN!!!! und ich als leibliches kind dieser eltern HABE NICHT DIE EMOTIONALE, INTELLEKUTELLE UND MORALISCH-ETHISCHE PFLICHT, alle ihre NEGATIVEN handlungen mir gegenueber zu entschuldigen oder zu rechtfertigen!!!!!
ICH KANN VERSTEHEN UND IHR VERGEBEN, was sie getan hat an mir, warum auch immer sie es getan hat, gebe aber offen zu, dass das toben meiner gefuehle in dieser sache immer wieder auflebt, und auch das nehme ich einfach an als dazugehoerig! schliesslich habe ich noch keinen einzigen rachefeldzug gegen meine leiblichen eltern gefuehrt. dass ich meine geschichte oeffentlich gemacht habe in allen details, ist mein recht, insbesondere in anbetracht der tatsache, dass sich BEIDE meiner leiblichen eltern hinter einem maechtigen transatlantischen rechtssystem vor mir verbergen, BEIDE wissend, WIE DIE USA MIT IHREN BESATZUNGSKINDERN "VERFAHREN"... denn aus dieser perspektive ist es zudem geradezu "pervers", dass ausgerechnet ich als der hilfloseste und schwaechste part allein im "feindesland" zurueckbleiben musste!
ABER ICH KANN UND WILL ES NIEMALS WIEDER DURCH IRGENDEINE UEBERLEGUNG ENTSCHULDIGEN, ES KANN KEINE RECHTFERTIGUNG GEBEN FUER DAS HANDELN MEINER LEIBLICHEN MUTTER AN MIR DAMALS WIE AUCH NICHT FUER IHR PSYCHISCH AEUSSERST BRUTALES KONSEQUENTES ABGRENZUNGSVERHALTEN DURCH JAHRZEHNTE HINDURCH IM WISSEN, DASS ICH AN DEN FOLGEPROBLEMEN DER GANZEN SACHE BEINAHE ZUGRUNDE GEHE !!!!!! GLEICHES GILT FUER MEINEN LEIBLICHEN VATER ...
zu deiner mutter: wie auch sollte es einem jemals "gut gehen" mit einer entscheidung (wenn auch noch so umsichtig getroffen), die auf allen seiten schmerz und leiden verursacht hat und weiter verursacht ...

11.03.2006 - 23:59: RE: Adoption in Peru oder Brasilien
(...)
dass meine leibliche mutter in der damaligen situation wahrscheinlich ausserstande war, dauerhaft verantwortung fuer mich zu uebernehmen, ist mir inzwischen sonnenklar. dieses habe ich ihr auch NIEMALS innerlich und nach aussen hin zum vorwurf gemacht. im gegenteil, so lange ich sie ebenfalls als die ausgelieferte und ohnmaechtige wahrnahm, hatte ich stets tiefes mitgefuehl mit ihr!!!!
aber ... was ich nie wirklich verstanden habe, ist, dass sie nie eine echte beziehung zu ihr zugelassen hat, und dass da NIEMALS ausser ein paar sporadischen wortspenden anteilnahme an meinem leben von ihr zu mir heruebergekommen ist ... DENN SIE WUSSTE, DASS ICH ALLEIN UEBRIG GEBLIEBEN WAR ... sie sagte, sie wollte, aber die wortbotschaft hat nicht uebereingestimmt mit der emotionalen botschaft und der botschaft des tuns ... dies war emotional fuer mich ein derart grausiger zustand, dass ich die beziehung zu ihr auf eis legen musste ... und heute WEISS ich, kenne ich eben den grund, der zu suchen ist in den ersten monaten meines lebens und der - schrecklichen - rolle, die sie damals gespielt hat ...
DENN: ich werfe ihr konkret vor, dass sie zwar in der lage war, zur behoerde zu gehen und fragen zu beantworten, mitzuteilen, wo ich in pflege sein werde, dass sie nur voruebergehend anwesend sei, wieder auswandern wolle nach daenemark, dass noch nicht sicher sei, ob mein leibl. vater sie heiraten werde ... dass sie zu diesem zeitpunkt schon beabsichtigt hat, mich bei diesen leuten zu lassen, um selbst in die schweiz zu gehen ... dass sie mich sogar noch hat taufen lassen (ohne mir einen paten, eine patin zu geben ... den namen fuer mich "rebecca" hat sie laut mdl. mitteilung mir gegenueber mit einer freundin gemeinsam ausgesucht, wieso also war diese freundin nicht patin z.b.) ...
all das war meine leibliche mutter damals IMSTANDE ZU TUN, sie war also nicht emotional und geistig dermassen derangiert, dass sie nicht mehr zielgerichtet und situationsadäquat handeln konnte. haette ich naemlich anhaltspunkte DAFUER finden koennen, waere da schon keinerlei groll mehr gegen sie in mir ... WENN SIE ALSO SELBST VON LEUTEN WEG WOLLTE, DIE SIE ALS ABSOLUT SCHLECHTES MILIEU FUER SICH QUALIFIZIERTE, WESHALB HAT SIE DANN BEI IHREM GANG ZUR BEHOERDE NICHT DIESE ERSUCHT, EINEN PFLEGEPLATZ FUER MICH ZU FINDEN? ... WESHALB HAT SIE MICH WISSENTLICH IN DIESER ZERSTÖRERISCHEN UMGEBUNG ZURUECKGELASSEN, UND DIES OHNE DIE MIT DIESEN LEUTEN GETROFFENEN VEREINBARUNGEN BEZUEGLICH PFLEGEGELD EINZUHALTEN ... UND ... WESHALB HAT DIES NICHT SCHLEUNIGST GETAN ... NAEMLICH SELBST ZUR BEHOERDE ZU GEHEN, UM FUER EINEN ANDEREN PFLEGEPLATZ FUER MICH ZU BITTEN, DA SIE ZUDEM JETZT NOCH SEHEN KONNTE, WIE SCHLECHT ICH DORT BEHANDELT WURDE (spitalseinweisungen waren ihr bekannt) ... NEIN, das alles tut sie nicht, auch noch nicht nach monaten ... sie laesst mich schutzlos und komplett unversorgt zurueck (ohne krankenversicherung sogar) und laesst den dingen einfach ihren lauf ... UND UNTERSCHREIBT VIER TAGE VOR MEINER WIEDERHOLTEN SPITALSEINWEISUNG NOCH - da war ich bereits sechs!!! monate alt - EINEN ANTRAG AUF DAUERPFLEGE VOR DER BEHOERDE, DAMIT ICH BEI DIESEN LEUTEN DAUERHAFT VERBLEIBEN SOLL ... UND GAB FUENF MONATE ZUVOR BEI DER BEHOERDE AN, NACH DAENEMARK AUSWANDERN ZU WOLLEN (und DAS mit sicherheit nicht mit dem vorhaben, mich dorthin mitzunehmen!!!!! schliesslich hatte sie mir auch erzaehlt, dass sie dort einen verehrer meinem vater zuliebe zurueckgelassen habe ...)
also, ich glaube, man braucht nicht allzu viel phantasie dafuer, WAS da im kopf und gefuehl meiner leilbichen mutter in jenen monaten vor sich ging ... SIE HAT ABSOLUT FAHRLAESSIG GEHANDELT ... EINEN BEDINGTEN VORSATZ, MICH ENDGUELTIG LOSWERDEN ZU WOLLEN, KANN ICH AUCH NICHT AUSSCHLIESSEN ...
SIE WAR OPFER DAMALS, ABER SIE WURDE AUCH ZUR - ABSOLUT KALKULIERENDEN - TAETERIN MIR GEGENUEBER!!!! LEIDER ... sie muss erkannt haben, dass ein leben wie meines - als besatzungs-bastard - in der dortigen gesellschaft ABSOLUT NICHTS WERT WAR (denn ... und dafuer kann sie nichts mehr ... sogar in den fuenf wochen im spital wurde ich ... so wurde es mir glaubhaft mitgeteilt ... systematisch unterernaehrt, sodass mir der priester, der auf mich aufmerksam gemacht wurde, und meine a-eltern tatsaechlich das leben gerettet haben!!!) ... und dieses leben hat sie noch dazu - und auch hier koennte negative absicht im spiel gewesen sein, denn nun wurde wohl ihr geliebter amerikanischer besatzungssoldat, ihr hoffnungstraeger für ihren "american dream", mit einem mal in meiner person wieder zu ihrem FEIND!!! (wie dies im übrigen auch mit umgekehrten vorzeichen bei meinem leiblichen vater der fall gewesen sein duerfte, denn schliesslich hat er mich noch 1986 seinen ex-bekannten in heidelberg als "marias daughter" und nicht "our daughter" vorgestellt!!!, während er auf der reise zu den menschen und orten meiner kindheit und jugend sehr wohl als mein leiblicher vater aufgetreten ist ...) - mit dem namen "rebecca" bedacht, zehn jahre nach wkII gerade dort auch nicht ohne ...
meine leibliche mutter WEISS, dass sie SCHULD auf sich geladen hat, denn 1986 SAGTE sie selbst zu mir: "ich habe mich nicht um dich gekuemmert!" und in einem brief aus 1979 hat sie GESCHRIEBEN: "was ich dir angetan habe, ist durch nichts zu rechtfertigen, egal, welche gruende es dafuer gegeben hat." sie hat dies im brief mit der freigabe zur adoption inzusammenhang gebracht, aber HEUTE weiss ich, dass sie da ihr gesamtes verhalten mir gegenueber BIS ZUR ADOPTIONSFREIGABE gemeint hat. sie wollte mein ex culpa, meine absolution fuer das, was sie getan hatte, ohne mir allerdings mitzuteilen, WAS SIE WIRKLICH DAMALS BEABSICHTIGT UND GETAN HATTE ... und ... ohne auch nur IRGENDEINE VERANTWORTUNG FUER DIE FOGLEN I H R E S TUNS IN MEINEM LEBEN UEBERNEHMEN ZU WOLLEN ... und das ist denn tatsaechlich eine etwas "billige" "rechnung", die sie da gemacht hat ... DIES GILT EBENSO FUER MEINEN LEIBLICHEN VATER ... und so geht es eben auch nicht ...
UND: EIN LEBEN LANG BEZAHLE ICH IN VERSCHIEDENSTER HINSICHT - AUCH ALS ADOPTIERTE - DEN PREIS DAFUER, WAS MEINE LEIBLICHE MUTTER UND MEIN LEIBLICHER VATER GETAN BZW. NICHT GETAN HABEN ... DAS HABEN SIE MIR ANGETAN ... DAS IST GANZ EINDEUTIG DIE WAHRHEIT MEINES EMPFINDENS!!!!
nun ist es wohl FUER MICH an der zeit, GOOD BYE ZU MEINEN LEIBLICHEN ELTERN ZU SAGEN, OHNE HASS, denn ich hatte das unbeschreibliche GLUECK, von einigen menschen - angefangen bei mit meinen a-eltern - ein fuer mein leben ausreichendes mass an LIEBE erhalten zu haben und zu erhalten ... (ich weiss vielen in meiner lage wird dies nicht zuteil ...) ... ALSO WILL ICH ZU MEINEM GANZEN LEBEN JA SAGEN UND EINEN FRIEDEN MIT IHM MACHEN!!!! so weit dies eben moeglich ist ... was nicht ausschliesst, dass ich meine leiblichen eltern noch gerichtlich zur verantwortung ziehen lasse!
... mit dem wissen um das verantwortungsvolle handeln deiner mutter dir gegenueber hast du einen grossen schatz in deinem innern ... nicht alle adoptierten haben das ...
margaretha rebecca

11.03.2006 - 18:02: RE: Adoption in Peru oder Brasilien
hallo ...!
(...)
meine leibliche mutter hat monatelang in diesem haus gewohnt, bis etwa fuenf/sechs wochen nach meiner geburt. dann ist sie in die schweiz arbeiten gegangen. sie hat ihr zuhause, als sie schwangerschaft bemerkte, verlassen ... muessen?!!! (weiss ich nicht definitiv!, dass sie aber ihrer eigenen ziehmutter stets ein dorn im auge war, weiss ich, also ziehe ich meine schluesse)
(...) genau das ist es. es gibt eben viele perspektiven, gerade im bereich adoption!!! wobei ich ausdruecklich festhalte, dass ich dir auch fuer deine analysen dankbar bin, denn da wurden auch mir die augen fuer neue wahrnehmunen geoffnet!!!!!
"„Adoption“ ist etwas Gutes. Und zwar aus der Sicht der erwachsenen Nichtadoptierten."
adoption halte ich nicht - mehr - zwangslaeufig fuer "gut". ich habe - nicht zuletzt auch durch deine beitraege - sehen gelernt, dass es da bereiche gibt, wo tatsaechlich im grossen stil sehr schreckliche dinge passieren. aber: adoption kann eine gute loesung sein, wenn sie menschen-gerecht gelebt werden kann ... auch dafuer gibt es zahlreiche beispiel. mein beispiel ist nur eines davon (trotz der fehlentwicklungen, die ich teilweise durchmachen musste, war meine adoption trotzdem noch eine gute loesung!!!)
(...)
"Da frage ich mich doch: Warum haben die vielen Adoptiveltern, die ja, wie wir festgestellt haben, meist aus den gebildeteren Schichten kommen, es vorgezogen, das Image der leiblichen Mutter im allgemeinen, in die Ecke der Asozialen und Prostituierten zu rücken?"
das solltest du - obwohl du "nur" von "vielen" sprichst, nicht wieder ALLEN adoptiveltern unterstellen, denn es sind eben nicht alle ... wobei du hinsichtlich des nach wie vor wirksamen gesellschaftlichen vorurteils zweifellos recht hast. auch ich habe (merke: meine a-eltern haben darueber KEIN EINZIGES WORT verloren) - bevor ich "etwas" wusste, mit meiner leiblichen mutter eher eine etwas "leichtlebige" gestalt verbunden ...
"Ich möchte mich auf meinen Fall beschränken. Mit dem heutigen Wissen hätte ich damals sehr wahrscheinlich eine andere Entscheidung getroffen. Ich schreibe absichtlich sehr wahrscheinlich, da es im Nachhinein natürlich immer leicht ist, zu sagen: „Ich hätte…, wenn...“"
bitte schreibe immer wieder ueber deinen fall, in allen einzelheiten und details, bringe es immer wieder auf den tisch, mache so oft als moeglich konkret nachvollziehbar, was dir widerfahren ist!!!!!! und motiviere andere h-muetter, ueber ihre geschichten zu berichten. schreibe du ueber diese geschichten, wenn sie selbst dazu nicht in der lage sind!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! WIR BRAUCHEN EUERE ERFAHRUNGEN, EURE WAHRHEITEN, EUER WISSEN!!!! wir brauen es, euch in EUREM GANZEN MENSCHSEIN wahrnehmen zu koennen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! DENN DAS IST FUER UNS HEILSAM!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
"(Irmela Wiemann – Jugendamt Frankfurt/M. – aus: Entgegnung auf Herbert Wieder) "Es ist für jedes Adoptivkind ein dauerhaft schweres Schicksal, verbunden mit Gefühlen der Kränkung und Zurückweisung, von Mutter oder Vater oder von beiden getrennt oder fortgegeben worden zu sein. Adoptierte tragen alle lebenslang schwer an dieser Last. Die doppelte Elternschaft, die Kränkung fortgegeben worden zu sein, können wir Adoptierten niemals nehmen." "
ich denke heute, es ist vielleicht weniger die tatsache der weggabe, die zur psychischen dauerextrembelastung beim adoptierten fuehrt, als viel, viel mehr die tatsache, dass er/sie als der mensch, als der er/sie geboren wurde, NICHT LEBEN DARF ... hier erlebt man/frau sich als VERNICHTET ... und "die schmach der vernichtung" (jean amery) laesst sich nicht ausloeschen ...
deshalb denke ich heute, dass wenn - eben in diesen faellen, wo dies so erfolgen kann - die freigabe glaubhaft als akt der liebe kommuniziert werden kann dem/der adoptierten gegenueber und a-eltern in der lage sind, das kind als das kind seiner leiblichen eltern mit seiner identitaet und geschichte anzunehmen (in JEDER hinsicht), mit ihm einen achtungs- und würdevollen umgang mit seiner leiblichen herkunft LEBEN, dann ist das jedenfalls in meinen augen eine vorgangsweise, die nicht zwangslaeufig - wie im falle der loeschung, verleugnung und verachtung der leiblichen herkunft - in eine dauertraumatisierung des/der adoptierten fuehrt!!!!!
"Was ich auch gerne glaube. Ich verstehe nur nach wie vor nicht, wieso Adoptierte und Adoptiertenverbände, die mit Adoption verbundenen negativen Folgen, nicht mit mehr Nachdruck an die Öffentlichkeit bringen."
adoptierte sind i.d.r. was ihr lebensthema angeht, einer ungeheuren vereinzelung anheimgegeben, sie sind atomisiert. das thema verursacht bei beruehrung EXISTENTIELLEN SCHMERZ ... immer wieder ... es ist - fuer mich - schwer, "dabei" zu bleiben ... adoptierte sind von der gesellschaft nicht wirklich geachtet ... etc. etc. etc. ich kann nur von mir sprechen: ich habe - bislang - KEINE KRAFT zu mehr gefunden, als zum hier mitschreiben ... denn mein ganzes leben hat mir schon zu viel an kraft weggefressen ...
so viel fuer jetzt ...
liebe gruesse
margaretha rebecca

11.03.2006 - 15:30: RE: Adoption in Peru oder Brasilien
cami2005 schrieb:
"hallo margaretha!
ich stimme dir im kontext voll zu. (...)es hat zwei staatsbürgerschaften und kann mit 18 jahren entschedien, welche es führen möchte."
hallo cami,
du glaubst gar nicht, WIE MICH FREUT, was du schreibst!!!!!!!!!!!!!!!!!
das ist es genau, was ich immer versucht habe zu sagen: ALS KIND MEINER LEIBLICHEN ELTERN KANN ICH DAS KIND MEINER A-ELTERN SEIN, SIE SIND MEINE ELTERN, INDEM SIE MICH ALS DIESES GANZES ANNEHMEN UND LIEBEN UND ACHTEN UND MICH MICH SEIN LASSEN ...
liebe gruesse und alles, alles gute fuer euch alle ...
margaretha rebecca
p.s.: bzgl. meiner leiblichen mutter muss ich der gerechtigkeit halber schon sagen, dass sie "ein wenig" bemueht war beim wieder treffen, aber das, was sie seinerzeit - nicht - getan hat, war wohl auch ein zu tiefer graben fuer sie selbst!!!!! meine leibliche mutter ist KEIN menschliches ungeheuer, keine serientaeterin, sie ist schlicht ein mensch, der an der extrem-situation, in die sie geworfen wurde in ihren jungen jahren, damals moralisch-ethisch zerbrochen ist!!!!

11.03.2006 - 14:54: RE: Adoption in Peru oder Brasilien
hallo cami,
dennoch bleibe auch ich bei meiner aussage, dass ich allen a-eltern empfehle, einen - v.a. fuer das a-kind guten und respektvollen - inneren abstand vor seiner leiblichen herkunft zu wahren, denn diese gehoert zu seiner wuerde als einzigartiger mensch.
auch meine eltern haben mich TOTAL zu IHREM kind GEMACHT, alles mit den allerbesten absichten und genau auch darum, um mir das gefuehl von vollwertiger mitgliedschaft in ihrer familie und annahme als kind zu vermitteln. EBENSO TOTAL WURDE ICH ZU IHREM KIND IN MEINEM EIGENEN VERSTAENDNIS, WEIL ICH SIE UEBER ALLES LIEBTE!!!! meine mama erzog mich zu IHREM EBENBILD (name, kultur etc.). ich liebte ALLES, was von ihr kam, damals noch im glauben, ich sei ihr leibliches kind. mein vater, als er mir auf meine frage hinauf von der adoption erzahlen musste: "aber du bist ja MEINE tochter!" (mama war damals schon tot) dies liess fuer mich KEINEN ZWEIFEL daran aufkommen, dass er zu mir weiter stehe, dass ich mich auf ihn verlassen koenne. ABER: ICH WAR ALL DAS EBEN ZU KEINEM EINZIGEN ZEITPUNKT, DENN ICH WAR NOCH ETWAS ANDERES!!!! und rueckblickend erlebe ich dieses ihr "du bist unser kind" auch als TOTALVEREINNAHMUNG, das im lauf meiner entwicklung VERHINDERTE, dass ich mich AUF GESUNDE WEISE intellektuell und emotional MIT MEINER LEIBLICHEN HERKUNFT IDENTIFIZIEREN KONNTE!!!! das auch wesentlich verhinderte, dass ich im zuge der reunions EIN GEFUEHL FUER DEN EXISTENTIELL BEDEUTENDEN WERT DER LEIBLICHEN HERKUNFT er-leben konnte, denn da gab es zwar sog. "genetic attraction", aber ueberwiegend dominierte ein gefuehl von FREMDHEIT (natuerlich, denn ich bin ja auch sozial und kulturell fremden menschen begegnet) ...
meine adoptiv-eltern musste ich um meiner gesundung willen wieder in jene DISTANZ weisen, die mir erst ermoeglichte, eine GESUNDE IDENTIFIKATION MIT MEINER LEIBLICHEN HERKUNFT UND FAMILIE aufzubauen!!! therapie hat es erst moeglich gemacht, eine form, die endlich MIR MEINEN EIGENEN WEG LIESS!!! so sind heute meine adoptiv-eltern eben meine adoptiv-eltern, die mir wunderbare soziale eltern waren, und ich bin nicht mehr ihre TOCHTER, sondern ihre ADOPTIV-TOCHTER ... und meine leiblichen eltern sind meine LEIBLICHEN ELTERN, mit denen ich nunmehr auch wieder rechtlich verbunden bin und ich bin ihre LEIBLICHE TOCHTER.
wieso sollte denn auch in der rechtlichen konstruktion von adoption nicht ein DOPPEL-KONSTRUKTION moeglich sein, aehnlich der der moeglichkeit von einer doppelstaatsbuergerschaft. die österreichische rechtslage ist so konstruiert, dass eine rechtsverbindung zu den leiblichen aufrecht bleibt, dies ermoeglichte mir im zuge eines vaterschaftsanerkennungsverfah rens, dies auf basis eines "rechtlichen interesses" meinerseits zur feststellung der vaterschaft gerichtlich in die wege zu leiten.
wir adoptierte gehoeren ZU BEIDEN WELTEN, in JEDER HINSICHT: wir gehoeren zur welt der leiblichen herkunft und zur welt, in die wir ueber adoption hineingenommen wurden. es gibt also KEIN ENTWEDER-ODER, sondern immer nur ein SOWOHL-ALS AUCH, ebenfalls in jeder hinsicht!!!! es kann und darf KEINE KONKURRENZ ZWISCHEN DIESEN WELTEN geben (so dass man sich entscheiden muss und bekennen muss, welche der beiden welten denn DIE BESSERE sei, etwa so: na ja, die a-eltern waren halt doch die besseren, die faehigeren eltern; oder so: gott sei dank bin ich nicht das leibliche kind dieser leute ...)
im zuge dieses erkenntnisprozesses (emotional, intellektuell, sozial) hat sich nicht, aber schon rein gar nichts an meiner tiefen liebe zu meinen a-eltern geaendert. hingegen war es mir erstmals moeglich, liebe zu meiner leiblichen herunft aufzubauen und ... ja ... LIEBE FUER MICH IN MIR ZU FINDEN ... denn zum ersten mal in meinem leben hatte ICH ein leben erhalten ...
margaretha rebecca

11.03.2006 - 11:56: RE: Adoption in Peru oder Brasilien
cami2005 schrieb:
"es ist natürlich müßig,in jedem thread wieder darauf hinzuweisen. aber wenn ich von unserem kind spreche, so ist und bleibt es in meinen augen immer das kind zweier eltern. und wenn ich der h-mutter schreibe, so schreibe ich immer von unserem gemeinsamen kind. es wäre auch respektlos ihr gegenüber, es anders zu schreiben."
liebe cami,
nein, es ist nicht muessig, darueber zu schreiben, denn auf dem weg zu MIR selbst musste ich wieder zur formulierung zurueck: "meine eltern" sind eben meine adoptiv-eltern, und ich bin nichts anderes als ihr adoptiv-kind. es ist ganz und gar nicht muessig, in diesem forum dieses IMMER WIEDER ins bewusstsein zurueckzurufen, denn VIEL ZU OFT lese ich von a-seite her, dass da AUSSCHLIESSLICH von "unserem kind" geschrieben/gesprochen wird, denn SO stimmt es einfach nicht. viele a-werber, a-eltern scheint mir, leben in der illusion, ueber die adoption zu einem "eigenen kind" zu kommen. ueber diese possesivpronomina wird sehr direkt und demonstrativ ein BESITZANSPRUCH artikuliert! diese illusion wird durch die rechtskonstruktion der adoption nicht nur unterstuetzt, sondern geradezu auch mitkreiert, und hier wird der naehrboden fuer viele irrtuemer geschaffen!
natuerlich braucht ein kind - noch dazu ein einstmals verlassenes kind - im zuge des heranwachsens das gefuehl, ganz dazuzugehoeren, natuerlich wird es seine sozialen eltern - im gluecklichen fall - als "seine eltern" erleben. aber das kind waechst heran, seine eigene identitaet entwickelt sich allmaehlich, und da ist - aus meiner sicht - der emotionale und intellektuelle rueckbezug auf die leibliche herkunft UNERLAESSLICH, und jeder versuch, jede massnahme, das zu unterbinden, ist ein schritt GEGEN den menschen, der dies will!
es ist schoen, dass du der leiblichen mutter vom "gemeinsamen kind" schreibst, es wird auch respektvoll gegenueber dem kind sein, dies - im laufe seiner entwicklung altersadäquat - ihm zu vermitteln. zwei elternpaare sind DA, jedes mit seiner eigenen GUTEN rolle für das kind!
auch ich habe schon oftmals bemerkt, dass a-eltern die leiblichen eltern ihrer a-kinder als konkurrenz zu sich erleben und dieses empfinden und denken bewusst oder unbewusst am adoptierten "ausleben" ... mit schlimmen konsequenzen v.a. fuer letzteren!!!! dann naemlich geraet er/sie in ein psycho-intellktuelles minenfeld, denn in seiner person wird der adoptierte gleichzeitig zur PERMANENTEN erinnerung an die eigene unfruchtbarkeit und bewegt sich somit fortwaehrend an einer biologischen "todes"grenze entlang, denn der adoptierte IST ja das ERGEBNIS DER FRUCHTBARKEIT der h-eltern. in dieser konstellation wird der adoptierte geradezu zu einem "feind", und umso mehr wird er/sie wohl so empfunden, je problematischer eine adoptionsentwicklung sich gestalten kann.
ich kenne das zitat von kalil gibran sehr, sehr gut, seit vielen jahren:
"... kinder sind die sehnsucht des lebens nach sich selbst ..." dies gilt fuer alle menschen, aber bei adoptierten erhaelt dieser gedanke eigene starke akzente ... adoptierte streben ebenso ihrer eigenen personalen freiheit zu wie alle menschen, vielleicht erschweren "besondere bindungskonstellationen" (emotional, intellktuell, rechtlich) hier den weg dort hin ...
margaretha rebecca

11.03.2006 - 10:48: RE: Adoption in Peru oder Brasilien
cami2005 schrieb:
"ich kann nur hoffen, das der austausch im ado-dreieck vielfältiger wird, und uns allen den blickwinkel der betrachtung dadurch erweitert."
hallo cami,
genau deshalb lese und schreibe ich in diesem forum mit! in den jahren, da ich das tue, habe ich mehr ueber das thema adoption in seiner vielseitigkeit gelernt, als in all den jahrzehnten davor, denn da ist immer nur mein erleben massgebend gewesen fuer mein empfinden, denken, handeln ...
ich freue mich, zu lesen, dass du viele gespraeche mit der leiblichen mutter deines a-kindes gefuehrt hast, ihre innere und aeussere welt dadurch kennenlernen konntest! DU damit zu einer BRUECKE fuer dein a-kind zu seiner leiblichen mutter werden kannst, aber halt bruecke!!!, denn du kannst sie nicht ersetzen in der existentiellen bedeutung, die sie fuer ihr leibliches kind hat!!!
durch meine inneren und aeusseren katastrophen hindurch war es fuer mich ein aeusserst schmerzhaftes erkennen, dass ich meine leiblichen eltern als DIESE annehmen MUSS, denn tue ich es nicht, LOESCHE ICH MICH SELBST AUS, da konnte alle liebe meiner a-eltern und "meiner" menschen nicht "ausreichen" ... auch als adoptierte bin und bleibe ich zu jedem zeitpunkt meines lebens DAS KIND MEINER LEIBLICHEN ELTERN und NUR ALS DIESES KANN ICH DAS KIND MEINER A-ELTERN SEIN!
dies bedeutet in jedem fall, dass ein ACHTUNGSVOLLER UMGANG MIT DER LEIBLICHEN HERKUNFT JEDES ADOPTIERTEN GEPFLOGEN WERDEN MUSS, dass h-identitaet und h-geschichte aufgehoben sein muessen im adoptionalen zusammenhang, auf keinen fall duerfen sie ausgeloescht werden. denn geschieht dies, so beginnt ein gesamtpersonaler MISSBRAUCH am adoptierten ... das ist eine meiner schmerzhaften erkenntnisse, dass sogar mir dies passierte bei meinen so sehr geliebten a-eltern ... denn ich hatte zu und wollte dann auch so tun, als sei ich das leibliche kind. dies bewirkte, dass ich niemals authentisch aus meinem innersten heraus leben durfte, im gegenteil, dass gerade das, was da eventuell zum vorschein kommen koennte und kam, als GEFAHR in meiner neuen lebensumwelt erkannt werden konnte ... ich war also in einen - zeitweise wunderschoenen - KAEFIG eingesperrt, den ich selbst liebte ...
einen traum dazu noch, den ich in den letzten jahren einmal traeumte: ich war mit meiner mama zusammen (und in der realitaet war meine mama war wie ich bzw. ich quasi eine "kopie" von ihr), ich machte in einem fort turnuebungen fuer sie, ununterbrochen uebte ich vor ihr und wollte ihr damit gefallen; gleichzeitig wurde ich immer magerer und magerer, bis ich nur noch ein skelett war, ich hoerte aber mit dem ueben nicht auf, obwohl ich schon gar keine kraft mehr hatte, dann wachte ich auf ... ich denke, ueber die symbolik dieses traumes brauche ich keine grossen erklaerungen abgeben, seine bilder sprechen fuer sich selbst!!!
noch etwas ist mir wichtig, dir als a-mutter zu sagen: wenn du von "eurem" kind sprichst, denke mit, dass es immer auch "das kind der leiblichen eltern" ist und bleibt, es kann niemals nur euer kind sein, das ist illusion, die nicht zuletzt durch die art der gesetzlichen regelung von adoption mitgeschaffen wird!!!! und eines tages gehört dieser mensch "sich selbst" und er wird saemtliche "dinge seines lebens" in die eigenverantwortung uebernehmen (auch hier stehen gesetzliche bestimmungen dem entgegen, die m.e. schleunigst legistisch saniert gehoeren) ...
ich denke: a-eltern koennen wunderbare soziale eltern sein, begleiter, förderer, hüter, heger, bilder, nährer ... aber sie sollten NIEMALS den anspruch erheben, die leiblichen eltern vollstaendig ersetzen zu koennen ...
heute weiss ich selber, wie entscheidend die bedeutung der leiblichen familie fuer mich als adoptierte - geblieben - ist. und ich bin sogar soweit gegangen, wieder eine rechtliche verbindung zwischen ihr und mir herzustellen ueber den weg der gerichtlichen feststellung der vaterschaft meines leiblichen vaters. und je mehr ich diese natuerliche zugehoerigkeit als mir zustehend in allem, was sie mitbringt, erlebe, sage ich, dass mir auch der rechtsbestand der leiblichen herkunfts-identitaet zusteht!!!!! und ich fuehle, dass all dies zu meiner umfassenden gesundung (jahrzehnte des an den folgen meiner biografie leidens liegen hinter mir) beitraegt!!!! ALLES KLAERT SICH ALLMAEHLICH!!
alles gute auf deinem/eurem gemeinsamen weg
margaretha rebecca

11.03.2006 - 10:18: RE: Adoption in Peru oder Brasilien
(...) hilflosigkeit auf seiten meiner leiblichen mutter in der damaligen situation gestehe ich gerne zu, allerdings aendert sich dadurch fuer mich nichts daran, dass ICH das TOTALE OPFER war, denn ich war ABSOLUT OHNMAECHTIG und ALLEM AUSGELIEFERT. meine leibliche mutter konnte ueberlegen, planen und schliesslich ihre beiden beine benuetzen und davonlaufen ... ICH blieb im dreck zurueck, VON IHR SO BEABSICHTIGT DEM VERDERBEN PREISGEGEBEN ... an diesem punkt will ich nicht primaer an die hilfosigkeit meiner leiblichen mutter denken, sondern hier wuetet nach wie vor meine eigene dramatische situation in mir!!!!

10.03.2006 - 21:00: RE: Adoption in Peru oder Brasilien
... schrieb:
"Margaretha, ich habe von Dir hier im Laufe der letzten Monate sehr viele Beiträge gelesen. Ich werde aber letztendlich nicht schlau daraus, was denn nun die Beweggründe sind, die Dich veranlassen, mal zur einen mal zur anderen Seite hin zu tendieren."
liebe ...,
bei aller achtung vor DEINER leidensgeschichte und bei aller wertschaetzung der - auch fuer mich sehr wichtigen - einbringung DEINER PERSPEKTIVE, deinen analysen, aber ... es GIBT in meiner sicht der dinge zum thema adoption schlicht nicht das von dir postulierte ENTWEDER - ODER ... ich habe meine geschichte als zugleich wunderschoen und auch moerderisch bedrohlich erlebt, ich habe sowohl die akteure auf a-seite wie auch auf h-seite in ihrer ambivalenz, widerspruechlichkeit, ihrer liebenswuerdigkeit wie auch ihrer gnadenlosen - psychischen - brutalitaet mir gegenueber, ihrem SOWOHL-ALS AUCH erlebt. vielleicht habe ich ZU VIELE SEITEN auf allen seiten kennengelernt, als dass ich in schematischen erklaerungsmustern "heimisch" werden koennte. und wenn ich mir die verschiedenen berichte der mitschreibenden vors geistige auge hole, tut sich vor mich eine ebensolche VIELFALT auf.
"Wenn ich es einmal rekapitulieren darf, was sich mir eingeprägt hat: Deine Mutter wurde von Deinem Vater während der Schwangerschaft verlassen. Dein Vater war ein notorischer Fremdgänger (wie der Vater meines Sohnes). Sämtliche Familienangehörigen Deiner Mutter haben ihr keine Unterstützung zukommen lassen. Du bist in eine Pflegefamilie gekommen, die Dich vernachlässigt hat, bis Du (als Baby) kurz vor dem Tod standest und dann durch einen Pfarrer gerettet wurdest, der Dich in eine Familie vermittelte, die Dich adoptierte."
deine rekapitulation stoert mich keineswegs, allerdings muss ich einige akzentsetzungen und ergaenzungen vornehmen:
- vorweg: ob mein leiblicher vater ein nnotorische fremdgaenger war, kann ich weder klar bestaetigen noch definitiv ausschliessen. hinweise deuten drauf hin, dass er einer war!
- meine leibliche mutter war eine von meeinem leiblichen vater getaeuschte und schmaelich verlassene, sie war von allen verlassen ... ABER: sie war damals imstande (einige wochen nach der geburt), zur behoerde (fuersorge) zu gehen UND mich taufen zu lassen, das heisst sie war zu koordiniertem, zielgerichteten handeln faehig. MIR berichtete sie, dass dieses ehepaar (meine pflegeeltern), die im gleichen haus wohnten (problematisches milieu, wie ich auch erfahren habe), alkoholiker waren, die SIE aus dem haus haben wollten, dir ihr sogar geraten haetten, auf den s... zu gehen. sie sagte mir, dass sie von dort weg musste, weil das kein "umfeld" fuer sie war (womit sie recht hatte). sie ging in die schweiz arbeiten (was sie dort wirklich getan hat, weiss ich bis heute nicht mit sicherheit, sie sagt, sie habe in einer fabrik gearbeitet, moeglich ist vieles ...). sie hat bei der behoerde auch angegeben, dass nicht sicher sei, ob nicht doch eine heirat mit meinem leiblichen vater, der von mir wusste und ihr gegenueber die vaterschaft anerkannt habe, moeglich sei, GLEICHZEITIG HAT SIE ANGEGEBEN, dass sie nach DAENEMARK wieder auswandern wolle (letzteres habe ich erst durch einsichtnahme in die amts-akte vor ein paar jahren gesehen) ... UND ICH GEHE NUN EINMAL SEHR STARK DAVON AUS, DASS DAENEMARK SOZUSAGEN PLAN B war, den sie konsequent ins auge fasste fuer den fall, dass - wie es eben wahrscheinlich sein wuerde - mein leiblicher vater sie nicht holte zum heiraten.
DENN sie ist also aus einem haus weggegangen, aus dem sie unbedingt weg wollte und sollte, MICH ABER HAT SIE, UND ZWAR SIE SELBST DORT ZURUECKGELASSEN!!!! SIE HAT MICH NICHT KRANKENVERSICHERN LASSEN, SIE HAT DAS VEREINBARTE PFLEGEGELD NICHT BEZAHLT, SIE HAT NACH SECHS MONATEN 4 TAGE VOR MEINER WIEDERHOLTEN SPITALSEINWEISUNG VOR DER BEHOERDE EINEN ANTRAG AUF DAUERPFLEGE BEI DIESEM GESINDEL MITUNTERSCHRIEBEN. SIE HAT GEWUSST WAS DAS FUER LEUTE SIND UND SIE HAT GESEHEN, WAS DIESE LEUTE MIT MIR GEMACHT HABEN, UND BEI DIESEN LEUTEN SOLLTE ICH BLEIBEN. ICH SCHLIESSE HEUTE EBEN NICHT MEHR AUS, DASS SIE INSGEHEIM DARAUF HOFFTE, DASS ICH DIESE KATASTROPHALE PFLEGE NICHT UEBERLEBEN SOLL, DAMIT SIE - WIEDER FREI - ZURUECK NACH DAENEMARK GEHEN KOENNTE. SIE HAT SICH GANZ EINFACH GEZIELT UM MICH NICHT MEHR GEKUEMMERT. UND DAS WEISS SIE AUCH, DASS SIE DA EINE SEHR GROSSE SCHULD AUF SICH GELADEN HAT!!!! mir hat sie dann eine geschichte erzaehlt, von der sich herausgestellt hat, dass sie eben auch in den fuer sie nachteiligen punkten ERLOGEN war.
meine leibliche mutter hat es damals und ein ganzes leben (ich habe jahrzehnte am psychischen, sozialen und materiellen abgrund entlanggelebt!) lang fertig gebracht, MIR BEIM VERRECKEN ZUZUSEHEN!!!! das ist genau der grund, weshalb ich mich vor DIESEM VERHALTEN MEINER LEIBLICHEN MUTTER MIR GEGENUEBER EKLE!!!!
ich habe MITGEFUEHL fuer sie genauso lange, als ich sie als OPFER erkennen kann, aber ab dem zeitpunkt, wo sie mir gegenueber zur TAETERIN geworden ist, hoert sich das auf, denn es gehoert fuer mich zum schwierigsten, mit DIESEM input meiner leiblichen mutter zurande zu kommen ...
meine leibliche mutter ist zum einen eine liebenswerte und integre person, MIR GEGENUEBER hat sie sich jedoch als KALTBLUETIG BERECHNENDE HORRORGESTALT verhalten!!!! ich war ein besatzungs-soldaten-balg: sie hat offenbar gewusst, dass sie mit mir keine zukunft hatte hierzulande und auch nicht anderswo. aber warum hat sie mich WISSENTLICH in todesgefahr gebracht, WARUM hat sie mich bei SOLCHEN leuten gelassen, WARUM hat sie mich nicht rechtzeitig gemeldet, damit andere pflegeeltern gefunden werden konnten (die behoerde hat den antrag auf dauerpflege schliesslich mit hinweis auf die "unguenstigen erziehungsverhaeltnisse" abgewiesen!!!) ... und seit ich das WEISS (war sehr, sehr schwer zu verarbeiten, die entscheidenden eintraege habe ich - selbstschuetzend - erst gar nicht gleich gesehen, erst nach wochen beim wiederholten ansehen, sind sie mir aufgefallen), VERSTEHE ICH ... MEINE LEIBLICHE MUTTER WOLLTE MICH WOHL LOSWERDEN ... DAS IST MEINE KONKLUSION AUS DEM GANZEN ABLAUF DAMALS UND DEM VERHALTEN MEINER LEIBLICHEN MUTTER ... spaetere kennenlern-versuche waren zu einem gutteil ihre eigene seelen- und sozialkosmetik!!!!
DIE REUNIONS HABEN SICH FUER MICH ZU EINER NACHMALIGEN TOTALEN LEBENSKATASTROPHE AUSGEWACHSEN, UND MEINE LEIBLICHE MUTTER HAT WEITERHIN IN DEN USA AUF FAMILIE UND MOM GEMACHT!!!
und weil da von anfang an ein derartiger VERNICHTUNGSINPUT in mir war habe ich natuerlich das LIEBES-ANGEBOT meiner a-eltern mit meiner ganzen person angenommen, habe ebenso geliebt, was sie mir geschenkt haben, war mit ihnen GLUECKLICH ... WOLLTE NICHTS ANDERES SEIN, ALS IHR KIND ...
aber so funktionierte es eben auch nicht: weder innen, noch aussen und ueberhaupt ...
erst die therapeutische unterstuetzung hat mir moeglich gemacht, meine lebenssituation in ihrer vollen differenziertheit bewusst zu machen, zu meiner GANZEN geschichte ja zu sagen ... zu meiner h-geschichte UND zu meiner a-geschichte ...
das mitlesen und mitschreiben im forum hier hat einen nachdenkprozess in mir ausgeloest ueber das thema adoption als ganzes ... und was ich da entdecke am laufenden band, ist ueber weiteste strecken nicht dazu angetan, mich freudig zu stimmen ....
und ... ich kann MEINEN a-eltern (die bestimmt auch vieles falsch gemacht haben, aber sie haben mich geliebt und ihrem gewissen nach das allerbeste fuer mich getan) einfach nicht diese negatiben zuege abgewinnen, die in deinen zuordnungen immer wieder mit den a-eltern in verbindung gebracht werden ... deshalb bin ich - aus eigener erfahrung - ueberzeugt, dass adoption auch sinn machen kann, dass adoption eine gute loesung sein KANN, dass man halt massiv dran arbeiten muss, dass menschen-wuerdige standards fuer adoption geschaffen werden und gelebt werden koennen, auf ALLEN betroffenen seiten ...
jetzt muss ich meinen schreibschwall einmal stoppen :-))))
gruesse
margaretha rebecca

10.03.2006 - 17:08: RE: Adoption in Peru oder Brasilien
"Grundsätzlich halten meine Mitstreiterinnen und ich Adoption für die schlechteste aller Lösungen."
es gibt situationen wie die meine, naemlich diejenige von ALLSEITS VERLASSENEN KINDERN, in welchen die adoption mit sicherheit eine SEHR GUTE LOESUNG SEIN KANN, VORAUSGESETZT AUCH HIER, SIE WIRD UNTER MENSCHEN-WUERDIGEN BEDINGUNGEN DURCHGEFUEHRT und gelebt!
"Und ... Adoption sollte nur zustande kommen, wenn wirklich vorher alle Hilfsangebote für die leiblichen Eltern ausgeschöpft wurden."
hier stimme ich vollinhaltlich zu!
"In keinem Fall darf Adoption lediglich dazu dienen, kinderlosen Menschen zu einem Kind zu verhelfen."
auch hier stimme ich zu, denn wenn adoption zum kinderbeschaffungsINSTRUMENT verkommt, zudem herkunftsidentitaet und herkunftsgeschichte AUSGELOESCHT werden, dann empfinde ich DIESE form von adoption sehr in der naehe der modernen erscheinungsformen von SKLAVEREI!!!! (wie im uebrigen ho auch schon von andererseite mit diesem begriff bezeichnet!)
anfragen von a-werbern nach der dauer der wartezeiten auf ein "verfuegbares" kind wirken angesichts des leids, welches diese sog. "frei"-bzw.weggabe zur grundlage hat und weiterhin fuer die allermeisten betroffenen bewirkt, zunehmend makabrer auf mich!!!!
aber noch einmal wiederhole ich: wohl die allermeisten, jedoch nicht ALLE h-eltern sind "system"opfer im o. beschriebenen sinn, nicht ALLE trauern ein leben lang um ihre absenten kinder, nicht alle SEHNEN sich nach wiedersehen und kontakt ... diese facette im a-geschehen duerfen ebenfalls nicht verschwiegen werden!!!!
DAS ALLERSCHWAECHSTE GLIED IM A-VIER-ECK SIND DIE KINDER ... IHRE OHNMACHT IST EINE ABSOLUTE ZU BEGINN IHRES LEBENS UND BLEIBT ES IN VIELEN FAELLEN EIN LEBEN LANG ...

05.03.2006 - 23:20: RE: An alle die Suchen infos aus Moses Online
hallo miezebiene,
"Mich ärgert ganz besonders das Ihr " Adoptiert" nicht selbst entscheiden könnt."
genau das ist der punkt!!! ich kann noch sehr gut verstehen, dass hier schutzmassnahmen und elterliche sorgepflichten bis zum zeitpunkt der volljaehrigkeit wirksam sein koennen und muessen. ABER EIN NACH DEM GESETZ VOLLJAEHRIGER SOLLTE DOCH VON DIESEM GESETZ WIE EIN VOLLMUENDIGER MENSCH BEHANDELT WERDEN!!!!
"Wie den Gesetzgeber aufrüttel? Hast du eine Idee ? Ich bin sofort dabei!!"
verstaerkte oeffentlichkeitsarbeit, petitionen an den gesetzgeber formulieren, lobbies schaffen und lobbying betreiben ...
ich weiss, ist gerade fuer "unsereiner" nicht so einfach ... atomisiert in jeder hinsicht wie wir sind! aber trotzdem ...
hier ein link:
http://www.lux-forum-adoptiert er.de/ ...
hier findest du einige interessante informationen (adressen, links, texte etc.)
lg
margaretha rebecca

05.03.2006 - 22:45: RE: An alle die Suchen infos aus Moses Online
ja, harald,
die rechtliche postition von adoptierten in dtl. erschreckt mich zugegebenermassen! da ist ja geradezu eine AUSLIEFERUNG und DAUERENTMUENDIGUNG (noch dazu in dem fuer den menschen wesentlichsten !!! lebensbereicht) PROGRAMMIERT!!!
umso wichtiger, dass hier adoptierte den gesetzgeber AUFRUETTELN!!!
l.g.
margaretha rebecca

05.03.2006 - 22:31: RE: An alle die Suchen infos aus Moses Online
zu den gesetzlichen bestimmungen kann ich nur sagen, dass sie mich z.t. zutiefst befremden, v.a. wenn ich an die altersunbegrenzte zustimmung der "annehmenden" zur informationsmitteilung an den/die adoptierte/n bzgl. herkunft denke ...
mein menschliches und mein rechtsempfinden sagen mir, dass ich hier als adoptierte lebenslang OHNMAECHTIG UEBERMAECHTIGEN "annehmenden" AUSGELIEFERT waere ... im rahmen dt. gesetzlicher bestimmungen jedenfalls, und das ist nicht gerade eine kleinigkeit!
und mein gefuehl sagt mir, da geht es doch in erster linie um die eingliederung in die neue familie, nicht aber um den einzugliedernden selbst ...

05.03.2006 - 22:03: RE: Adoption in Peru oder Brasilien
"Ja, das ist ernst gemeint, so funktioniert es nun mal auf dem Adoptionssektor."
besten dank fuer diese sehr klare auskunft!!!!
dann wundern mich allerdings gewisse dinge immer weniger ... dann scheint an den systemtheorien von ... moeglicherweise doch vielmehr (!) "mehr dran" zu sein, als ich zunaechst bereit war, zuzugestehen ... (was nichts an meinen vorigen von mir in diesem thread dazu getaetigten aussagen aendert!)
"Ja, es geht darum, dass jedem, aber auch jedemKind das Recht zusteht, stets satt und liebevoll betreut zu werden und Zugang zu Bildung und medizinischer Fürsorge zu haben."
das steht vollkommen ausser frage, sehe ich absolut genauso!!! allerdings gefaellt mir ein offen "zur schau" getragenes wohltaeter-gehabe, von wem auch immer, in diesem zusammenhang rein gar nicht, denn dieses verletzt ebenso sowohl die wuerde des kindes als auch seiner herkunftseltern ... zudem sind wohlstand und sog. "geordnete verhaeltnisse" noch lange keine garantie fuer ein glueckliches und gegluecktes leben fuer ein solches kind ... was ist hier mit heimatverlust, kulturverlust, identitaetsverlust, mehrfachentwurzelung ... all das wird mir langsam umso klarer, je deutlicher ich mir meiner eigenen fremdlaendischen herkunft bewusst werde, die IMMER in mir ANWESEND geblieben ist ... und ZU DER ICH NUNMEHR ENDLICH STEHE, AUCH RECHTLICH, DIE MIR NIEMALS GENOMMEN HAETTE WERDEN DUERFEN!!!

05.03.2006 - 14:44: RE: Adoption in Peru oder Brasilien
(...) dann: ICH jedenfalls mache mich nicht mehr zum seelisch-geistig-emotionalen SKLAVEN meiner leiblichen eltern (und ich spreche nun nur von MEINEN!!!) oder sonst jemandem!!!!! ICH LEBE und NUNMEHR BESTIMME ICH ALS ERWACHSENER UND EIGENBERECHTIGTER MENSCH UEBER MEIN LEBEN UND SEINE - AUCH SCHOENE - AUSGESTALTUNG!!!!

05.03.2006 - 14:11: RE: Adoption in Peru oder Brasilien
.Harald schrieb:
"Wenn meine Mutter zu mir sagt, sie wünschte, ich wäre das Kind ihres (Ex-)Mannes, dann ist das in meinen Augen gleichfalls der Wunsch, dass es mich nicht gäbe. Denn ohne den Gen-Anteil meines Vaters wäre ich nicht ich."
DU LEBST ... UND DEIN LEBEN IST WERTVOLL ... was deine leiblichen eltern dazu meinen oder sonst wer, ist HEUTE BEDEUTUNGSLOS, SIE HABEN ALLE KEINE MACHT MEHR UEBER DICH ... NIMM DEIN LEBEN IN DEINE EIGENEN HAENDE ... BEFREIE DICH SO GUT DU KANNST VON ALL DIESEN NEGATIVEN INPUTS ... AUCH FUER DICH HAELT DAS LEBEN SCHOENES UND GLUECK BEREIT!!!!

05.03.2006 - 13:50: RE: Adoption in Peru oder Brasilien
Harald schrieb:
"Es kommt aber immer darauf an, welche Perspektiven das Kind hat. Bevor einem Kind Dinge angetan werden, wie ich sie erlebt habe, wäre Abtreibung wohl doch die bessere Lösung."
harald,
was auch immer du an schrecklichem erfahren hast ... es kann KEINERLEI rechtfertigung dafuer geben!!!
du LEBST ... UND DAS IST GUT SO!!! hole fuer dich auch schoenes aus diesem deinem leben heraus, ES IST MOEGLICH!!!!
margaretha rebecca
p.s.: auch ich habe mir - in sehr grausigen zeiten - schon gewuenscht, ich waere abgetrieben worden! aber es ist keinesfalls an meinen leiblichen eltern, mir zu verstehen zu geben, dass es besser waere, es gaebe mich nicht (was beide indirekt-direkt getan haben!!!!!) ... und ich weise deshalb jede derartige aussage, ob von h oder a oder von irgendwem einfach in eine astronomische entfernung von mir!!!! die tatsache dass das leben von ihnen GEZEUGT und GEBOREN wurde, gibt den leiblichen eltern NICHT DAS RECHT, ALLES mit diesem leben TUN ZU DUERFEN!!!

05.03.2006 - 13:10: RE: Adoption in Peru oder Brasilien
"Sofern eine Schwangere von vorne herein ihr Kind nicht behalten w i l l , halte ich Abtreibung für eine humanere Angelegenheit als Adoption (... ) ...Wissen ... vervollständigen"
man/frau sollte wissen, wann es zeit und wem gegenueber es zu welchem thema angebracht ist zu schweigen ...
nun weiss auch ich - wie es schon von anderer seite hier ausgesprochen wurde - was mich FUER IMMER trennt von ... und dies offenbar "zu recht" ...
mit DIESER brutalitaet will ich NICHT MEHR in beruehrung geraten ... EINMAL am anfang meines lebens - und dann NOCH EINMAL von der selben seite im alter von 30 jahren - REICHT ...
DANKE der schreiberin fuer DIESE MEINE EINSICHT ...
mein respekt vor allen h-eltern, die achtung und respekt vor dem von ihnen gezeugten leben haben ... und die vor menschen achtung und respekt habe, die sich mit ihrem einverstaendnis IN LIEBE dieses lebens annehmen ... h-eltern also, die dieses von ihnen kommende leben LIEBEN ... es waere sehr schoen, wenn sich andere h-muetter und h-vaeter wieder - wie schon in fruehreren zeiten - hier zu wort melden wuerden!!!!!

04.03.2006 - 15:54: RE: Adoption in Peru oder Brasilien
es ist vollkommen richtig auf entwicklungen hinzuweisen im zusammenhang mit adoption, wo da so einiges wirklich absolut "daneben" laeuft ... ich will nicht ausschliessen, dass hier "adoption" vielfach und tatsaechlich "mit system" zum "kinderbeschaffungsinstru ment" verkommt. darueber mache ich mir keinerlei illusionen mehr!
MENSCHENVERACHTENDE VORGANGSWEISEN GEHOEREN AUFGEDECKT, GEBRANDMARKT UND BEKAEMPFT!
es ist aeusserst wichtig, die perspektive der herkunftseltern adäquat einzubringen, aber hier eben auch in ihrer vielfalt, auch hier koennen negativa nicht ausgespart bleiben!
aber es ist nicht zulaessig, einfach ALLES im zusammenhang mit adoption in diese struktur zu packen und mit ihr zu "erklaeren", "immer und ueberall" ... das wird der realitaet ebenfalls nicht gerecht!!!
und: es ist ebenfalls eine VERSCHLEIERUNGSTAKTIK im eigenen interesse, KONSEQUENT JENE ASPEKTE AUSZUBLENDEN, DIE NICHT IN DAS EIGENE ERKLAERUNGSRASTER PASSEN ...
und: es ist - fuer mich jedenfalls - ungeheuer verletzend und roh, wenn ich in einem forum wie diesem zu lesen bekomme, man rate schwangeren in notsituationen zur abtreibung anstelle zur adoption. fuer mich als adoptierte, die ein leben lang mit dem gefuehl zu kaempfen hatte, schuld am eigenen leben zu sein, nicht da sein zu sollen, war diese aussage regelrecht ein faustschlag mitten ins gesicht! (... oder sollte hier vielleicht einmal allen DEUTLICH gemacht werden, WER da MACHT ueber LEBEN und TOD hat?...)
auch wenn vieles im zusammenhang mit adoption "im argen" liegen mag, mache ich dennoch auf positive aspekte von adoption aufmerksam, denn ich habe sie auch als sehr positiv für mich erlebt (neben und trotz aller negativen aspekte!) ... und ich bin nicht die einzige ... auch das ist eine entstellung der realitaet, naemlich so zu tun, als waeren ALLE adoptierte zu 100% KREUZUNGLUECKLICHE menschen, dem ist einfach nicht so ... (wobei ich das leiden derjenigen, die es im zusammenhang mit adoption erfahren mussten, nicht schmaelern und herunterspielen moechte ... zu sehr habe auch ich selber gelitten ... ohne pathos sage ich das ...)
und man kann nicht einfach so tun, als waeren alle herkunftseltern (v.a. h-muetter) systemopfer (viele von ihnen, so meien ueberzeugung, werden dazu, umso tragischer ist es, je geringer der freie handlungsspielraum fuer die einzelne frau, wenn sie ihr kind hergeben muss) ... es gibt eben auch jene, die ihre nicht in ihr leben passenden kinder einfach daraus entfernen wollen, aus welchen gruenden immer ...
und man kann nicht so tun, als seien alle adoptiv-werber und a-eltern potentielle und faktische kinderraeuber, getrieben von unerfuellten "brutpflegeinstinkten"(ich wuenschte, meine leibliche mutter haette in meinen ersten lebensmonaten nur einen teil von denen meiner a-mama gehabt, dann haette ich nicht bis zum heutigen tage an posttraumatischen symptomen zu leiden!!!!) und gesellschaftlichem konventionsdruck ...
wer einigermassen "objektiv" bleiben will, sollte schon moeglichst viele perspektiven in betrachtung, beschreibung und analyse von was auch immer einbeziehen ... mit einigen "struktur-erklaerungen" (die noch dazu nicht saemtliche struktur-bereiche abdecken) ist es jedenfalls nicht getan ... auf allen ebenen haben wir es mit empfindenden, denkenden, handelnden menschen, subjekten - auch mit deren EIGENVERANTWORTUNG - zu tun!
es geht um eine menschen-gerechte und menschen-wuerdige adoptionspraxis, von der wir noch weit entfernt sind, aber die nicht zu erreichen ist, wenn von realitaetsverzerrenden, reduktionistischen annahmen ausgegangen wird ...
@cami
was ist mit "adoptionsschrott" (buchtitel) gemeint, sind das die adoptierten?

01.03.2006 - 20:10: RE: Adoption in Peru oder Brasilien
zynismen interessieren mich nicht sonderlich, ausser, dass sie doch etwas ueber die geisteshaltung des menschen aussagen, der sich ihrer bedient ...
andauernd argumentative pauschalierungen zu benutzen wird auf dauer auch langweilig fuer den leser ... aber bitte, jeder, wie er kann und will ... der sache selbst schaden sie ...
analyse, betrachtung von adoption laesst sich eben nicht auf folgende struktur reduzieren: "infertile" enteignen "sozial benachteiligten" kinder unter zuhilfenahme menschenrechtswidrig und kriminell agierender staatsdiener ...
uebrigens: es ist auch - psychologisch gesehen - eine recht "erfolgreiche" verarbeitungsstrategie, im grossen wie im kleinen, stets irgendjemand anderem die schuld fuer die eigene misere zu geben ... ist auch am einfachsten ...
"in sich gehen" ist nie schlecht, wuerde ich sagen ... da kann es im gluecksfall geschehen, "dass der schmerz fruchtbar wird" und man/frau feststellt "mir sind die augen aufgegangen" (frei nach ingeborg bachmann)

01.03.2006 - 13:46: RE: Adoption in Peru oder Brasilien
man/frau sollte adoption auch nicht generell ablehnen ... es gibt situationen - wie die meine - , in denen adoption durchaus eine sehr positive loesung ist ... allerdings kommt es darauf an, WIE sie geregelt ist und gelebt wird bzw. werden kann ... auf ALLEN betroffenen seiten ... ich habe auch kein problem damit, wenn sog. infertile kinder adoptieren und grossziehen ... vorausgesetzt, das kind muss nicht so tun, als ob es ein leibliches sei ...
ich nehme mittlerweile an, dass die mehrheit der herkunftsmuetter (... und bitte, besteht nicht die moeglichkeit, dass auch herkunftsvaeter, so sie vom kind wissen, massiv unter der weggabe zu leiden haben?!) unter der adoption ihrer kinder ein leben lang leidet,
ALLERDINGS gibt es auch jene h-eltern, die an dem "produkt" (kind), das sie da in die welt gesetzt haben, tatsaechlich NICHT interessiert sind, und zwar ebenfalls ein leben lang, es gibt jene, die ruhig ihre normalen leben weiterleben, so als ob nichts passiert waere, auch dann noch, wenn sie WISSEN, dass IHR LEIBLICHES KIND mit an den FOLGEN IHRER HANDLUNGEN beinahe ZUGRUNDE geht ... irgendwann tun sie dann vielleicht, so als ob, wegen eigener seelenkosemtik, aber VERANTWORTUNG uebernehmen?!!! (wenn dies wirklich GEBRAUCHT wuerde ...) ...
TUT LEID, DAS IST DIE ERFAHRUNG MEINES LEBENS ... ENTGEGEN ALLER ILLUSIONEN UND HOFFNUNGEN MEINERSEITS HAT SIE SICH SCHLIESSLICH DURCHGESETZT ALS ERFAHRUNGSTATSACHE ...
es gibt einfach nicht nur dieses ENTWEDER - ODER ...
auch weigert sich irgendetwas sehr, sehr massiv in mir, meine eltern als "gutmenschen" (empfinde ich als sehr herabwuerdigenden begriff) bezeichnet zu sehen ... dies wurde so nicht behauptet, aber in mir hat sich diese assoziation aufgedraengt ...
will niemanden verletzen, wehre mich aber selber gegen das verletzt-werden ...

14.02.2006 - 21:45: RE: STERNIPARK
jedes neugeborene kind hat auch ein recht auf eine menschen-würdige zukunft; das muss dem recht auf das physische leben an die seite gegeben werden ... dafuer hat die gemeinschaft ebenfalls sorge zu tragen!!!!
das KINDES-WOHL integriert mehrere bereiche, deren gewichtung sich im laufe der menschlichen entwicklung VERAENDERN!!! der adoptierte wird schliesslich auch ERWACHSEN und soll selbst über die dinge SEINES lebens ENTSCHEIDEN koennen!!!! ledigliche "aufklaerung ueber seine identitaet" ist zu kurz gegriffen, vielmehr soll der mensch das recht erhalten - im fall von adoption etc. - selbst einmal zu entscheiden, ob die herkunftsidentitaet und deren rechte in anspruch genommen werden wollen.

14.02.2006 - 21:32: RE: STERNIPARK
".Harald schrieb:
So? "

:-))) mhm ... koennte hinkommen :-))) wenn man bedenkt, dass meine vorfahren zu den "early settlers" jenseits des atlantik zaehlen ... 1708 erreichten z.b. vorfahren aus deutschland new york!!!!
zudem war meine leibliche grossmutter ein mitglied der "daughters of the american revolution" ... da kann frau nur mitglied werden, wenn ein nachgewiesener vorfahre im amerikanischen freiheitskampf eine wichtige rolle gespielt hat ... und diese grossmutter hat MICH geliebt!!! :-)))

14.02.2006 - 19:25: RE: STERNIPARK
dann muss man den gesetzgeber eben - so immer es moeglich ist - UNENTWEGT AN SEINE VERPFLICHTUNG ERINNERN ... ALS MUENDIGE BUERGER FORDERUNGEN AN IHN FORMULIEREN ...
p.s.: by the way, auch ich komm erst jetzt langsam drauf, dass ich eigentlich aus us-amerikanischem "urgestein" gemeisselt bin ... seit ich diese erkenntnis zulasse, verstehe ich so einiges an mir und meinem leben einigermassen besser :-))))

14.02.2006 - 19:10: RE: STERNIPARK
ich verweise noch einmal auf diesen hochinteressanten link:
http://www.lux-forum-adoptiert er.de/adopted1.htm
der gesetzgeber hat dafuer sorge zu tragen, dass JEDER MENSCH, der seinen regelungen untersteht, nicht nur ZUGANG zu seiner herkunftsidentitaet (und die mit ihr verbundene geschichte) BESITZT, sondern diese - so es sein wunsch ist - AUCH LEGAL FUER SICH BEANSPRUCHEN KANN!!!

14.02.2006 - 18:25: RE: STERNIPARK
ein jeder mensch hat ein moralisch-ethisches RECHT auf seine herkunftsidentitaet und -geschichte. es sollte dieses recht gerade im zusammenhang mit adoption etc. etc. GESETZLICH FESTGESCHRIEBEN werden in form von SUBJEKTIVEN RECHTEN (juristen moegen mich korrigieren und den hiefuer richtigen begriff einbringen!) fuer den/die adoptierten etc.!!! !!!
es muss SICHERGESTELLT werden, dass kein einziger mensch WEGGESCHMISSEN werden darf, auch nicht auf der EBENE DES RECHTS!!!!

14.02.2006 - 17:45: RE: STERNIPARK
meine ganz persoenliche meinung zu jeglicher form der unterdrueckung und enteignung von herkunftsidentitaet (vater UND mutter) und herkunftsgeschichte: es ist eine form von ABTREIBUNG, eine auf symbolischer ebene, eine, die ein leben lang andauert!!!

12.02.2006 - 11:27: RE: Fräulein Mutter und ihr Bastard
aus EIGENER erfahrung weiss ich, dass die gesellschaftlichen vorurteilsstrukturen gegenüber unehelichen muettern und ihren kindern IMMER NOCH WIRKSAM SIND ... vielfach abgemildert, aber immer noch einigermassen wuchtig ... in bestimmten gesellschaftlichen kreisen ganz besonders ... moeglicherweise auch in jenen, in welche kinder hineinadoptiert werden?!
deshalb bin ich auch STOLZ, dass ich mein eigenes - unehelich geborenes - leibliches kind trotz groesster widrigkeiten im wesentlichen ALLEIN (d.h. ohne unterstuetzung durch freunde und familie und bewusster in-kauf-nahme sozialer isolation ueber viele jahre!!!) grossgezogen habe ... denn auf grund ebenso eigener ZUM GROSSEN TEIL LEIDVOLLER ADOPTIONSERFAHRUNG haette ich NIEMALS mein kind X-BELIEBIGEN FREMDEN in X-BELIEBIGEN GESELLSCHAFTLICHEN UMFELDERN ueberlassen koennen ... es hat auch sehr schoene erfahrungen im zusammenhang mit meiner adoption gegeben, dennoch haette ich nie das risiko eingehen und vor meinem GEWISSEN verantworten koennen, dass meinem kind auch NUR EIN TEIL DESSEN an negativem widerfaehrt, was mir widerfahren IST ...
will damit auch sagen, dass ich mich NICHT ALS MORALISCHE RICHTERIN UEBER IN NOT GERATENE HERKUNFTSMUETTER bzw. -ELTERN positionieren will ...
margaretha rebecca

11.02.2006 - 16:51: RE: Bitte helft den zukünftigen Kinderlosen
ich wuerde mich freuen, wenn sich lobbies von adoptierten, pflegekindern und herkunftseltern am "tag des kindes" ebenfalls gut vernehmbar zu wort melden und die aufmerksamkeit der politisch verantwortlichen auf ihre interessen lenken würden!!!
frage: haben adoptierte, pflegekinder und herkunftseltern ueberhaupt lobbies?

06.02.2006 - 18:24: RE: Wie auf Tochter zugehen???
man/frau koennte es nach ungezaehlten tiefsten menschlichen enttaeuschungen, von denen die eine und andere gar nicht so fern liegt, auch so formulieren:
"... ich seh den salamander durch jedes feuer gehen ... kein schauer jagt ihn ... und es schmerzt ihn nichts ..."
(frei nach ingeborg bachmann)

06.02.2006 - 01:13: RE: Wie auf Tochter zugehen???
UNVOLLKOMMENES ist VOLLKOMMEN :-))))

05.02.2006 - 21:49: RE: Wie auf Tochter zugehen???
irma schrieb:
"der inhalt ist, wie überhaupt unsere herkunftgeschichten, und die daraus resultierenden erfahrungen, gefühle und empfindungen, etwas unangenehmer und vermutlich nicht nur für uns unerträglich - vor allem, wenn kritischer hinterfragt, bzw. an- und ausgesprochen wird."
ja, irma, du hast es wieder einmal auf den punkt gebracht ...
RUNDHERUM ist "unsere" welt "in ordnung", so lange nach moeglichst nichts gefragt wird, und wenn gefragt wird, dass nicht "zu viel" gefragt wird ... unsere geschichten sind eben keine, die aufgezeigt und hergezeigt werden sollen, VON UNS schon gar nicht ... h-seits sind wir ja aus den leben der leiblichen eltern und familien entfernt worden (es sei denn, wir sind den leiblichen eltern und familien regelrecht abgepresst worden, soll ja auch nicht selten vorkommen ...), "die gesellschaft" kann kosten sparen, wenn menschen gefunden werden, die verlassene kinder auf eigene kosten aufziehen ... und ... es bleibt ihr auch erspart, eigene konventionen zu hinterfragen, die dazu beigetragen haben moegen, dass kinder verlassen worden sind von den leiblichen eltern ... und ... a-eltern, so infertilitaet vorliegt, koennen endlich eltern sein ...
DAS IST SEHR SCHEMATISCH UND VEREINFACHT GESAGT ...
auf der h-seite will man vielfach "ruhe" haben, nicht allzu viel aus der vergangenheit wieder heraufholen (aus den verschiedensten gruenden ... manche von ihnen kann ich gut respektieren ...), "die gesellschaft" will auch "in ruhe gelassen werden", will bei scheinbar "erfolgreichen praktiken" verbleiben und sich ebenso nicht allzu gerne darin hinterfragen lassen ... und ... und ... auf der a-seite soll dem angestrebten familienglueck nicht "in die suppe gespuckt werden" ...
AUCH DAS IST WIEDER SEHR, SEHR VEREINFACHT GESAGT ...
und MITTENDRINN ist DER/DIE ADOPTIERTE ... zu seinem/ihrem WOHLE wollen i.d.R. ALLE SEITEN schliesslich gehandelt haben und handeln (und haben dies auch in teilbereichen sehr wohl zumeist getan bzw. tun dies!) ... NUR ... EIN GROSSES STILLSCHWEIGEN UND STILLHALTEN HINSICHTLICH DES ZENTRALEN PUNKTES WIRD i.d.R. KONSEQUENT EINGEFORDERT: HERKUNFTSIDENTITÄT UND HERKUNFTSGESCHICHTE MUESSEN AUSGEBLENDET BLEIBEN ... DER EIGENTLICHE SCHMERZBEREICH DER/DES ADOPTIERTEN DARF NICHT ZUR SPRACHE GEBRACHT WERDEN ...
ja, da akzeptiert man dann irgendwann - heute soll dies jedenfalls so gehandhabt werden - irgendwelche bestrebungen mit sog. "WURZEL"suchen ... ABER WIRKLICH ALLZU VIEL ZU TUN HABEN WILL MAN TROTZDEM NICHT DAMIT ... ZU GROSS IST DIE GEFAHR, DASS DER/DIE ADOPTIERTE SICH MIT SEINER LEIBLICHEN HERKUNFT IDENTIFIZIEREN UND SOMIT ZU SICH SELBST FINDEN KOENNTE ... (nun, so einfach ist dies auch wieder nicht, und das wissen mittlerweile ebenfalls alle seiten im a-spiel) ... ODER DIE EINE UND ANDERE UNLIEBSAME BESSER ZU VERSCHWEIGENDE ENTDECKUNG MACHEN KOENNTE ... PROGRAMMZIEL im adoptionsspiel ist und bleibt: DER/DIE ADOPTIERTE HAT DAS KIND DER ADOPTIVELTERN ZU SEIN UND ZU BLEIBEN UND DAMIT BASTA ...
ja, irma, wundert es da, wenn adoptierte, die all das anfangen ebenso konsequent zu hinterfragen, die anfangen zu begreifen, nach welchen regeln das adoptionsspiel gespielt wird und die diese regeln zum guten teil als GEGEN SIE SELBST GERICHTET erkennen und dies beanstanden, wenn diese adoptierte dann darob "gemassregelt" werden, als undankbar, unzufrieden, unverschämt usw. gebrandmarkt werden?
MICH WUNDERN DIESE DINGE IMMER WENIGER ... je mehr ich sie durchschaue und verstehen lerne ...
sogar im engsten freundeskreis habe ich es erlebt, dass ich immer dann gegen waende angerannt bin, wenn ich meine herkunftssituation und die damit verbundene SCHMERZgeschichte kommunizieren wollte ... DAMIT WOLLTE MAN EINFACH NICHTS ZU TUN HABEN ... DIESEN MENSCHEN WOLLTE MAN NICHT MEHR WAHRHABEN ... und auch hierin sehe ich das INFORMELLE WIRKEN EINES GESELLSCHAFTLICHEN PROGRAMMS ... DES "ADOPTIONSSPIELS" ... IN DIESEN SITUATIONEN HABE ICH MICH WIEDERHOLT GEFUEHLT WIE EINE LEBENDE TOTE ...
adoption ja, aber zu menschenwuerdigen bedingungen fuer ALLE seiten!!!!!
jedenfalls NICHT um den preis der aufgabe der herkunftsidentitaet und herkunftsgeschichte, denn dies - so meine erfahrung an meinem eigenen leib - fuehrt in einen PERSONALEN MISSBRAUCH am/an der adoptierten!!! solche missbrauchsspuren kann ich mittlerweile ueberdeutlich an mir selber erkennen!!!!!!!
rückblickend erlebe und erkenne ich die gezielte ausblendung und somit mentale vernichtung meiner herkunftsidentität und herkunftsgeschichte (deren verbergung!!! damals sogar fuer mein rein physisches ueberleben unabdingbar war) als einen gesellschaftlich praktizierten MORD aus symbolischer ebene (ingeborg bachmann in einem interview: "ja haben sie einen zweifel, dass in dieser angeblich zivilen welt die menschen einander langsam umbringen?") an mir (wobei ich meine UEBER ALLES GELIEBTEN a-eltern hier von JEDER schuld freispreche!!!), und ich verstehe nun, WESHALB ich - in verbindung mit der langzeitwirkung der der lebensbedrohlichen physischen traumatisierung an meinem lebensanfang - JAHRZEHNTE MEINES LEBENS in einem VERNICHTUNGSGEFÜHL und mit TODESAENGSTEN (zahllose tagebucheintragungen zeugen davon!!!) zubringen musste ... innerhalb DERARTIGER rahmenbedingungen war JEDER SCHRITT, den ich in EIN SCHOENES LEBEN (das mir meine a-eltern schenkten) hinein tat, ZUGLEICH EINER IN EINEN INNEREN ABGRUND AN NEGATION MEINER PERSON, wurde aus der LEBENSRETTENDEN UND LEBENSBEJAHENDEN ADOPTION ZUGLEICH EINE ABERMALIGE AUSLOESCHUNG MEINER PERSON ... und das WAR UND IST KRANKMACHEND!!!!!
es ist sehr zu hoffen, dass entscheidungstraeger in sachen adoption AUF ALLEN EBENEN die MEHRFACHE EXISTENTIELLE NOTSITUATION adoptierter nicht nur zur kenntnis sondern auch zum anlass nehmen, EINE MENSCHENWUERDIGE ADOPTIONS-PRAXIS ZU IMPLEMENTIEREN UND AUSZUUEBEN. damit adoption von ALLEN BETEILIGTEN menschen-wuerdig gelebt werden kann!!!! !!!!
moegen andere adoptierte, was ich an negativem ERLEBT HABE, niemals oder nie mehr wieder erleben muessen!!!!!!!!!!!!!!!!
margaretha rebecca

04.02.2006 - 10:52: RE: Wie auf Tochter zugehen???
(...)
ergaenzend zu meinen obigen statements wiederhole ich es zum x-ten male: ICH BIN NICHT GEGEN ADOPTION ... aber ... inzwischen bin ich der UEBERZEUGUNG, DASS DIE PRAXIS DER ADOPTION RADIKAL VERAENDERT WERDEN MUSS!!!! denn an meinem eigenen adoptionsschicksal (moechte nicht missen, adoptiert worden zu sein, liebe meine a-eltern nach wie vor ueber alles! welch ein glueck, in solch gute haende geraten zu sein ... ist ja auch keine selbstverstaendlichkeit, wie ich mittlerweile weiss!!!) erkenne ich UEBERDEUTLICH, dass DIE GEZIELTE AUSBLENDUNG VON HERKUNFTSIDENTITAET UND -GESCHICHTE MIR u.a. JENE PROBLEME GESCHAFFEN HAT, DIE MICH SEIT JAHRZEHNTEN IN VERSCHIEDENSTER HINSICHT IM WUERGEGRIFF HALTEN!!!!
DIE ADOPTIONSPRAXIS MUSS MENSCHEN-GERECHT UND MENSCHEN-WUERDIG WERDEN!!!

04.02.2006 - 02:48: RE: Wie auf Tochter zugehen???
gleich vorweg (also, wen's nicht interessiert, der soll sich einfach wegklicken!): NIEMAND muss mich lesen, der nicht will!!!! allerdings WEISS ich, dass manche menschen WERT auf das legen, was ich hier schreibe, und es wohl auch weiter lesen werden!!!!!!! fuer unbelehrbare schreibe ich nicht! ich schreibe fuer jene, die bereit sind, sich auf einen - zugegebenermassen oftmals unangenehmen - nachdenkprozess einzulassen. und die wissen sehr wohl, warum ich so schreibe, wie ich schreibe ...
wenn ich an die UNTIEFEN an KOMMUNIKATION, die hier schon durchschritten wurden, denke ... wirken auf mich diese ORDNUNGSRUEFCHEN hinsichtlich gross-klein-schreibung (die ich im uebrigen immer schon praktiziert habe, ohne dass es JEMALS beanstandet worden waere ... und die wohl auch weiterhin nicht beanstandet wuerden, wenn ich lauter freundlichkeiten gross und/oder kleingeschrieben zum besten geben wuerde ...), absaetzchen machen etc. einigermassen ... na ja ... die schulzeit habe ich eigentlich hinter mir ... und ... ICH SCHREIBE DA KEINE SCHULAUFSAETZCHEN ...
... werden meine INHALTE vielleicht so manchem ein wenig zu UNBEQUEM ... ???? ist das einstmals so "BRAVE" adoptivkind nicht mehr "ARTIG" genug?!!! oder soll eine adoptierte von a-seite her "in ihre schranken gewiesen werden"? (welch leichtes spiel hat man in der regel hier mit einem so tief traumatisierten menschen, wie einem adoptierten ... wunde stellen, wo man da hineinstossen kann, sind ja nicht schwer zu finden ... der adoptierte ist ja immer der schwaechere part, in JEDER hinsicht) koennte ja auch sein ... kann dann der traum vom familienglueck mittels adoption nicht mehr stoerungsfrei getraeumt werden???
eigentlich zeigen mir diese "kritischen" anmerkungen, DASS ICH AUF DEM RICHTIGEN WEG IN MEINEN ANALYSEN SEIN MUSS ...
IMMER DEUTLICHER WIRD ES MIR - DENN ALLMAEHLICH FAENGT ES MIR AN ZU DAEMMERN -, WAS DA ADOPTIERTEN VON ALLEN MOEGLICHEN SEITEN Z U G E M U T E T WIRD EIN LEBEN LANG!!!! ... WELCHEM EXISTENTIELLEN DRESSURAKT ICH ZUMINDEST UNTERWORFEN WURDE ... das "adoptionsspiel" hat sehr finstere seiten, und der adoptierte sitzt mitten in dieser finsternis!!!
p.s.: moechte hier schon festhalten, dass ich - im unterschied zu so manch anderen - gross-klein-schreibung hin und her, absaetze machen, fettschreiben oder nicht, ... alles moegliche ja oder nein - niemanden persoenlich angegriffen habe

02.02.2006 - 15:17: RE: Wie auf Tochter zugehen???
johanna,
das mit den grossbuchstaben hat fuer mich eine voellig andere bedeutung! ich hebe bewusst mir BESONDERS wichtige passagen auf diese weise hervor, und werde dies auch weiterhin tun!
UEBRIGENS hast du mich AUF EINE IDEE GEBRACHT: LANGE GENUG HABE ICH - BEQUEMERWEISE FUER MEINE UMWELT - NUR NACH "INNEN" GESCHRIEEN, IN VOELLIG VERKEHRTE RICHTUNGEN GESCHRIEEN ... MIR ALS ADOPTIERTER HABEN ZAHLREICHE IN DIESEN DINGEN SCHWEIGEN VERORDNET, RUHE GEBEN, STILLHALTEN, SICH EINFACH FUEGEN etc.etc.etc. (und wahrscheinlich nicht nur mir !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!...) . DIESBEZUEGLICHEN NORMIERUNGSBESTREBUNGEN GEGENUEBER HAT SICH EIN GEWISSES IMMUNSYSTEM IN MIR ZWISCHENZEITIG ENTWICKELT ... AUCH FUER MICH IST DAS HERAUSSCHREIBEN GELEGENTLICH EINE QUAL, DAS GANZE THEMA IST - SO MAN/FRAU SICH MIT SEINEN UNVERMEIDBAREN UNTIEFEN BEFASST - EINIGERMASSEN QUAELEND. BIN LANGE DAVOR ZURUECKGESCHRECKT ... UND JETZT BRICHT ES EBEN AUS MIR HERAUS ... IST KEIN HIGHLIGHT ZU ENTDECKEN, DASS MAN FUER DIE MEISTEN EIN LEBEN LANG EIN HAMPELMANN WAR/IST ... WIESO ALSO NOCH LAENGER DAROB STILLHALTEN???? IN MIR HAT ES EIN LEBEN LANG GESCHRIEEN, JETZT HABE ICH WENIGSTENS ANGEFANGEN, MICH NICHT MEHR TAUB ZU STELLEN, WENN DIESER SCHMERZ IN MIR WUETET ... OB GROSS ODER KLEIN ... DORT, WO'S HINGEHOERT ... GUT SO ... "ES IST, WAS ES IST, SAGT DIE LIEBE" (erich fried) ...
klick dich einfach weg, wenn es dir zuviel wird!!!!!
margaretha rebecca

31.01.2006 - 20:19: RE: Wie auf Tochter zugehen???
miezebiene,
ja, ich vertrete tatsaechlich den standpunkt, dass es dem/der adoptierten ueberlassen bleiben sollte, ob er/sie mit der leiblichen familie wieder in kontakt treten will. mir ist durchaus bewusst, dass andere adoptierte dies vollkommen anders sehen. sich wuenschen, gefunden zu werden und ... auch froh sind, gefunden worden zu sein ... ich zwinge meine ansichten niemandem auf ...
und wenn ich eben MIT NACHDRUCK AUCH MEINE SICHT AUFZEIGE, DANN TUE ICH ES, UM EINE NICHT UNWESENTLICHE FACETTE IM ADOPTIONSGESCHEHEN AUFZUZEIGEN ... NAEMLICH DASS ICH EBEN ZU JENEN GEHOERE, DIE NICHT GEFUNDEN HAETTEN WERDEN DUERFEN. UND ICH DENKE, BZW. BIN SICHER, DASS ICH NICHT ALLEIN MIT DIESER ANSICHT, DIESEM WUNSCH BIN!!!
mein existentieller wunsch an meinem lebensanfang war, von meinen leiblichen eltern und familien geliebt, betreut und aufgehoben zu sein. diesem wunsch wurde in meinem fall nicht nur nicht entsprochen, sondern ich wurde fallen gelassen wie abfall eben und dem dreck ueberlassen. ich gehoere tatsaechlich zu jenen, die von anderen als "den leiblichen", die muetterlicherseits sehr wohl in meinem umfeld vorhanden waren!!!!, GERETTET werden musste ... ein katholischer priester und meine a-eltern haben dies getan!!! ich musste bei alle dem mit mir geschehen lassen, was immer geschah bzw. nicht geschah, ich konnte keinerlei einfluss nehmen auf die weitere gestaltung meines lebens, dies taten mir zunaechst voellig fremde menschen ... gott sei dank taten sie es ... ABER: ICH musste nehmen, annehmen, was immer da auf mich zukam ... ich konnte nicht sagen "ICH WILL NICHT" (mein angstgebruell war die einzige lautstarke aeusserung meiner interessen, die ich hatte ... und ... mir wurde sogar noch meine herkunftsidentitaet genommen (auch dies war sogar ein ueberlebenserfordernis damals!!!), meine herkunftsgeschichte etc. etc. ... ich musste mich in einer voellig neuen welt zurechtfinden, die der welt meiner leiblichen herkunft vollkommen fremd war und geblieben ist ... ich durfte nicht ich sein, sondern musste jemand anderes werden, damit ich weiterleben konnte ... ... ... ich will nun nicht alles das wiederholen, was ich in meinen ueber 600 beitraegen hier dazu schon geschrieben habe ... ich habe gelernt, dass immer die interessen anderer wichtiger waren/sind als die MEINEN (mit blick auf meine herkunftsidentiaet und -geschichte, auf den menschen, der ich von der geburt her war und geblieben bin) ... UND WENN ICH NUN ENDLICH DIE GESCHICHTE MEINES LEBENS, MEINER HERKUNFT ALS MEINE GESCHICHTE KENNENLERNEN WOLLTE, SO WOLLTE ICH DIES ENDLICH ALS SELBSTBESTIMMT DARIN HANDELNDE TUN, MEINEN EIGENEN INTERESSEN ANGEPASST ...
denn die begegnung mit meinen leiblichen verwandten hat mir lediglich mehrere weitere male gezeigt, DASS ES WIEDER IHRE INTERESSEN WAREN UND SIND, JA GEBLIEBEN SIND, DIE ZAEHLEN, UND NICHT DIE MEINEN ...
UND DESHALB TRETE ICH FUER DIE HANDLUNGSPRIORITAET IN DIESER FRAGE FUER DEN/DIE ADOPTIERTEN EIN ... ER/SIE SOLL ENDLICH EINMAL DER/DIE HANDELNDE, VON H-SEITE UND A-SEITE UNABHAENGIG AGIERENDE SEIN ... ES HAT AUCH ETWAS MIT WUERDE ZU TUN ... schon aus diesem grund empfinde ich eine rechtsbestimmung, die erwachsenen adoptierten die zustimmung der a-eltern etc. abverlangt fuer ihre suche, als reinste zumutung, ja, als eine demütigende entmündigung (an wen hier der gesetzgeber wahrscheinlich gedacht hat, brauche ich wohl nicht auszufuehren ...)
margaretha rebecca

31.01.2006 - 19:09: RE: Wie auf Tochter zugehen???
ich erwarte mir VON KEINEM EINZIGEN MENSCHEN, dass er "die dinge" so sieht wie ich, zumindest nicht dann, wenn ich - ich betone dies ja sehr haeufig - aus meiner ureigensten persoenlichen erfahrung und der damit verbundenen perspektive berichte. weder draenge ich jemanden meine meinung auf, noch lasse ich dies in umgekehrter richtung zu!!!! zu lange habe ich nur in den meinungen anderer zu meinem leben einen platz in diesem leben gehabt!
aber ich bin - inzwischen mehr und mehr - der ueberzeugung und davon ueberzeugt worden, dass es durchaus andere adoptierte gibt, die gewisse "dinge" aehnlich wie ich sehen ... und ... EIN JEDER HAT DAS RECHT, SEINE SICHT HIER ZU PRAESENTIEREN ... (und wie ich in den jahren des mitschreibens gesehen habe, tut man/frau dies ja auch :-))))
ausserdem hast du dann wirklich nicht alle meine postings gelesen, denn ansonsten wuerdest du wissen, dass ich sogar sehr, sehr viel schoenes im rahmen meiner adoption erlebt habe ... nur habe ich einige jahrzehntchen benoetigt, um einen etwas schonungsloseren analytischen blick auf das geschehen meines lebens zu lenken bzw. zuzulassen. auch "schoene" dinge koennen sehr "haesslich" "gebettet" sein!

29.01.2006 - 23:12: RE: Suche Literatur und wieder einmal Hilfe
hallo teresa/birgit,
sag, was ging denn damals schlecht aus?!
ich muss gestehen, dass es mich sehr beruehrt, wie du mit deiner a-tochter ihre herkunftsgeschichte kommunizierst, DIESE GESCHICHTE DA-SEIN LAESST und damit deinem a-kind vermittelst, DASS DU ES MIT DIESER GESCHICHTE ACHTEST UND LIEBST. das maedchen wirkt ueber deine schilderung auf mich hellwach und auch sehr fordernd, d.h. sie weiss offenbar genau, was sie will und sie kommuniziert dies auch.
ich finde es auch sehr, sehr schoen, dass du die leibliche mutter in einem guten licht zeigst, das ist fuer die selbst-achtung deiner a-tochter von eminenter bedeutung!!!!
allerdings muss auch der wunsch der leiblichen mutter respektiert werden, jetzt nicht, oder NOCH nicht auf ihre leibliche tochter zugehen zu wollen. da spielen wohl zahlreiche faktoren eine rolle. vielleicht wird es aber IN DER ZUKUNFT einmal moeglich sein. wie du das einer so selbstbewussten 9-jährigen beibringst, da bin ich im moment auch ueberfragt (vielleicht kann da jemand anderes hier einen rat geben ...).
aber ich denke, insgesamt seit ihr auf dem richtigen weg, dem weg der wahrheit und der gegenseitigen achtung. und weiters denke ich, dass es fuer dein maedchen einfach von entscheidender bedeutung ist, dass es mit seiner schwierigen herkunftssituation einfach niemals alleingelassen wird, dass es weiss, auch mit dieser ganzen geschichte und all ihren komplikationen habe ich bei meiner a-familie ein gutes zuhause ...
euch allen alles liebe und gute
margaretha rebecca

19.01.2006 - 16:18: RE: Swientek ./. Görgülü
liebe ...,
ich freue mich sehr, dass du dich entschlossen hast, dich wieder einmal hier im forum einzuschalten!!!!!
du weisst, ich habe grosse achtung vor deiner ganz persoenlichen lebenserfahrung, finde es auch sehr wichtig, dass du dich gerade mit bezug darauf hier einbringst!!!!!! zumal es ja in diesem thread wirklich auch um DEIN spezielles lebensthema geht!!!
was das kind, um das es bei dieser schaurigen streiterei geht, anlangt, bin ich ganz bei dir. es braucht ein sicheres zuhause, in dem es sich geborgen, geliebt und gefoerdert erlebt!!!!! hoffentlich hast dies das kind und hoffentlich bleibt es ihm fuer die zeit des aufwachsens erhalten.
allerdings verstehe ICH nicht, weshalb die pflegeeltern dermassen auf ADOPTION dringen, naemlich von allem anfang an? wieso wurde der leibliche vater von allen infrage kommenden seiten dermassen ausgeblendet und ausgebootet?!!!! ich muss sagen, als PFLEGEmutter haette ich aeusserste SKRUPEL, in so einem fall AUF ADOPTION zu draengen. sind da fuer die pflegeeltern nicht viel mehr EBENFALLS MASSIVE EIGENINTERESSEN massgebend fuer ihr verhalten, wird hier nicht in diesem eigeninteresse (wie auf allen anderen seiten AUCH) MIT DEM "WOHL DES KINDES" "schindluder" getrieben?!!!! muss nicht sein, ich hoffe es fuer das kind, aber ausschliessen tue ich es nicht!!! und ich verstehe jene sehr, sehr gut, die in solchen ablaeufen strukturen und handlungsablaeufe erkennen und aufdecken wollen, welche sie im zusammenhang mit adoption etc. als hochproblematisch erkannt haben, weil selbes bzw. aehnliches in anderen konkreten faellen auch vonstatten geht ... und die mehrheitlich zulasten der herkunfts-seite und der adoptierten gehen ...
wenn ein derartiger einzelfall in einem forum wie diesem zur diskussion gelangt, ist er immer auch anlass zur reflexion der gesamtsituation adoption/pflege etc. ... und im rahmen von adoption und pflege duerfte mehr "im argen" liegen, als ICH jedenfalls jemals bereit war, als gegeben anzunehmen ...
auch ich fuehle IN ERSTER LINIE MIT DIESEM KIND ... und deshalb weiss ich jedenfalls, DASS ES AUCH SEINE LEIBLICHEN ELTERN BRAUCHT UND BRAUCHEN WIRD ... und ich hoffe auch fuer dieses kind, DASS ES EINES TAGES EINEN FUER ES ZUFRIEDENSTELLENDEN KONTAKT ZUMINDEST MIT DEM VATER, VIELLEICHT ABER AUCH EINMAL MIT DER LEIBLICHEN MUTTER WIRD HERSTELLEN KOENNEN ...
liebe gruesse
margaretha rebecca

18.01.2006 - 10:10: RE: Swientek ./. Görgülü
liebe ute,
selbstverstaendlich stimme ich dir zu. ich hatte ja auch in meinem vorigen beitrag in diesem thread genau dieses geschrieben. habe dafuer gesprochen, dass das kind bei seiner pflegefamilie als sicherer und foerderlicher umgegung (hoffentlich ist sie das?!!!) verbleiben soll, und dass man ihm UNBEDINGT die option offenhalten sollte, den kontakt zu seinem l. vater aufzubauen und es ab einem best. zeitpunkt selbst entscheiden lassen sollte, ob es zum vater gehen will! je aelter das kind wird, umso wichtiger wird es fuer sein selbstwertgefuehl sein, zu WISSEN, dass der leibliche vater FUER ES DA SEIN WOLLTE UND WILL!!!
in unserer identitaetsfindung fuehrt - so meine persoenliche erfahrung gegen starke eigenleistungen zur verdraengung meiner leiblichen herkunft - KEIN WEG AN DEN LEIBLICHEN ELTERN VORBEI!!!! DIESES FAKTUM WIRD IM ADOPTIONS- UND PFLEGEPROCEDERE "DER EINFACHHEIT HALBER" VON DEN DARAN BETEILIGTEN ALLZU GERN UEBERSEHEN. MENSCHEN OHNE GESCHICHTE SIND TOTAL AUSGELIEFERTE AUF SAEMTLICHEN EBENEN, TOTAL "VERFUEGBAR" GEMACHT UND DESHALB "EINFACHER ZU HANDELN" (englischer begriff ist gemeint), JE MEHR GESCHICHTE DA MITGENOMMEN WERDEN MUSS, UMSO "SCHWIERIGER" WIRD ES JA FUER ALLE SEITEN, V.A. JENE, DIE AN DER GEZIELTEN VERDRAENGUNG UND "ENTSORGUNG" DIESER GESCHICHTE INTERESSIERT SIND!!!!! UND DESWEGEN SEHE ICH ES MITTLERWEILE ALS MEINE AUFGABE AN, WENN ICH HIER MITSCHREIBE, KONSEQUENT DARAUF AUFMERKSAM ZU MACHEN!!!!
UND: eine solidarische und menschen-gerechte gesellschaft hat m.e. ZUERST dafuer sorge zu tragen, DASS LEIBLICHE ELTERN IN SCHWIERIGEN SITUATIONEN NACH MOEGLICHKEIT IN DIE LAGE VERSETZT WERDEN, IHRE KINDER SELBER AUFZUZIEHEN. erst wenn dies - aus welchen gruenden immer - UNMOEGLICH ist, kommen pflege und adoption in betracht. und insbesondere das AOPTIONPROCEDERE MUSS IN RICHTUNG ALLER BETROFFENEN, v.a. IN RICHTUNG ADOPTIERTER UND LEIBLICHER ELTERN VERMENSCHLICHT WERDEN, NICHT NUR IN DEUTSCHLAND ...
gerade ICH moechte NIEMALS MISSEN, von meinen a-eltern in pflege genommen worden und spaeter adoptiert worden zu sein!!!! denn NUR SIE gaben mir eben jene sicherheit, geborgenheit und liebe, von der auch DU schreibst!!! ABER: heute sage ich, MEINE HERKUNFTSIDENTITAET- UND GESCHICHTE HAETTE DABEI NIEMALS AUF DER STRECKE BLEIBEN DUERFEN, DENN DAS HATTE EINEN ENORMEN ANTEIL AN DEN GESUNDHEITLICHEN PROBLEMEN, DIE MICH JAHRZEHNTE MEINES LEBENS GEQUAELT HABEN!!!
liebe gruesse
margaretha rebecca

17.01.2006 - 22:46: RE: Swientek ./. Görgülü
- es wird - trotzdem mir der nunmehr hieer diskutierte sachverhalt nicht ausreichend klar ist (hintergruende, motive, interssenslagen, lebensrealitaeten, situation und befinden des kindes etc. etc.) - immer klarer, in welches INTERESSENSGEWIRR (private, gesellschaftliche) dieses kind HINEINGEWORFEN IST ... das kann ich regelrecht ERFUEHLEN ... MIT SEINEN UREIGENSTEN INTERESSEN (naemlich, dass es die chance erhaelt, eine fuer es zufriedenstellende beziehung zu seinen leiblichen eltern aufzubauen, ein einigermassen spannungsfreies leben waehrend seines aufwachsens zu haben, um sich von existentiellen bedrängnissen frei ins leben hinein entfalten zu koennen ....) HAT DAS MEISTE DAVON ABSOLUT NICHTS MEHR ZU TUN ... AUCH WENN NOCH SO OFT - VON WELCHER SEITE IMMER (eltern, pflegeeltern, behoerden, gerichte etc.) - MIT DEM "KINDESWOHL" ARGUMENTIERT WIRD ...
- ZUM WOHL DES KINDES GEHOERT IN ERSTER LINIE, EINE DAS KIND ZUFRIEDENSTELLENDE BEZIEHUNG ZU DEN LEIBLICHEN ELTERN UND DEREN FAMILIEN AUFBAUEN ZU KOENNEN ... wenn schon der eine elternteil (hier die mutter), diesem existentiellen wunsch des kindes nicht entsprechen kann, dann sollte umso mehr - SO ES DAS KIND SELBST AUCH WILL - die moeglichkeit gegeben werden, die beziehung zum anderen elternteil (und der dazugehoerigen familie) aufzubauen und befriedigend zu leben ... EIN KIND GEHOERT Z U E R S T ZU SEINEN LEIBLICHEN ELTERN UND DEREN FAMILIEN!!!!!
- ich wuensche diesem kind, dass es einsst aus diesem WIRRWARR herausfinden kann, damit es zu SICH SELBST findet ...
(schon vor einiger zeit habe ich dies FUER MICH SELBST festgestellt: ich muss aus dem mich gefangenhaltenden interessensgeflecht aus leiblichen eltern, adoptiveltern und gesellschaft heraustreten, um zu mir finden zu koennen ...)

16.01.2006 - 19:30: RE: Swientek ./. Görgülü |
"Nach so langer Zeit gehört es auf Dauer dorthin, wo es sich emotional verwurzelt hat. Was das Kind braucht, ist nur eines: ein schneller Ausspruch der Adoption, die ihm das bietet, was es nach jahrelangem Hickhack am meisten benötigt: Sicherheit.Bergkirchen (Nieders.)Prof. Dr. Christine Swientek"
ohne die geschichte im detail zu kennen, ohne alles, alles gelesen zu haben, was in der eile beim drueberfliegen bei mir haengen geblieben ist und ein paar wenige assoziationen von mir dazu:
- WARUM wollte/will die mutter von anfanng an das kind nicht dem vater ueberlassen, WELCHE GRUENDE bewogen/bewegen sie dazu? WARUM hat sie sich vom kindesvater getrennt?
- ist es wirklich AUSSCHLIESSLICH das innteresse AM KIND, das den vater zu dieser beharrlichkeit veranlasst?
- das kind hat - so hoffe ich - gute pfllegeeltern, die ihm die liebe und sicherheit geben die es braucht, und das schon die ganze zeit, die es bei ihnen ist ... ein moralisch-ethisch-rechtliches "anrecht" auf adoption "erwerben" sie sich trotzdem nicht durch die pflegezeit. WESHALB WOLLEN DENN DIE PFLEGEELTERN DAS KIND UNBEDINGT ADOPTIERTEN, WENN SIE WISSEN, DASS DA EIN AM KIND INTERESSIERTER LEIBLICHER VATER IST??????????????????????
- das kind braucht stabile, liebevolle, gesicherte umfeldbedingungen fuer sein aufwachsen, es braucht sie JETZT UND in den KOMMENDEN JAHREN ... ABER: MIT SICHERHEIT WIRD DIESES KIND EINMAL FRAGEN, WENN ES SEINE GESAMTE GESCHICHTE KENNENLERNT: WIESO WURDE MEIN LEIBLICHER VATER KONSEQUENT UND SYSTEMATISCH AUF ALLEN EBENEN AUSGEBOOTET SEINERZEIT? WARUM DURFTE ICH KEINE BEZIEHUNG ZU IHM ENTWICKELN, OBWOHL ER MIR VATER SEIN WOLLTE? NENNT MIR SAEMTLICHE GRUENDE, DIE DAS RECHTFERTIGEN!!!!
- DAS KIND HAT EIN RECHT AUF SEINE LEIBLLICHEN ELTERN, JETZT UND IN ZUKUNFT!!!! AUF BEIDE!!! ES HAT EIN RECHT AUF SEINE HERKUNFTSIDENTITAET UND HERKUNFTSGESCHICHTE, welche gefahr laufen, bei einer adoption "ins hintertreffen" zu geraten, um es vorsichtig zu formulieren ... JEDENFALLS SIND IM FALLE EINER ADOPTION DIE RECHTSKONSEQUENZEN IN DEUTSCHLAND ABSOLUT DRAMATISCH!!!!
- wieso kann man/frau in diesem fall niccht sagen: das kind bleibe bei seinen pflegeeltern, so lang es eine sichere, stabile umgebung braucht ... aber es wird auch die OPTION FUER DAS KIND offengehalten, eines tages zu sagen, ICH WILL MEINEN VATER KENNENLERNEN; ICH WILL ZU MEINEM VATER GEHEN ...
- MUSS ES DENN GLEICH ADOPTION SEIN??????!!!!!
margaretha rebecca

14.01.2006 - 00:45: RE: deutsche staatsbuergerschaftv
"Jedoch glaube ich, dass bis zum Anschluss deine Mutter keine Deutsche war, jedoch danach - zumindest bis Kriegsende - als Deutsche durch Geburt galt. Was danach war, weiß ich wirklich nicht."
ich denke, DARAN muss "etwas" sein ... denn sonst haette mir nicht meine oesterreichische behoerde in den 90er jahren des vorigen jh. mitgeteilt, dass sie, aufgrund der tatsache, dass meine l. mutter in dtl. geboren war, jahrzehntelang versuchte, im amtsweg meine staatsbuergerschaft zu klaeren ... naemlich eine moegliche deutsche ...
ICH konnte dann schliesslich aufklaeren, dass mein leiblicher grossvater in einer oesterr. heimatrolle eingetragen ist und meine leibliche mutter als eins seiner kinder ebenfalls dort aufscheint ... demnach bin ich eindeutig nach oesterreichischem recht oesterreichische staatsbuergerin ...

13.01.2006 - 23:49: RE: deutsche staatsbuergerschaft
meine leibliche mutter ist 1936 in voerde westphalen geboren. meine leiblichen grosseltern - oesterreicher - haben viele jahre dort gelebt und gearbeitet. die frage ist, ob es zum damaligen zeitpunkt tatsaechlich auch ein "geburtsrecht" nach dem geburtsORT gab, aus dem sich ergäbe, dass meine leibliche mutter ev. - unabhaengig davon, ob ihre eltern deutsche staatsbuerger waren oder nicht - aus dieser tatsache, dass sie eben in voerde/westphalen geboren wurde - die deutsche staatsbuergerschaft hatte.

13.01.2006 - 20:08: deutsche staatsbuergerschaft
meine leiblichen grosseltern ludwig und maria schwentner haben - aus oesterreich kommend - jahrelang in voerde (heute ennepetal) in westphalen mit ihrer familie gelebt und dort gearbeitet. meine leibliche mutter war das dritte von fuenf kindern.

13.01.2006 - 22:20: RE: deutsche staatsbuergerschaft
noch gehoeren die usa - von us-amerikanischem standpunkt aus betrachtet - nicht zu meiner rechtlichen identitaet ... zu meiner psycho-sozialen und intellektuellen identitaet gehoert die usa fuer mich mittlerweile allerdings sehr wohl ... wurde erst moeglich, NACHDEM ICH DURCH DEN ADOPTIONSNEBEL DURCHGEDRUNGEN BIN ...

13.01.2006 - 22:04: RE: deutsche staatsbuergerschaft
danke fuer die interessanten auskuenfte!!!!!!!
wenn demnach meine leibliche mutter doppelstaatsbuergerin gewesen sein könnte (was mir ihre "wanderbewegungen" 1955 und 1957-59 nach deutschland besser erklaeren wuerde, welche auswirkungen haette das auf mich und meine staatsbuergerschaft im jahr 1956 zum zeitpunkt meiner geburt gehabt , vom standpunkt einer moeglichen deutschen staatsbuergerschaft aus betrachtet? ich bin von ihr waehrend eines voruebergehenden aufenthaltes in bregenz/oesterreich geboren worden. jedenfalls koennte ich meine in jeder hinsicht "wackelige" lebenssituation in den ersten monaten meines lebens besser verstehen, auch das fakt, warum sich die behoerden nicht mehr um mich gekuemmert haben ... und warum ich schliesslich noch in einem spital beinahe dem hungertod ueberlassen wurde ... ami-soldaten-balg und noch dazu ev. dt. staatsbuergerin ... exotischer vorname "rebecca" ... also, da ist schon ein bisschen viel zusammengekommen 1956, was die umwelt in eine einigermassen "zoegerliche" haltung mir gegenueber ruecken liess, nicht wahr? ... DIESES kind WOLLTE einfach NIEMAND ... ein katholischer (!!!) priester musste in österreich auf mich aufmerksam werden, ohne seine vermittlung und meine verehrten und so sehr geliebten a-eltern - die buchstaeblich ohne irgendwelche sicherheiten und ohne irgendein "wenn und aber" ja zu mir sagten - waere ich wohl zum tod verurteilt gewesen ... wahrscheinlich musste ich als "ami-soldaten-balg" sogar trotz vernachlaessigender behandlung in oesterreich geradezu froh sein, IN oesterreich geboren und zurueckgelassen worden zu sein, zumal ja die deutsche nachkriegsgesellschaft und auch rechtsordnung nicht gerade "allzu freundlich" mit "besatzungs-bastarden" umgesprungen ist ... schicksale einiger deutscher besatzungskinder, mit denen ich mich befasste, haben mir dies aufgezeigt!!!
immer noch versuche ich ZU VERSTEHEN, was in meinen ersten monaten passiert ist ... deshalb interessiert mich jetzt die frage mit der staatsbuergerschaft ... (schliesslich wurde ich im jahr 1994 vom standesbeamten meiner geburtsstadt aufmerksam gemacht, dass diese nicht geklaert sei ... in einem telefonmarathon konnte ich dann zumindest klaeren, dass ich oesterreichische staatsbuergerin bin ...)
auch die usa gehoeren zu meiner identitaet!!!!!
zudem: meine österreichischen a-eltern sind schon jahrzehnte tot und nach oesterreichischem recht bin ich nur noch in die leiblichen familien hinein rechtlich verwandt!!!!!
margaretha rebecca

13.01.2006 - 18:25: US-Besatzungskinder - Vatersuche - US-Staatsbuergerschaft
mir wurde bekannt, dass es us-besatzungskinder in deutschland gibt, denen es gelungen ist, ihren us-vater zu finden, und die sogar den behoerdenmarathon (inkl. klage beim supreme court) bis hin zur us-staatsbuergerschaft geschafft haben. ungeheuer wichtig ... wie ich hoerte, soll es in deutschland hunderttausende us-besatzungskinder geben ... sicher sind viele von ihnen auch adoptiert worden. ich erinnere mich an sherry, die hier einmal vorbeigeschaut hat ... vielleicht liest sie gelegentlich noch mit ...
zwei besatzungskinder haben nun eine broschuere, einen leitfaden, verfaßt mit wichtigen informationen und tipps für jene besatzungskinder, die ebenfalls mehr von den usa wollen, als nur weggeschmissen- worden-sein:

"Seit Januar 2006 gibt es eine umfangreiche, deutschsprachige Broschüre mit dem Titel:
„Leitfaden für suchende US Besatzungskinder“.
Dieses Heft enthält viel geballtes Wissen und nützliche Informationen für eine erfolgreiche Suche nach Verwandten in den USA. Die Angaben basieren auch auf persönliche Erfahrungen zweier Besatzungskinder mit dieser Problematik, die diesen Leitfaden geschrieben haben.
Zusätzlich wird über den schwierigen Weg einer möglichen Erlangung der US Staatsbürgerschaft für Besatzungskinder informiert.
Das ist nicht unmöglich, wenn man weiß, wie man was und wo beschafft bzw. beantragt.
Der „Leitfaden“ kann gegen eine Gebühr von 50,- € unter
Distl@web.de
bestellt werden.
Bei Bestellung im "Betreff" "Besatzungskinder" hineinschreiben, ansonsten landet die Mail bei den Spams!!!
Mit dem Geld werden u.a. die Beschaffung und Aktualisierung einer erforderlichen US Datenbanken für eine erweiterte Suche finanziert. Alles weitere erläutert der Leitfaden - wie z.B. Erstellung und Vertrieb des selbigen.
Nur so ist eine finanzierbare Ermittlung der Verwandten in den USA möglich."

margaretha rebecca - us-besatzungskind

12.01.2006 - 18:04: RE: gaestebucheintrag
grisu2002 schrieb:
"Hi Margareta
Nimm den nicht ernst.Ein Forum lebt durch Leute wie dich.
Gruß Roman
Meine Geschichte unter www.Grisu2002.beep.de"
hallo roman,
auch deine rueckmeldung freut mich sehr!!!
vielen dank und liebe gruesse
margaretha rebecca

12.01.2006 - 15:23: RE: gaestebucheintrag
Margareta schrieb:
"Hallo Margaretha,
auch wenn ich gerade sehr in Zeitnot bin, muß ich doch wenigsten kurz zu diesem Thema ein paar Worte loswerden: Ich finde Du mußt Dich nicht rechtfertigen! Jeder den das Thema Adoption betrifft wird Deine Beiträge zu schätzen wissen. Ich jedenfalls tue es und ich bin sehr froh, daß Du Deine persönlichen Erfahrungen, Gedanken usw. mit anderen hier im Forum teilst.
schnelle Grüße,
H. Margareta"
margareta,
auch dir ganz lieben dank fuer deine worte ...
du hast es ausgesprochen: ich muss mich ziemlich oft vor mir selber rechtfertigen, dass ich mich eben ad personam dermassen ver"oeffentlich"e ... hat mich zu verschiedenen zeiten immer wieder stark belastet bis zur schlaflosigkeit, zu koerperschmerzen etc. etc. und ich hab mich immer und immer wieder gefragt, soll ich es wieder rueckgaengig machen ... ABER der weg, den ich eingeschlagen habe, war und ist nicht mehr rueckgaengig zu machen ... UND ES FREUT MICH ZUGEGEBENERMASSEN SEHR, DASS ANDERE BETROFFENE EINEN GEWINN FUER SICH DARAUS HABEN ... GENAU DANN IST ES NAEMLICH NICHT MEHR SELBST-ZWECK (boesartig formuliert: narzisstische nabelschau) ... UND auch die haltung meiner tochter dazu ist fuer mich von eminenter bedeutung, denn sie waere der mensch, dem zuliebe ich darauf verzichten wuerde ...
ich habe hier in diesem forum meine schritte IN DIE OEFFENTLICHKEIT gesetzt ... IM AUSTAUSCH MIT ANDEREN BETROFFENEN ... OHNE DIESE KOMMUNIKATION WAERE MIR VIELES NICHT MOEGLICH GEWESEN ... HABE ICH UEBER DIESEN WEG UEBERHAUPT JENE IMPULSE ERHALTEN, DIE MICH ZUM MICH-MITTEILEN ANGEREGT HABEN ... KEIN BUCH-SCHREIBEN HAETTE MIR JEMALS DIESE INSPIRATION GEGEBEN ...
apropo buch-schreiben ...
auch das haelt mich davon ab: da muesste ich dann wieder mich bei irgendwelchen leuten und leutchen "anbiedern" gehen, waere von deren einschätzungen, beurteilungen, entscheidungen abhaengig etc. etc. und nachdem ich als adoptierte EIN LEBEN LANG MEIN LEBEN "ZUR VERFUEGUNG" STELLEN MUSSTE SOWIE AUF EXISTENTIELLER EBENE UNTER DAUER"BEURTEILUNG" STAND (um nicht zu sagen, dass ich mich um meines nackten lebens und ueberlebens willen auf den diversesten ebenen - emotional, intellektuell, identitaetsmaessig - geradezu auf dauer und um den preis meines lebens eben "prostituieren" musste, damit ich die "niveau"durchtraenkte luft in "besseren kreisen" als derjenigen meiner leiblichen herkunft atmen durfte, in die "gunst" der "segnungen" einer "gehobeneren" "erziehung" - die ich ja nicht erhielt, weil ich das kind meiner leiblichen eltern war/bin, sondern weil ich das kind meiner a-eltern ZU SEIN HATTE - gelangen durfte, "froh" und "dankbar sein" musste ein leben lang, "dass ich das werden durfte, was aus mir geworden ist" - auch das hoerte ich: "ja, was denkst du denn, was aus dir geworden waere, wenn du mit deiner leiblichen mutter herumgezogen waerst" ... meine dbzgl. "ironischen" bemerkungen sind nicht in richtung meiner geliebten a-eltern und "lebensbegleiter" gesagt, sie charakterisieren lediglich eine wie ich meine starke gesellschaftliche einstellung gegenueber adoptierten im allgemeinen) UM EIN LEBEN IN DIESEM LEBEN UND IM LEBEN FREMDER ALS FREMDE ZU ERHALTEN, IST MIR NUNMEHR JEGLICHE FORM DES MICH "ANBIEDERNS", "ANBIETENS", "PRAESENTIERENS", "ERSUCHENS"; "TAXIERT-WERDENS", "BEURTEILT-WERDENS" etc. ZUWIIIIIIIIIIDER BIS ZUM TOTALEN EKEL ... mit meiner homepage und in der kommunikation mit euch BIN UND BLEIBE ICH ABER GAENZLICH FREI VON ALLE DEM ...
alles gute auch fuer dich, margareta
margaretha rebecca

11.01.2006 - 18:44: RE: gaestebucheintrag
hallo ute,
lieben dank auch dir fuer deines positives feed-back ...
"Also mir persönlich wär das ja viel zu viel Putzerei immer, ich meine, bis du so nen Spiegel wieder richtig glänzend hast, daß er dich in voller, unverfälschter Schönheit... ;) ;) ;) ;)"
... ist eine ueberlegung wert!!!! mutter natur hat sich naemlich auch bei mir ziemlich zurueckgehalten, als sie die putzgene verteilte :-)))))
"In der Tat denke ich auch, daß man nur dann mit seiner Umwelt im Reinen sein kann, wenn man mit sich selbst im Reinen ist. Dazu gehört, und auch da muss ich dir zustimmen, auch eine Auseinandersetzung mit dem Thema der Adoption, nach innen aber auch nach außen hin."
ja, stimmt ... man bedenke aber, dass es - wie wir aus zahlreichen forumsbeitragen wissen - gerade diese "umwelt" ist, welche geradezu verhindert, dass adoptierte mit sich und ihrer geschichte, somit also mit ihrer umwelt "ins reine" kommen koennen ... !!!!
"das Faktum des Adoptiertseins"
m.e. geht es nicht bloss um dieses "faktum", sondern um die GESAMTE GESCHICHTE, die damit zusammenhangt ... warum, wieso, wie, warum so und nicht anders, wie ist alles abgelaufen, auf welche weise hat die adoption mein leben gepraegt und und und und und
"Ein Tabu, das einen Teil der eigenen Persönlichkeit berührt"
im bereich adoption sind extrem starke tabus am werk ... innere, aeussere, vielerorts ... sie machen es vielen adoptierten nicht gerade leicht, ein "entspanntes" verhaeltnis zum faktum adoption, der je eigenen adoption, zu entwickeln ...
"eine Auseinandersetzung, nach innen, aber auch nach außen, ist allerdings in meinen Augen tatsächlich unumgänglich"
richtig!!!!!!! jedem/r adoptierten/r, der/die sich ihr stellt, viel kraft und mut!!!!!!
"Auch ich wiederhols nochmal - laß dich nicht von Pappnasen in deinem Gästebuch irritieren, wen die Darstellung der einen oder anderen Person hier stört, der soll entweder offen vortreten und ne konstruktive Diskussion anstacheln oder sihc einfach einen anderen Sandkasten suchen."
auch das tut mir gut zu lesen!!!! danke!!! :-)))
liebe gruesse
margaretha rebecca

10.01.2006 - 19:45: RE: gaestebucheintrag
(...)
liebe katinka 2005,
danke auch dir fuer deinen zuspruch!!! ich denke gerade fuer adoptierte ist es mit einem ungheuren inneren und aeusseren "spiessrutenlauf" verbunden, bis sie sich selber ueberhaupt "wichtigkeit" zugestehen, denn i.d.r. hat man/frau ihnen ja von anfang an hinsichtlich ihrer herkunftsidentitaet vermittelt, du bist dermassen unwichtig, dass du als diese person gar nicht exisitieren sollst/darfst ... erst seit ich angefangen habe, DIESEN menschen wichtig zu nehmen, breitet sich ALLMAEHLICH ein EXISTENTIELLES WOHLBEFINDEN in mir aus. dank an meine therapeutin und alle in diesem forum, die mich in den vergangenen jahren wichtig genug genommen haben, dass sie mit mir einen austausch gepflegt haben. dank auch an meine hamburger freundin, eine adoptierte, mit der ich diese kommunikation ueber viele, viele briefe begonnen habe, die dbzgl. "laehmung" ueberwunden habe ... !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!!!!!!!!!!!!!!
sich selbst gerne zu haben, ernst zu nehmen, zu achten, existentiell anzunehmen etc., ZU LIEBEN also, ist die VORAUSSETZUNG dafuer, den anderen menschen und der je eigenen "welt" in liebe begegnen zu koennen. darin sehe ich jedenfalls die tiefere bedeutung des gebotes: "liebe deinen naechsten wie dich selbst"
liebe gruesse
margaretha rebecca
(...)

09.01.2006 - 19:27: RE: gaestebucheintrag
irma schrieb:
"liebe margaretha,
von 'unwichtigem' gelaber nicht beirren lassen, auseinandersetzung ist für alle beteiligten hilfreich, ja geradezu notwenig! das spüren die daran interessierten auch!!! nicht interessierte, die das nicht verstehen, werden nicht gezwungen, für sie unwichtiges zu lesen und auch nicht ihren müll in gästebücher zu zwängen!!!!! ich habe niiiiiiiiiiie den eindruck bekommen, daß du im mittelpunkt stehen wolltest, aber mir scheint es mal notwenig :-))) deine beiträge sind sehr nachdenklich, geben denkanstöße in viele richtungen! du hast die gabe, hervorragend und präzise diffuse empfindungen und zusammenhänge erkennbarer zu machen und in worte zu fassen - auf den punkt zu bringen!!!! eine unschätzbare bereicherung für dieses - für JEDES ado-forum!!!! ich finde es bewundernswert und mutig, deine adoptions-erfahrungen öffentlichkeit zu machen, aus diesem tabu auszubrechen - du hast allen grund, darauf stolz zu sein!! wer schafft das schon?
liebe grüße
irma"
liebe irma,
DANKE ... aus DEINEM MUND, DEINER FEDER, auf dem HINTERGRUND DEINER LEBENS-ERFAHRUNG tun mir diese worte besonders gut!!!
es war immer, und wird dies bleiben, meine absicht, durch das mitteilen meiner gedanken zu adoption, schilderungen aus meinem eigenen leben, der - auch fuer mich nicht einfachen - oeffentlichen dokumentation meiner herkunfts- und adoptionsgeschichte AUFZUZEIGEN, dass hinter/in JEDEM EINZELNEN SCHICKSAL EINES ADOPTIERTEN (inkognito, anonym, halboffen etc. etc.) EINE KOMPLIZIERTE GESCHICHTE steht/steckt: leibliche eltern und familien, die nicht schlagartig mit der adoption aufhoeren zu existieren, im innen des adoptierten seine GANZE herkunftsIDENTITAET und herkunftsGESCHICHTE - auch im fall versuchter totaler verdraengung - ANWESEND BLEIBT ... UND DASS SIE SICH IMMER SCHON MITTEILEN WOLLTE UND WEITER MITTEILEN WILL!!!! DIESE GESCHICHTE - WELCHE AUCH IMMER - GEHOERT ZU UNSEREM MENSCHSEIN, ZU UNSERER WÜRDE ALS MENSCH, OHNE SIE SIND WIR NICHT NUR NICHT ZU DENKEN, SONDERN WAEREN WIR AUCH GAR NICHT DA!!!! (jahrzehnte habe ich selber gebraucht, um mir das einzugestehen!!!!)
UND es geht mir darum, aufzuzeigen, WIE UNGLAUBLICH SCHOEN UND ZUGLEICH UNENDLICH SCHWER UND SCHWIERIG EIN ADOPTIONSVERLAUF SICH GESTALTEN KANN ...
und es wuerde mich sehr freuen, wenn ENDLICH MENSCHENWUERDIGE KONKLUSIONEN FUER DAS ADOPTIONSPROZEDERE aus meinem leben und JEDES ANDEREN adoptierten, der sich dazu mitteilt, gezogen würden ... DA MUSS SICH NOCH VIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIELES VERAENDERN, BIS ADOPTION ALS GANZES EINIGERMASSEN MENSCHENWUERDIG "UEBER DIE BUEHNE" GEHEN KANN!!!!
im unterschied zu den allermeisten adoptierten verfuege ich ueber eine unglaubliche fuelle von dokumenten, die einen - zum teil auch erschreckenden - detailreichtum aufweisen ... in der regel muessen doch adoptierte jeder mikro-information gelegentlich ueber jahre nachlaufen und erhalten dann homöopatisch dosen an auskuenften zu den grundfesten ihres menschenlichen da-und-so-seins ... und ... der grossteil dieser dokumente - meiner dokumente - WURDE MIR ZUGETRAGEN ... OHNE DASS ICH ES WOLLTE, HAT MICH MEINE EIGENE GESCHICHTE ALSO GESUCHT UND AUCH GEFUNDEN (auf den verschiedensten ebenen!!!) ... die kraft des suchens der informationen musste ich also zum groessten teil gar nicht aufwenden. es forderte und fordert mir aber nach wie vor viel kraft ab, mich mit alle dem zu konfrontieren (jahrelang habe ich ordner voll papier einfach unbeachtet gelassen!!!!!!!!), es nach und nach zu verarbeiten (mein straeuben gegen die verarbeitung war sehr stark ausgeprägt!) ... erst langsam habe ich aus einer inneren dauerlaehmung heraus zu den worten und saetzen für mein ureigenstes leben gefunden, nun schon gut fuenf jahre dauert dieser prozess des mich-auffindens und mich-ueber-mich-mitteilens an ... EINE UMWAELZUNG IN MEINEM INNEREN HAT STATTGEFUNDEN, DIE ICH NIEMALS MEHR FUER MOEGLICH GEHALTEN HAETTE ...
gerade weil in meinem fall eine so unerwartete informationsfuelle vorhanden ist, sich was weiss gott einfach alles dokumentieren und in zusammenhaenge bringen laesst, SOLL ich es vielleicht NACH AUSSEN TRAGEN ... jedenfalls denke ICH das so ...
meine oeffentlich kundgetannen darstellungen zu meinem leben (hier mitschreiben, meine homepage etc.) sollen auch jenen hilfreich sein - so dies moeglich sein kann - , die sich im einen und anderen meiner gedanken und schilderungen wiedererkennen und ... so vielleicht besser SELBER ZU IHRER EIGENEN SPRACHE finden koennen ZU IHREM EIGENEN LEBEN ... ich stelle dieses mein leben auch fuer jene dar, die das ihrige gerne mitteilen wuerden und aus welchen gruenden immer einfach nicht KOENNEN ... ES SOLL IHNEN MUT MACHEN, IHR EIGENES LEBEN SO GUT ES GEHT IN DIE EIGENEN HAENDE ZU NEHMEN ...
irma, deine mutigen, beharrlichen und ausfuehrlichen schilderungen DEINES SCHWIERIGSTEN ADOPTIONSSCHICKSALS, die KRAFT, die DIR das nun schon VIELE JAHRE abverlangt, hat mich im laufe der letzten jahre ERMUTIGT und BESTAERKT, IMMER WIEDER, diesen MEINEN WEG so zu gehen, wie ich es getan habe und weiter tun werde ...
auch DAFUER DANKE (kein's adoptions-erlerntes pflicht-dauer-danke!!!!! du verstehst :-))))
margaretha rebecca

08.01.2006 - 23:18: gaestebucheintrag
"Unwichtig" schrieb mir ins gaestebuch. ich veroeffentliche es lieber hier:
"Finde es echt intressant wie Du Dich in das Thema Adoption hinein zwängst! Willst Du immer im Mittelpunkt stehen? Fühlst Dich nicht wohl wenn Du nichts zu sagen hast? Leider immer das selbe!Bei Deinen Beiträgen könntes Du ein Buch veröffentlichen, dann gä ..."
- natuerlich, auch so kann man die dingee sehen ...
- ja ja, ganz recht, das thema adoption hat einiges mit "drang und zwang" zu tun, insofern vollkommen richtig formuliert!
- ja, ich fuehl mich eigentlich immer woohler, je mehr ich zu diesem thema sage, ENDLICH SAGE ICH ES ... und ich denke, ich tue es nicht nur fuer mich ...
- in den mittelpunkt wurde ich - unfreiwwillig, auch im rahmen meiner adoption - schon oft gestellt ... es ist tatsaechlich so, JETZT STELLE ICH MICH MIT MEINEM LEBEN IN DEN MITTELPUNKT ... TUT GUT ... also, auch hier hast du richtig festgestellt ...
- das grosse thema bleibt das gleiche, ddie facetten sind unendlich viele ...
- buch schreiben eruebrigt sich, steht jja alles auf meiner seite, das meiste hier im forum ... wird keiner mit vorgehaltener pistole gezwungen, das meinige zu lesen ...
- "unwichtig" sind du und dein eintrag ssicher nicht ... herzlichen dank dafuer ...
was aber für mich in erster linie wirklich zählt, ist, was meine tochter zu all dem sagt: "mama, ich bin stolz auf dich, dass du das getan hast ..."
margaretha rebecca

07.01.2006 - 17:07: RE: Unterhaltspflicht während Adoptionsüberprüfung ??
hallo felix,
mein gefuehl sagt mir, dass du die zustimmung zur adoption nicht so einfach erteilen solltest. sei deiner tochter - auch auf verm. erzwungene distanz - der vater, der du gerne sein moechtest, aber auch der vater, zu dem dich das gesetz verpflichet. SIE IST UND BLEIBT IN JEDER HINSICHT DEINE TOCHTER, AUCH IM RECHTLICHEN SINN!!! ich als adoptierte wuerde mir einen leiblichen vater wuenschen, der mich nicht so einfach aus seinem verantwortungsbereich "entlassen" hat (meiner hat niemals die ihm zukommende verantwortung uebernommen!!!). dass man/frau dir zu verstehen gibt, dass du im neuen familienleben als "papa" komplett ueberfluessig bist, soll dich wohl emotional so sehr verletzen, dass du "freiwillig" "das feld räumst" ...
ich an deiner stelle wuerde es NICHT TUN!!! vielleicht dankt es dir deine tochter eines tages ...
alles gute
margaretha rebecca

04.01.2006 - 19:25: RE: Was bedeutet für euch adoptiert zu sein?
ich verstehe dich sehr, sehr gut, margareta, denn auch ich habe mir sehr, sehr schwer getan, meinen leiblichen eltern schliesslich auch positive zuege abzugewinnen ... ich hatte regelrecht wut, wenn meine therapeutin meine leiblichen eltern verteidigte, und ich erwartete mir auch ZUERST emotionale solidaritaet mit MIR und MEINER WUT GEGENUEBER MEINEN LEIBLICHEN ELTERN ... sie hat - rueckblickend -einen grossartigen balanceakt vollzogen zwischen respekt fuer meine gefuehle und ... ja ... ihrer mir gegenüber demonstrativen solidaritaet mit meinen leiblichen eltern ... lange konnte ich diese nicht annehmen ... und erst im laufe der jahre habe ich begriffen, WARUM sie dies tut ... SIE HAT ES FUER MICH GETAN (denn sie WUSSTE natuerlich auch von allem anfang an, was man/frau mir da leiblicherseits angetan hatte und antut) ... erst das aufleben lassen der positiven anteile der persönlichkeiten meiner leiblichen eltern hat erst mir ermoeglicht, eine POSITIVE IDENTITÄT MIT MEINER HERKUNFT, MEINER LEIBLICHKEIT, MEINES HIERSEINS, MEINES SOSEINS etc. AUFZUBAUEN ... erst dies hat es schliesslich ermoeglicht, DASS ICH ZU MIR ALS GANZEM MENSCHEN, MEINEM KÖRPER, MEINER GANZEN GESCHICHTE STEHEN KANN, dass ich heute sagen kann: ES IST GUT, DASS ICH SO WIE ICH BIN HIER IN DIESER WELT IN DIESEM LEBEN BIN ... erst seit dieser zeit habe ich keine schuldgefuehle mehr, am leben zu sein ... unter DEM SCHUTZ DER THERAPEUTIN, IHREM WOHLWOHLLEN ZU MEINER - ich sag's immer wieder so - GANZEN PERSON konnte meine SELBSTACHTUNG wachsen, HABE ICH ANGEFANGEN, MICH SO ZU MOEGEN, WIE ICH EBEN BIN, angefangen bei meinem aussehen, meinen sonstigen "spezialitaeten" ... UND ERST JETZT FANGE ICH AN, EMOTIONAL UNABHAENGIG VON MEINEN LEIBLICHEN ELTERN ZU WERDEN, VERLANGE ICH NICHT MEHR NACH IHRER ANERKENNUNG UND BESTAETIGUNG ... (na ja ... )
ich denke, deine a-eltern haben grossartig gehandelt, dass sie nicht schlecht ueber deine leiblichen eltern gesprochen haben ...
vielleicht brauchst du aber einfach auch einmal emotionale solidaritaet fuer das, was dir von deinen leiblichen eltern an SCHRECKLICHEM ANGETAN wurde ... ueber die distanz des internets hast du jedenfalls die meinige!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
du hast ganz recht (habe ich auch immer so vertreten), JEDE GESCHICHTE IST EINZIGARTIG, und jede soll als solche geachtet und respektiert werden ...
margaretha rebecca

04.01.2006 - 17:45: RE: Was bedeutet für euch adoptiert zu sein?
"Tja schade. Da komme ich in ein Forum als Ratsuchende , lese eure Beiträge und versuche es besser zu machen und fast alle Antworten die ich bekommen, greifen nur an."
ich stelle fest, dass ich nicht angegriffen habe ...
"Ich versuche kein schlechtes Bild der H-Mutter zu haben, aber wenn man seinen Sohn (A-Sohn) so liebt und die Hintergründe kennt, fällt es schon schwer!"
diese "hintergründe" sind wesentlich beitragend, dass man/frau heute von "seinen Sohn (A-Sohn)" überhaupt sprechen kann, dass sollte wohl nicht restlos vergessen werden ...
"Ja, wir haben Beweise! Leider, oder Gott sei Dank??? Wie dem auch sei, die H-Mutter hätte es in Kauf genommen, das ihr Kind stirbt! Ich urteile nie ohne die Hintergründe zu kennen, soetwas erlaube ich mir nicht!"
... richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet ... oder: ... es werfe den ersten stein, wer ohne suende ist ...
"Wenn unser Kleiner mal keine Akteneinsicht bekommt, habe ich für ihn alles schriftlich festgehalten, von dem Zeitpunkt an, als er zu uns kam und auch die Fakten die wir kennen und zu seiner frei-/abgabe führten. Ich schreibe hier bewusst Fakten weil ich die Bewertung weggelassen habe. Er soll sich selbst ein Bild machen wenn er seine H-Mutter kennenlernt."
wenn ihr bei dieser hochproblematischen ausgangslage dem kind (im laufe des aufwachsens, altersadaequat etc.) auf basis seiner ureigensten ursprungs- und ausgangsgeschichte ein positives selbstbild vermitteln wollt, dann solltet ihr - was auch immer geschehen sein mag - um ein verstehen, verstaendnis etc. der leiblichen eltern bemueht sein, auch ihre moeglichen positiven eigenschaften in eure mitteilungen einfliessen lassen ...
und noch etwas sage ich als adoptierte: wir sind auch ganz besonders sensibel und aufnahmefaehig fuer die NICHT VERBAL AUSGEDRUECKTEN MITTEILUNGEN ... AUCH WIR DURCHSCHAUEN EIN "SO TUN ALS OB" sehr rasch und genau ...
"die H-Mutter verneinte das ganz klar, ihr sei es "EGAL" was mit dem Kind passiert! Traurig."
hoffentlich teilt ihr gerade diesen satz dem kind nicht einst ohne jeglichen relativierenden kommentar als reines "fakt" mit, koennte verheerende innerseelische folgen haben ...
ich glaube an eure positiven absichten, aber ich lege euch sehr ans herz, achtet das kind als das kind seiner leiblichen eltern, denn das ist es ZUERST und wird dies immer bleiben!!!!
ganz ALLGEMEIN gesprochen: meiner persoenlichen meinung nach führt adoption, die auf der totalen preisgabe der herkunftsgeschichte und herkunftsidentität des kindes rechtlich geregelt, durchgeführt und "praktiziert", gelebt wird, zu einem ungeheuren gesamtpersonalen MISSBRAUCH an diesem kind/menschen ... auch an mir selber kann ich mittlerweile ueberdeutliche spuren dieses gesellschaftlichen und personalen missbrauchs erkennen ...
"Euch allen wünsche ich das ihr mit eurer Situation klar kommt, die Probleme bearbeiten und wieder glücklicher werden könnt!"
ich denke, ich komme umso besser klar, je klarer ich "die dinge meines lebens" erkenne ... zudem halte ich mich fuer nicht weniger oder mehr gluecklich, als jeden anderen x-beliebigen durchschnittsmenschen ... alles klar?!!!!
margaretha rebecca

03.01.2006 - 14:04: RE: Was bedeutet für euch adoptiert zu sein?
"Danke für deine Antwort. (...)
Ich danke seiner H-Mutter das sie ihn geboren hat und akzeptiere sie, aber sie zu respektieren oder zu achten fällt mir schon etwas schwer. Was nicht daran liegt das sie seine H-Mutter ist sondern das die H-Mutter unseren kleinen nach seiner Geburt fast hätte sterben lassen . Er hat schon im Mutterleib einiges aushalten müssen, auf das ich hier nicht näher eingehen möchte, das ihm für sein Leben aber grundsätzlich hätte sehr krank machen können. Zum Glück ist das nicht passiert und er ist ein aufgeweckter kleiner süßer Kerl. Diese Mißachtung des Lebens macht mir zu schaffen, eines Lebens, das ein Recht auf ein gesundes Leben hat. Es ist schwer diese Frau zu achten und trotzdem hat unser Sohn ein Recht auf seine Wurzeln und auf seine Geschichte. (...) Indem er sich zu Hause fühlt und unser Kind um seiner willen ist, mit SEINER Geschichte...."
... TROTZDEM ist es IM INTERESSE DES KINDES, fuer SEINE GESUNDHEIT ausserordentlich WICHTIG, dass ihr die LEIBLICHEN ELTERN, WER SIE AUCH IMMER SEIEN, WAS SIE AUCH IMMER GETAN HABEN, ACHTET UND RESPEKTIERT, versucht VERSTAENDNIS FÜR SIE aufzubringen. DENN JEDE VERACHTUNG UND ENTWERTUNG DER LEIBLICHEN ELTERN KOMMT AUTOMATISCH EINER VERACHTUNG UND ENTWERTUNG DES KINDES GLEICH, DAS KIND KOMMT AUS DIESEN ELTERN!!!!
ich weiss auch hier, WOVON ich spreche, denn auch meine leiblichen eltern haben gezielt mein leben nach meiner geburt auf's spiel gesetzt (letzteres insbesondere die leibliche mutter), sie haben mich ein leben lang missachtet, im stich gelassen etc. etc. etc. und ich weiss sehr wohl, WIE SCHRECKLICH ES SICH ANFUEHLT, VON SOLCHEN MENSCHEN ZU ABZUSTAMMEN, und dass ich es - bis zum totalen selbstekel - verabscheut habe, ihre gene in meinem leben spazieren zu tragen ...
ABER mithilfe therapeutischer begleitung (sonst haette ich das wohl nicht geschafft) ist mir klar geworden, dass MEINE GESUNDHEIT auch in direktem zusammenhang mit meiner SELBSTACHTUNG steht, und diese SELBSTACHTUNG steht DIREKTEM ZUSAMMENHANG MIT MEINER ACHTUNG MEINEN LEIBLICHEN ELTERN GEGENÜBER (jaaaaa, recht gelesen, so ist das eben, auch ich wollte das laaaaaaange nicht wahrhaben) ... so hat also jede "problematische" einstellung von euch den leiblichen eltern eures a-kindes gegenüber DIREKTEN EINFLUSS auf die entwicklung des SELBSTWERTGEFÜHLS EURES A-KINDES ... wenn ihr also dieses kind wirklich liebt und eine gesunde entwicklung ermöglichen wollt, dann kommt ihr um einen achtungsvollen umgang mit seinen leiblichen eltern nicht herum!!!!
ich wuensche euch viel kraft und alles gute
margaretha rebecca

02.01.2006 - 17:44: RE: Was bedeutet für euch adoptiert zu sein?
"Hallo, Sagt mir aus eurer Sicht bitte: Was können wir machen damit es für euch leichter wird? Wie verhalten sich Ado-Eltern richtig?"
aus meiner ganz persoenlichen sicht als adoptierte lege ich euch ans herz: liebt dieses kind als das kind der leiblichen eltern, die es HAT. gebt ihm das gefuehl, dass es als DIESES KIND WERTVOLL IST, und dass es ALS DIESES KIND EUER KIND IST. NEHMT IHM NICHT SEINE GEBURTSIDENTITÄT, sondern achtet auch diese identitaet und hebt sie fuer das kind auf. respektiert und achtet seine leiblichen eltern!!!!! hebt alle informationen zu seiner herkunft auf, damit sie verfuegbar sind zu dem zeitpunkt, der fuer das kind der richtige sein wird ... wenn ihr das kind UM SEINER SELBST WILLEN LIEBT, MIT ALLEM, WAS IN IHM DA IST, WAS ES MITBRINGT, ist das eine der allerwichtigsten voraussetzungen für das kind, EUCH als seine sozialen ELTERN zu LIEBEN!!!!!
von herzen euch alles gute
margaretha rebecca

29.12.2005 - 16:00: RE: Kind zur Adoption
"Für mein Empfinden geht es hier nicht um das Kind, sondern um Dich...."
Irrtum! Es geht sowohl um die Mutter ALS AUCH das Kind!!! Das kann man nicht so einfach entkoppeln, denn es gehoert auf immer zusammen!
Wie Menschen aus einer schwierigen Situation so herausfinden, dass KEINER der Betroffenen VOLL AUF DER STRECKE BLEIBT, gehoert zu den ethisch-moralisch anspruchsvollsten menschlichen Anstrengungen.
Superbibi,
ich sehe du machst dir sehr differenzierte Gedanken, du denkst sehr wohl und genau an das wohl deines kindes. Die Situation, die du fuer dich und dein kind schilderst, scheint sehr, sehr konfliktuoes und verworren, aber zum Glueck hast du schon einmal gute Unterstützung fuer Dich gefunden. Denk dran, was immer geschieht, du bist die Mutter dieses Kindes und es ist auch dein Kind. Sehr gut kann ich verstehen, wenn Du Distanz suchst. Aber denk, ich bitte Dich, auch dran, dass dieses Kind sein ganzes Leben lang die Sehnsucht nach Dir in sich tragen wird, auch wenn Du ganz und gar aus seinem Leben austreten moechtest, innen in diesem Kind trittst du NIEMALS aus. Vielleicht gibt es eine andere Lösung als Adoption im familiären Umkreis. Du scheinst noch recht jung zu sein. Vielleicht kommt auch einmal der Zeitpunkt, wo Du wieder mehr KOntakt zu diesem Kind haben moechtest, wer weiss das schon, auch Du kannst es heute noch nicht wissen. Vielleicht solltest Du Dich auch mit Herkunftseltern beraten, die ihr Kind einst zur Adoption freigegeben haben!!!!!!
Jedenfalls wuensche ich Euch beiden, Dir und Deinem Kind jedem für sich das Beste!!!!
Margaretha Rebecca

Margaretha Rebecca Hopfner, Wien 2002-2006

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